Dauerhaft sanfte Heilung

Lichttherapie gegen Depressionen

Der Begriff „Winterdepression“ kommt nicht von ungefähr. Medizinisch ist längst nachgewiesen, dass mit der geringeren Zufuhr an Tageslicht oftmals seelische Verstimmungen einhergehen. Der Einsatz von hellem Kunstlicht soll Abhilfe schaffen.

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Tageslichtlampe

Mit der Verwendung einer Tageslichtlampe fügen Sie Ihrem Körper das Licht zu, das er in der kalten Jahreszeit nicht genug auf natürlichem Wege bekommt.

Unter einer Depression leidende Patienten gelten oft als „einfach nur traurig“. Doch mit dieser ernsten, psychischen Erkrankung gehen nicht bloß negative Verstimmungen einher, sondern auch körperliche Beschwerden. Die Betroffenen sind antriebslos, haben das Gefühl, keinerlei Emotionen empfinden zu können und leiden oftmals auch unter Symptomen wie Schlafstörungen, Schmerzen, Appetit- oder Libidoverlust sowie Schwindel und Atembeschwerden. Bislang galt vorzugsweise eine Psychotherapie unter Zuhilfenahme von Psychopharmaka als das Heilmittel in Sachen Depression. Doch mit der Lichttherapie vertrauen immer mehr Ärzte und Patienten auf eine besonders sanfte Heilmethode

Der Grund für die Depression

Der Grund für eine Depression liegt in einer unkontrollierten Veränderung des Hirnstoffwechsels. Serotonin und Noradrenalin sind Botenstoffe, die unser Gehirn benötigt, um die Empfindungen des Menschen zu steuern. Serotonin sorgt dafür, dass Empfindungen wie Gelassenheit, innere Ruhe und Zufriedenheit negative Gemütszustände wie Angst oder Aggressivität ausbremsen. Noradrenalin ist ein Neurotransmitter, der das Herz-Kreislauf-System anregt und bevorzugt bei negativen Empfindungen zum Einsatz kommt. Beide Stoffe dienen der Kommunikation zwischen den Nervenzellen und sorgen so für eine ausgewogene Verarbeitung sämtlicher Sinneseindrücke. Ist das Gleichgewicht der Botenstoffe allerdings gestört, geraten die Impulse zwischen den Gehirnzellen durcheinander. Emotionen können nicht mehr angemessen verarbeitet werden. Die Patienten sind davon überfordert und empfinden pure Niedergeschlagenheit. Um aus diesem Kreislauf herauszukommen, bedarf es also der Fähigkeit, den Hirnstoffwechsel wieder geradezurücken.
Im Solarium

Auch ein Besuch im Solarium kann gut tun, sollte wegen der auf Dauer schädlichen UV-Strahlen allerdings nicht zu oft geschehen.

Mit hellem Licht gegen die Depression

Licht steuert das natürliche Zusammenspiel zwischen Serotonin und Melatonin. Im Falle der saisonal bedingten Depression (SAD) entwickeln Patienten mit dem fortwährenden Schwinden von lang anhaltendem Tageslicht eine depressive Verstimmung. Der biologische Tagesrhythmus gerät aus dem Gleichgewicht, durch das schwindende Licht wird die Zirbeldrüse zur Produktion des müde machenden Hormons Melatonin angeregt, was die Produktion von Serotonin einschränkt. Die Folge sind Müdigkeit und Depressionen. Gerade bei der Behandlung von Winterdepressionen hat sich die Lichttherapie als äußerst erfolgreich erwiesen. Durch das künstliche Licht wird nicht nur die natürliche Produktion von Melatonin eingedämpft, auch die Entstehung von Serotonin senkt den Melatoninspiegel. Denn um Serotonin herzustellen, muss das Gehirn Melatonin umwandeln. Mithilfe einer künstlichen Lichtquelle lässt sich der Tag künstlich verlängern. Ärzte und Experten empfehlen Patienten, sich 14 Tage lang zwei Stunden pro Tag dem Licht einer 5.000 bis 10.000 Lux starken Lampe auszusetzen, jeweils eine Stunde vor Sonnenauf- und eine Stunde nach Sonnenuntergang. Zum Vergleich: Ein heller Sonnentag hat im Durchschnitt rund 100.000 Lux.

Die Vor- und Nachteile der Lichttherapie

Einer der größten Vorteile der Lichttherapie ist die geringe Gefahr von Nebenwirkungen. Ohne die Zuführung von chemischen Stoffen, wie es etwa bei medikamentösen Behandlung der Fall ist, bleiben typische Nebenwirkungen herkömmlicher Depressionstherapien aus. Wer jedoch von Natur aus empfindlich auf helles Licht reagiert, sollte vorsichtig sein. Das zu intensive Nutzen einer 10.000-Lux-Lampe kann beim direkten Hineinsehen zu trockenen und geröteten Augen führen. Auch Kopfschmerzen können gelegentlich auftreten. Krankenkassen haben die Wirksamkeit der Lichttherapie zwar mittlerweile bestätigt, die Kosten für die Behandlung – ob daheim oder in einer Praxis – muss der Patient allerdings selbst tragen. Die Kosten von geeigneten Therapielampen schwanken zwischen 50 und 250 Euro, je nach Wattleistung und Ausstattung. Damit ist die Lichttherapie eine hervorragende Alternative zur medikamentösen Depressionstherapie – erst recht im Falle einer saisonal bedingten Depression.

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