Smarte XL-Uhr

Samsung Gear S: Test der Smartwatch mit Mobilfunk

Samsungs Gear S ist längst nicht perfekt. Wo es noch klemmt und warum die Smartwatch trotzdem besser abschneidet als die Apple Watch, zeigt der Test von eVivam.

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Samsung Gear S

Wenn es Ihnen auf die Größe ankommt, hat Samsungs Gear S kaum etwas zu befürchten.

Auch unter Uhrenfans gibt es Leute, denen der Zeitmesser nicht groß genug sein kann. Mit der Gear S haben sie das Pendant unter den vernetzten, digitalen Uhren gefunden, quasi das Phablet unter den Smartwatches. Dafür hängt dann auch eine Menge Technik am Handgelenk. Sogar einen SIM-Kartenschacht bringt die Gear S mit. Dank des Mobilfunkanschlusses laufen verschiedene Funktionen ohne Handy-Anbindung. Der eingebaute UMTS-Chip empfängt Benachrichtigungen oder Termine. Und ja, Sie können sogar mit der Gear S am Handgelenk telefonieren. Michael Knight lässt grüßen.

Galerie: Samsung Gear S im Detail

Gewaltiges, gewölbtes Display

Samsungs Gear S hat ein gebogenes Display mit einer Bildschirm-Diagonale von 2 Zoll. Die sehr hohe Auflösung von 480x360 Pixeln sorgt für eine scharfe Darstellung. Kaum eine andere Smartwatch verfügt über so viele Bildpunkte. Die ebenfalls hoch aufgelöste Apple Watch hat beispielsweise 30 Prozent weniger Pixel (390x312). Der Kontrast des AMOLED-Displays der Gear S ist super und die Helligkeitsanpassung funktioniert ordentlich. Allerdings ist die Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung schlecht. Das kann die Apple Watch besser.
Samsung Gear S: Größenvergleich

Die Apple Watch oder die Zenwatch von Asus sind gegen die Gear S von Samsung winzig.

Stattlicher Wecker

Mit einer Diagonale von zwei Zoll ist die Gear S vergleichsweise wuchtig. Weil das Gehäuse gewölbt ist, schmiegt sich die Gear S an den Arm an. Der Tragekomfort ist dennoch etwas unangenehm. Die Gehäuseabmessungen sind 39,9x58,1x12,5 Millimeter, mit dem Pulsmesser sind es sogar 13 Millimeter Bauhöhe. Nur 67 Gramm wiegt das schwarze Modell. Die Uhr ist wasserdicht (nach IPX7) und sehr hochwertig verarbeitet.
Samsung Gear S

Fitness-Tracker und Schrittzähler gehören zum Standard-Programm.

Massig Funktionen

Rund 300 Apps bieten Spielraum für Erweiterungen, auf Deutsch sind aber nur zwei Prozent. Obwohl WLAN an Bord ist, gelangen neue Apps nur über das Smartphone auf die Gear S. Rund 80 Prozent der Apps laufen ohne Smartphone. Bei der Apple Watch sind das nur 5 Prozent.

Ausdauer und Laufzeit

Der große Bildschirm fordert seinen Tribut bei der Laufzeit. Nach 18 Stunden sind die 300 Milliamperestunden aufgebraucht. Testurteil: „mangelhaft“. Die Apple Watch kann es mit 20 Stunden kaum besser. Zum kompletten Laden brauchen Sie 1 Std. 48 Min. Geduld und die spezielle Halterung sind nötig; letztere fällt zwar etwas klobig aus, hat dafür aber einen integrierten Akku, der auch unterwegs eine Ladung schaffen soll. So oder so, am täglichen Laden kommen Sie mit der Gear S kaum vorbei.

Her(t)zstück

Der Dual-Core-Prozessor arbeitet mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz. Verbaut sind 512 Megabyte Arbeits- und 4 Gigabyte interner Speicher. Die Gear S läuft mit dem hauseigenen Betriebssystem Tizen statt mit Googles Android Wear. Sie greift somit auch auf das bisherige App-Angebot für Tizen zurück. Die digitalen Karten mit Navigationsfunktion kommen vom Nokia-Dienst Here. Sensoren messen unter anderem die Herzfrequenz und machen die Uhr auch zu einem Fitness-Gerät. Zusätzlich gibt es kompakte drahtlose Ohrhörer. Samsung bietet für 59,90 Euro (UVP) Armbänder in Schwarz, Weiß, Rot und Blau an.
Samsung Gear S

Wenn Sie wissen, warum das weiße Modell 20 Prozent schwerer sein soll als das schwarze Modell, schreiben Sie uns.

Samsung Gear S vs. Apple Watch

Welche soll ich kaufen? Diese Frage stellt sich eigentlich nicht, denn keine der beiden Uhren ist so gut, dass Sie beim Nutzer einen Systemwechsel hervorruft. Trotzdem der Vergleich: Die Apple Watch läuft etwas länger, ist angenehmer zu tragen und es gibt sehr viele Apps zum Nachrüsten. Allerdings läuft ohne iPhone fast nichts und die Kommunikation zwischen den Geräten drückt auf das Tempo. Von Haus aus ist die Gear S besser ausgestattet und lässt sich etwas besser bedienen.


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Michael Huch

von

Ich mag Technik. Das Studium brachte mich aus dem schönen Wendland in das auch ganz ansehnliche Hamburg. Hier studierte ich Medientechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

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