Bodyanalyse für Zuhause

Körperfettwaage Phicomm Smart Scale S7 im Praxis-Test

Smarte Waagen gibt es viele. Kann sich die Phicomm Smart Scale S7 mit ihren acht Sensoren und dem Handstück von der Masse abheben? Wir haben es getestet.

Datum:
Phicomm Smart Scale S7 im Praxis-Test

Mit ihren acht Sensoren misst die Phicomm Smart Scale S7 von oben UND von unten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Phicomm Smart Scale S7 liefert ähnliche Messwerte wie andere Körperanalysewaagen und bietet damit eine solide Leistung. Ein Unterschied in der Genauigkeit aufgrund der acht Sensoren war lediglich bei der Muskelmasse festzustellen. Die dazugehörige App präsentiert sich sprachlich noch nicht ausgereift. Hier werden selbst sportliche Typen mit Begrifflichkeiten wie „dick” und „fettleibig” konfrontiert. Unschön bis unerhört.

Pro

  • Zahlreiche Messwerte mit soliden Ergebnissen
  • Automatische Synchronisation per App
  • Nutzbar von bis zu zehn Personen
  • Lange Akkulaufzeit

Kontra

  • Holprige Übersetzung
  • Gnadenlose und mitunter bedenkliche Begrifflichkeiten bei der Körpereinschätzung

Phicomm Smart Scale S7

Körperanalysewaagen sind heiß begehrt – sagen Sie uns doch wie sich unser Körper genau zusammensetzt, wie viel Wasser wir in uns tragen, wie viel Fett, und ob wir nicht vielleicht doch mehr Muskeln haben, als wir denken. Das Problem: Körperanalysewaagen messen meist entweder nur von oben oder von unten. Gemessen wird der elektrische Widerstand im Körper. Doch der ist gerade bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich. Schuld sind die verschiedenen Depot-Einlagerungen bei den Geschlechtern. So neigen Frauen dazu, mehr Fett unterhalb des Bauchnabels für „schlechte Zeiten” anzusparen. Bei den Herren bildet sich gerne einmal ein Bierbauch. Das resultiert oft darin, dass Frauen per se schlechtere Ergebnisse von Körperanalysewaagen erhalten als Männer. Für die Smart Scale S7 verspricht Phicomm eine genaue Analyse mit acht Sensoren, die von unten UND von oben messen. Ob sie ihr Versprechen hält, haben wir in der Praxis getestet.
Phicomm Smart Scale S7 im Test

Die Phicomm Smart Scale S7 im Test verspricht genaue Messungen und leichte Handhabung.

Eckdaten der Phicomm Smart Scale S7

Die Phicomm Smart Scale S7 gibt zwölf Basis-Messwerte (siehe Tabelle) aus. Hinzu kommen Körperfettanteil und Muskelmasse von Armen, Beinen und Rumpf, die noch einmal separat gemessen werden. Möglich machen das acht Sensoren: vier auf der Waage, vier auf dem Handstück, das über Kabel angeschlossen wird. Neben den üblichen Ergebnissen zu Gewicht, BMI und Körperfett, liefert die Körperanalysewaage auch Informationen zu Viszeralfett (Bauchfett), Muskelmasse und Körperzustand. Die Phicomm Smart Scale S7 synchronisiert sich automatisch über WLAN mit der dazugehörigen App. Einmal im Jahr wird die Waage über USB aufgeladen; der Akku liefert dann genügend Energie für die nächsten 365 Tage bei täglichem Gebrauch. Bis zu zehn Personen können die S7 nutzen. Die Waage misst von fünf bis 150 Kilogramm und verfügt über die Maße: 330 x 280 x 15 mm.

Das misst die Phicomm Smart Scale S7

Basis-Messwerte Phicomm Smart Scale S7

Gewicht

BMI

Viszeralfett

Körperfett

Wassergehalt

Knochenmasse

Muskelmasse

Grundumsatz

Biologisches Alter

Figurtyp

Eiweiß

Körperzustand (Body Score)

Phicomm Smart Scale S7: Der Praxis-Test

Die App lässt sich schnell installieren und leicht einrichten. Alter, Größe und Standort werden abgefragt. Letzteres soll der akuraten Einordnung des Körpertyps dienen, da z.B. Asiaten einen anderen Körperbau haben als die meisten Europäer. Allerdings ist die Definition per „Standort” zu sehr vereinfacht. Denn bei einem Hamburger kann es sich z.B. sowohl um einen europäischen als auch asiatischen Körpertyp handeln. Das Messen ist einfach: Handstück anschließen, draufstellen, fertig. Die Waage synchronisiert automatisch mit der App und spuckt darin eine Vielfalt von Messdaten aus. Das ist gut. Weniger gut: die holprigen Übersetzungen. So wurde unserer Testperson angezeigt, ihr biologisches Alter wäre mit 44 „zu groß”. Auch sonst sind die Begrifflichkeiten der App teilweise schwer verdaulich. Unsere sportliche und fitte Kollegin wurde trotz hoher Muskelmasse als „dick” eingestuft. Ihr Figurtyp wäre „fettleibig”. Das ist unsere Testerin, die sich regelmäßig beim Crossfit abrackert, aber beileibe nicht. Jemand, der weniger Selbstbewusstsein hätte, könnte bei solch übertriebenen Einschätzungen glatt in Richtung Magersucht abrutschen. Die Werte an sich waren ähnlich wie bei vergleichbaren Körperwaagen, die nicht über ein zusätzliches Handstück verfügen. An den Begrifflichkeiten muss der Hersteller unbedingt noch feilen – zumal es keine Erklärung für „fettleibig” & Co. gibt. Immerhin hatte unsere Testerin gleichzeitig einen „fast normalen” Körperzustand. Die App arbeitet zwar mit einem Farbcode, doch der hält sich nicht strikt ans Ampelsystem, was verwirrend ist.
Phicomm Smart Scale S7 Health App

Die Phicomm Health App ist für einen Fitness-Fan eher demotivierend: zu dick, übergewichtig, fettleibig – im Alltag gilt unsere Testperson als sportlich und fit.

Phicomm Smart Scale S7: Verfügbarkeit, Preis und Preis-Leistung

Die Phicomm Smart Scale S7 ist seit Ende 2017 u.a. bei Amazon verfügbar und hat einen UVP von 99 Euro. Die Waage zeigte ähnliche Messwerte wie z.B. die Picooc S3 Lite, die zum gleichen Preis erhältlich ist. Bei der Muskelmasse war sie genauer. Dafür bot die Picooc-App auch Möglichkeiten, selbst Einträge vorzunehmen. Unsere Sportlerin im Test würde in keine der beiden Körperanalysewaagen investieren – die Ergebnissen waren fürs Training noch viel zu ungenau und zeigten mitunter keine passenden Bewertungen. Wer mit den Standardmessungen zufrieden ist, kann sich auch eine günstigere Körperanalysewaage holen. Zum Vergleich: Die Sanotec MD 14659, die es für schlappe 15,99 Euro bei Aldi gab, mag zwar nicht so schick sein, aber funktionell absolvierte sie den Test souveräner, als die Preisdifferenz vermuten ließ. Das reicht für den Hausgebrauch meist aus.

Phicomm Smart Scale S7