Laufschuh mit Bewegungssensor im Test

Under Armour Speedform Gemini 2 Record: Der Schuh zählt

Warum Fitnessband, Sportuhr oder Smartphone mitschleppen? Jetzt können auch Laufschuhe das Training kontrollieren. COMPUTER BILD hat’s ausprobiert.

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Under Armour Speedform Gemini 2 Record

Im neuen Under Armour Speedform Gemini 2 Record sind Sensoren und Datenspeicher eingebaut, per App lassen sich die Lauf-Daten auslesen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Für Minimalisten ist der Under Armour Speedform Gemini 2 Record ideal: Mit der gelaufenen Strecke und der Zeit misst er zumindest die Basisdaten für Läufer, ohne dass man dafür ein Smartphone, eine Uhr oder sonst etwas mitnehmen müsste. Wer ausführlichere Daten für sein Training benötigt, kann die MapMyRun-App auch mit Pulsmessern und anderen Komponenten koppeln. Dann muss aber außerdem das Smartphone beim Training mitkommen.

Pro

  • Leichter und bequemer Schuh
  • Genaue Streckenmessung
  • Erfasst nur wenige Daten

Kontra

  • Schuh gibt etwas wenig Halt

Under Armour Speedform Gemini 2 Record

9,14 Kilometer, 7.854 Schritte, 43 Minuten und 702 Kalorien – das ist die Bilanz der ersten Runde mit den neuen Schuhen vom amerikanischen Hersteller Under Armour. Beim Speedform Gemini 2 Record steckt im rechten Schuh ein Bewegungssensor mit Speicher und Batterie. Anschlüsse und Bedienelemente gibt’s keine. Der Schuh nimmt per Bluetooth Kontakt zur MapMyRun-App auf, in der sich dann die aufgezeichneten Daten ablesen lassen. Ein Batterietausch ist laut Under Armour nicht notwendig, der Stromspender soll länger halten als die Schuhe.

Der Sensor misst genau

Aber warum baut Under Armour Bewegungssensoren in den Schuh, wo doch jedes Smartphone bereits damit ausgestattet ist? Damit Läufer das Smartphone zu Hause lassen können. Per Autostart-Funktion erkennt der Schuh automatisch den Trainingsstart, sobald man schneller als 8,7 Kilometer pro Stunde läuft (oder weniger als 6:50 Minuten pro Kilometer benötigt). Ab diesem Zeitpunkt zählt er die Schritte, misst die Zeit und speichert die Daten ab. Nach dem Training startet der Läufer die MapMyRun-App, wählt die Schuhe unter Zubehör aus und verbindet sie mit der App. Kurz nach der Synchronisierung zeigt sie die erfassten Daten vom Training an. Das muss nicht sofort nach dem Lauf sein, der Schuh merkt sich bis zu 5 Trainingseinheiten. Die Genauigkeit erwies sich dabei im Test als erstaunlich gut: Die angezeigte Streckenlänge wich bei rund 9,5 Kilometern nur um 300 Meter von einer GPS-Messung ab, also erträgliche drei Prozent. Die zum Vergleich mitgelaufene Runtastic-App nannte für die gleiche Strecke nur 630 verbrauchte Kalorien, eine Garmin-Uhr 660 Kalorien. Irgendwo um diese drei Schätzwerte herum wird wohl die Wahrheit liegen. Die Daten vom Under-Armour-Schuh lassen sich außerdem in Teilstrecken splitten. Die automatische Aufteilung fiel im Test sehr ungleichmäßig und damit praktisch unbrauchbar aus. Es sind aber auch gleichmäßige Intervalle zum Beispiel im Kilometer-Abstand einstellbar, auch nach dem Lauf. So sieht der Läufer, ob er gleichmäßig gelaufen ist, am Ende schlapp machte oder gegebenenfalls wie geplant das Tempo zwischendurch in Intervallen angezogen hat.

Zur Auswertung der Schuh-Daten dient die kostenlose MapMyRun-App. Die beherrscht auch GPS-Tracking. Wer das Smartphone zu Hause lässt, kann nach dem Training gelaufene Zeit, Schritte und Streckenlänge ablesen.

Under Armour traut sich keine Langstrecken zu

Die Schuhe wirken ordentlich verarbeitet und sind vergleichsweise leicht. Der linke bringt es in Größe 8 auf 265 Gramm, der rechte durch den Sensor auf 276 Gramm – ein nicht spürbarer Unterschied. Entsprechend leicht fühlen sich die Gemini an den Füßen an. Das Tragegefühl erinnert an die Free-Serie von Nike, weniger an klassische Laufschuhe wie etwa Brooks Adrenalin. Der geringere Halt an der Ferse ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig, bei hohen Füßen fällt zudem der vor allem vorne flache Schnitt auf. Druckstellen oder gar Blasen traten in den ersten 50 Testkilometern aber nicht auf. Etwas irritierend ist die von Under Armour so niedrig angesetzte Lebensdauer: Der Hersteller empfiehlt bereits nach 650 Kilometern einen Austausch. Selbst nur mäßig fleißige Hobbyläufer, die zwischen zwei Schuhen wechseln, hätten bereits nach einem Jahr den Schuh plattgelaufen. Ob das alleine eine verkaufsfördernde Maßnahme ist oder eine Folge der Leichtbauweise, ist offen.

Testfazit: Under Armour Speedform Gemini 2 Record

Wer sein Lauftraining in allen Details mit GPS-Tracking, Herzfrequenz und Vertikalbewegung kontrollieren möchte, bekommt von den Under Armour Speedform Gemini 2 Record zu wenige Daten. Das minimalistische Konzept überzeugt dagegen diejenigen Läufer um so mehr, die ohne Technik-Krempel laufen wollen. Gerade jetzt im Sommer ist das perfekt: T-Shirt, Hose, Schuhe, Hausschlüssel – das genügt, und dennoch sind gelaufene Strecke und Zeit sauber dokumentiert. Der Gemini 2 Record kostet um 140 Euro und damit etwa 30 Euro mehr als der Gemini 2 ohne Sensor.

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Under Armour Speedform Gemini 2 Record

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