Bluetooth-Kopfhörer mit Fitnesstracker

Im Test: Samsung SM-R140 Gear IconX (2018) Fitnesstracker

Sie sehen nicht nur knallig aus: Die neuen Samsung Gear IconX (2018) sollen besser klingen als die Vorgänger. Das Tracking von Aktivitäten und das Musikhören funktioniert sogar ohne Handy. Wie gut sind die Fitness-Kopfhörer? Der Test.

Datum:
Samsung Gear IconX

Ob die Samsung Gear IconX wirklich für gute Laune sorgen, zeigt der Test.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die 2018er Samsung Gear IconX klingen überzeugend. Die Möglichkeit zum Tracken von Aktivitäten und zum Musikhören ohne Handy zeichnet sie aus. In der Praxis stellt sich das Ladeetui als praktisch heraus. Wenn die IconX noch zuverlässiger zwischen streichen und drücken unterscheiden würden, wäre die Bedienung richtig gut. Das Gebotene überzeugt dennoch über weite Strecken, allerdings ist der Preis nicht ohne ...

Pro

  • Guter Klang
  • Musik ohne Handy (interner Speicher)
  • Sitzt sicher i(n meine)m Ohr
  • Passt für unterschiedliche Ohren
  • Flottes kabelloses Nachladen über Ladeetui
  • Super Bedienkonzept
  • Mikrofon für Telefonfunktion (Headset)

Kontra

  • Fehlbedienungen möglich
  • Funktioniert nicht mit Handschuhen
  • Keine Pulsmessung

Samsung SM-R140 Gear IconX (2018) Fitnesstracker

Als der Anruf kam, dass die pinken Samsung Gear IconX da sind, war die Freude bei meiner Kollegin groß. Nicht, weil wir die neuen kabellosen Bluetooth-Kopfhörer mit Fitnesstracker und internem Speicher in der Redaktion haben, sondern weil schon feststand, dass ich die Dinger testen würde. Im Vorfeld hatte ich mich wohl mal abfällig über die pinke Version geäußert. Jetzt war ich fällig. Ein Test für Mensch und Produkt ...
Samsung Gear IconX im Praxis-Test

Pink? Da wurde der Tester erst einmal blass ...

Schock: Samsung Gear IconX

Ja gut, die Dinger sind farblich ... besonders und zunächst hatte ich in der Bahn auch das Gefühl, die Leute würden mich anstarren, aber das war schnell vergessen – die Farbe rückte in den Hintergrund. Außerdem gibt es die Gear IconX auch in Schwarz und Grau.
Samsung Gear IconX in Pink

Samsung Gear IconX: Schweißresistent und kompatibel mit iOS und Android – am liebsten Galaxy-Smartphones.

Klang und Tragekomfort: Samsung Gear IconX

Samsung Gear IconX - Sport-Kopfhörer

Die Ohrpolster und die weichen Stützen gibt es in jeweils drei Größen. Das sorgt für 81 Kombinationsmöglichkeiten – zugegeben nur neun für gleichgroße Ohren.

Die Standardkombination der Ohrpolster passte mir gleich. Aber ich habe generell wenig Probleme mit In-Ears. Typisch ist der Abkapselungseffekt und der damit zusammenhängende leichte Druck, der zum einen für eine Dämpfung der Umgebungsgeräusche sorgt und andererseits für die knackige Wiedergabe der Bässe verantwortlich ist. Man kennt das: Wenn man In-Ears ins Ohr presst, drückt es sowohl mechanisch als auch akustisch. Je satter die Polster abschließen, desto Wums. Die Gear IconX klingen für meinen Geschmack sehr klar und auch die Bässe drücken bei Elektromusik ordentlich. So locker eingehängte iPhone-Hörer ohne Bässe sind nicht so mein Ding. Störungen, wie ganz kurze Echos waren selten. Die IconX trafen auf Anhieb meine Hörgewohnheiten. Ohne Druck aus dem Frequenzkeller hätte ich die Kopfhörer nicht so lang und so gern ausprobiert. Auch bei längerem Tragen fielen sie mir nicht negativ auf. Zudem saßen sie bei mir immer sicher, auch beim Laufen, Hopsen, Flickflack* und Radfahren. Bei letzterem hielten sich die Windgeräusche in Grenzen. Das habe ich bei anderen Stöpseln schon deutlich störender gehört.
Samsung Gear IconX - unterwegs getestet

Mit dem Klang von In-Ear-Kopfhören ist es ein bisschen so wie mit der Elphi: Die einen finden ihn gut, die anderen mosern.

Fitnesstracking

Ich gebe zu: Dieses Feature habe ich im Testzeitraum ein wenig vernachlässigt. Sensoren ermöglichen die Aufzeichnung der Aktivität, etwa zurückgelegte Distanzen, Trainingsdauer, Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch. Entgegen der Angebotsbeschreibung bei Amazon gibt es keine Pulsmessung – als Fitnessgadget und bei dem Preis dürfte man das erwarten. Der Sprachcoach gibt Tipps und motiviert – das muss man mögen. Es erschreckte mich eher wenn eine Frauenstimme mir plötzlich „Hervorragender Walk! Gut gemacht!” ins linke Ohr jubelte. Die Verständlichkeit und die Aussprache der Ansagen sind hervorragend – nix miese Sprachsynthese. Mit einem langen Druck aktiviert man das Tracking, alternativ springt das Autotracking nach zehn Minuten Gehen oder Laufen an.
Samsung Gear IconX Test unterwegs

Die Gear IconX dämpfen die Umgebungsgeräusche wirksam ab. Zum Radfahren aber vielleicht nicht so ideal.

Samsung Gear Icon X: Tracking und Musik ohne Smartphone

Der Clou ist, dass man das Smartphone nicht beim Training mitschleppen muss. Die Daten werden mit der Health-App auf Samsung-Geräten sychronisiert. Sogar genügend Musik hat man dank 3,4 GB internem Speicher dabei. Allerdings ist die Navigation unübersichtlich. Es gibt nur zwei Playlisten. Bei ein paar hundert Songs wird das Finden eines speziellen Liedes zum Akt. Im Alltag kommt die Musik daher wohl eher vom Handy.
Samsung Gear IconX - Unboxing

Lieferumfang Samsung Gear IconX: Neben den In-Ears und dem Ladeetui befinden sich noch ein Ladekabel und zwei USB-Adapter im Lieferumfang, womit man das Handy mit den Kopfhörern verbinden kann, um Musik zu übertragen.

Bedienung: Samsung Gear IconX

Von Kopfhörern kennt man das Problem, dass deren Bedienung sehr filigran ist. Winzige Tasten, manchmal eng nebeneinander ... wo war jetzt noch mal Pause und wo geht es leiser? Die Gear IconX haben nur eine große Touchfläche und zwar auf beiden Seiten. Es ist also egal, ob man sich links oder rechts ans Ohr tippt. Einmal tippen = Start/Stop (bzw. Anruf annehmen, wenn es bimmelt, denn die IconX haben natürlich auch ein Mikrofon und können als Headset verwendet werden). Zweimal tippen = Skip vorwärts; dreimal drücken: Skip rückwärts. Kurz, lang springt zur nächsten Playlist, bei langem Drücken wird das Menü vorgelesen. Von unten nach oben streicheln erhöht die Lautstärke und von oben nach unten verringert die Lautstärke. Diese Befehle hat man in kürzester Zeit intus. Man trifft auch zuverlässig die Touchfläche, ohne nach einem Knöpfchen zu fingern. Ein Bestätigungssignal quittiert die Eingabe. Alles in Butter? Leider nein. Vom Prinzip her gefällt mir die Bedienung prima. In der Praxis gab es allerdings immer wieder missverstandene Eingaben. Klassiker: Ich wollte die Lautstärke per streicheln ändern, aber die Musik stoppte. Das passierte mir recht häufig. Vielleicht streichel ich falsch?
Samsung Gear IconX App

Die Gear App: Vom Handy überträgt man ohne Umwege Musik und nimmt Einstellungen vor. Die App informiert auch über den Akkustand.

IconX – mit Handschuhen geht nix

An den ersten kalten Novembertagen probierte ich die Bedienung mit Handschuhen. Obwohl ich welche mit einer Beschichtung für Smartphone-Touchscreens benutzt habe, wurden die Eingaben nicht erkannt. Nettes Detail: Wer die kleinen Gear-Icons mal verlegt, freut sich über die Suchfunktion, die die Stöpsel per App zum Zwitschern bringt – aber nur, wenn noch Leben im Akku ist.

Akku und Aufladen: Samsung Gear IconX

Samsung Gear IconX Laden

Cool: Jeweils eine LED signalisiert den Ladezustand der Kopfhörer. Im Freien sind die Leuchten allerdings kaum noch zu erkennen.

Samsung Gear IconX Etui

Samsung setzt auf USB Typ C. Ein USB-Kabel ist dabei und für andere Handys gibt es auch einen Micro-USB-Adapter.

Die beiden jeweils acht Gramm leichten In-Ear-Knöpfe haben eine winzige rote LED, die bei Betrieb leuchtet. Da es keinen Ein-/Ausschalter gibt und die Teile per Bewegung aktiviert werden, war mir nicht immer ganz klar, wann sie an und wann sie aus waren. Zuhause habe ich mich dann gewundert, dass kein Ton aus dem Handy kommt. Klar, die IconX waren noch gekoppelt, obwohl sie irgendwo auf dem Tisch lagen. Hier wünsche ich mir eine clevere Sensorik, denn so war der Akku unvermittel leer, obwohl ich die Kopfhörer nicht lang (aktiv) benutzt habe. Klasse finde ich hingegen, dass die Aufbewahrungsbox einen integrierten Akku hat, der die IconX unterwegs auflädt. Zehn Minuten Nachladen sollen für eine Stunde Musik reichen. Nach knapp zwei Stunden waren die 82 mAh (pro Ohrhörer) der IconX wieder komplett geladen. Dann gibt Samsung bis zu sieben Stunden Spielzeit beim Musikabspielen vom Kopfhörer an. Bei Streaming per Handy ist man eher bei vier bis fünf Stunden.
Samsung Gear IconX - Geschenk

Eieiei: Es ist noch etwas hin, aber wäre das nicht ein prima Geschenk zu Ostern?

Preise und Farben: Samsung Gear IconX

Die Samsung Gear IconX gibt es neben Pink in Schwarz und Grau. Die UVP liegt bei stattlichen 229 Euro. Das ist eine Ansage und neben den kleinen Bedienungsproblemchen ein Spaßkiller. Wer auf der Suche nach günstigen und gut klingenden Bluetooth-In-Ears ist, die sich auch zum Sport eignen, dem empfehle ich die älteren LG Tone Active HBS-850, die man gelegentlich schon für rund 20-40 Euro bekommt. Allerdings muss man auf den integrierten Fitnesstracker und Speicher verzichten. Wer nicht auf den Euro schauen muss, bekommt mit den Samsung Gear IconX allerdings ziemlich coole Kopfhörer.
Samsung Gear IconX - vor dem Test

Die Skepsis verflog angesichts der ordentlichen Leistung.

* Annahme

Samsung SM-R140 Gear IconX (2018) Fitnesstracker

Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.