Welches Glätteisen ist das beste?

Glatt und glänzend: 6 Haarglätter im Test

Eine tolle Frisur ohne Haarglätter? Für viele Frauen undenkbar! Aber nicht alle Modelle schonen das empfindliche Haar beim Stylen. TESTBILD hat sechs Geräte – von Low-Budget bis High-End – in der Praxis getestet.

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Frau glättet ihre Haare

Nicht jedes beliebige Glätteisen eignet sich zum täglichen Styling.

Kaum eine Frau würde auf die Idee kommen, über 150 Euro für einen neuen Föhn auszugeben – denn was soll der schon wirklich besser leisten als das 19-Euro-Modell von Tchibo? Die Haare trocken streicheln? Aber: Frauen greifen durchaus tief in die Tasche für das Gerät, das direkt neben dem Trockenbläser liegt und in den vergangenen Jahren sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat: der Haarglätter. Ob glatt-glänzend oder elegante Korkenzieherlocken – die Dinger mit der großen Klappe kriegen alles hin. Im Handumdrehen. Aber lohnt es sich, 150 Euro dafür auszugeben? Ist ein 10-Euro-Teil automatisch Gift für die Haare? Welcher Haarglätter in Ihr Bad gehört, hat TESTBILD gemeinsam mit der Top-Stylistin Mahnaz Hagen-Frerichs geprüft.

Schnell heiß auf Haar?

Sie glätten oder locken Ihre Haarpracht seit Jahren fast jeden Tag? Dann kennen Sie sicher das Problem: Gerade ältere Glätter erreichen erst nach einigen Minuten die ideale Temperatur. Die aktuellen Modelle im Test versprechen da Abhilfe. Das Trend-Eisen von Cloud Nine etwa soll in weniger als drei Sekunden richtig heiß aufs Haar sein. Im Test hat es die Maximaltemperatur zwar erst nach elf Sekunden erreicht, ist damit aber dennoch das schnellste aller Modelle. Keines der im Labor getesteten Glätteisen brauchte deutlich länger als eine Minute. Mit 70 Sekunden ist selbst das langsamste Gerät von Braun immer noch schnell heiß genug für den glatten – oder lockigen – Einstieg in den Tag.
Haarglätter macht Locken

Probleme beim Locken-Drehen? „Nicht so viel nachdenken!“, rät die Expertin.

Mindestens genauso wichtig wie das zuverlässige Aufheizen ist die Abschaltautomatik. Stellen Sie sich bloß mal vor, Sie vergessen, den Haarglätter vom Strom zu nehmen. Wenn er dann stundenlang durchheizt, ist das unter Umständen brandgefährlich. Aber keine Panik: Alle Modelle im Test – sogar das günstigste von Rossmann – haben eine Abschaltautomatik. Allerdings setzt die meist erst nach 30 Minuten ein, einige Modelle warten sogar eine volle Stunde. Das ist zu lang und gibt Abwertungen im Test. Cloud Nine bildet die Ausnahme: Benutzt man „Iron Touch“ nur 30 Sekunden nicht, schaltet sich das Gerät bereits ab, bleibt aber weiterhin einsatzfähig. Einfach kurz die Platten aufeinanderklicken, schon ist es wieder heiß. Die Stylistin ist trotzdem nicht so begeistert: „30 Sekunden sind einfach viel zu wenig“, erklärt Mahnaz Hagen-Frerichs. „Während ich Haare abteile, schaltet sich das Glätteisen ständig aus. Das nervt!“

Galerie: 6 heiße Haarglätter im Vergleichstest

Muss sein: Die richtige Pflege

„Glätten macht die Haare kaputt!“ ist ein Mantra, das nahezu jede Frau kennt. Damit die Hitze dem Styling nützt und nicht schadet, müssen die Heizplatten eines Haarglätters aus Keramik bestehen oder zumindest damit beschichtet sein. Das ermöglicht eine besonders gleichmäßige Erhitzung und reduziert so Haarschäden. Gut: Alle Glätter im Test setzen auf Keramik.
Mindestens ebenso wichtig wie das Material des Glätteisens ist die richtige Pflege des geglätteten Haars. Wer hier Zeit und Mühe spart, ärgert sich nach einiger Zeit über eine kaputte und spröde Mähne. Denn die Hitze des Glättens verbrennt körpereigene Öle und Proteine, die das Haar normalerweise schützen. Ein Hitzeschutz, etwa in Form von Haar-Ölen oder Styling-Sprays, sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit und ist deshalb ein Muss.

Wie heiß darf es sein?

Am Ende dreht sich bei Haarglättern alles um die optimale Temperatur. Experten sind sich einig: Die ideale Glätt- oder Lock-Hitze für normales Haar liegt bei 185 Grad. Wer eine feine Mähne hat, dreht auf 165 bis 150 runter – und Personen mit dickem, kräftigen Haar sollten auf bis zu 200 Grad aufdrehen. Damit ein Glätteisen mit jedem Haartyp zurecht kommt, sollte es also in möglichst vielen Stufen von 150 bis 200 Grad regelbar sein. Im Testfeld war von 2 bis zu üppigen 15 Stufen alles dabei. Ausnahme: Der GHD-Glätter hat keinen Temperaturregler. Stattdessen hält eine laut Hersteller „spezielle Technologie“ die Temperatur konstant. Wie hoch die ist, bleibt ein Geheimnis, aber TESTBILD hat nachgemessen: Es sind 162 Grad. Wer die Temperatur seinen Bedürfnissen oder der Haardicke anpassen will, sollte also nicht zum Modell von GHD greifen.
Bei allen anderen Glätteisen ließ sich die Hitze einstellen, doch die ermittelten Temperaturen wichen oft vom angezeigten Wert ab – teils um 20 Grad und mehr. Das ist besonders gefährlich für die Haarpracht, wenn sich das Gerät – wie etwa der Philips „MoistureProtect“ – stärker erhitzt als zuvor eingestellt.
Bedenklich ist auch die viel zu hohe Gehäusetemperatur aller Glätter: Zehn Minuten nach dem Aufheizen sind die Oberseiten der Geräte zwischen 72 und 88 Grad heiß. Wer hier beim Styling falsch zupackt, verbrennt sich garantiert die Finger.

Galerie: Beauty-Mythen: Stimmt oder stimmt nicht?

Fazit

Einer der teuersten Testkandidaten holte den Sieg: Insgesamt war der GHD „Gold Classic Styler“ der beste Allrounder. Wer nur glätten will, erzielt mit Cloud Nine die besten Ergebnisse. Aber gute Haarglätter müssen nicht arm machen: Der nur 45 Euro teure Braun „Gold Satin Hair 7“ holte im Test nicht nur Silber, sondern auch den Preis-Leistungs-Sieg.

Haarglätter

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