Sonnenaufgang aus der Steckdose

Es werde Licht: Warum Lichtwecker besser wecken

Lichtwecker wirken sich positiv auf unsere Schlafqualität aus. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Worin sich die Modelle unterscheiden und was sie bringen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Lichtwecker

Mit einem Lichtwecker wird man sanft geweckt.

Die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen wir mit dem Verlauf der Sonne aufwachten und schlafen gingen. Unser biologischer Tag-Nacht-Rhythmus wird durch die modernen Arbeitswelten und zunehmend flexibilisierte Arbeitszeiten bestimmt. Zum Arbeitsstress kommen Faktoren wie die sogenannte Lichtverschmutzung in den Städten und die zunehmende Nutzung der Smartphones hinzu. Die Folge ist, dass wir schwerer in den Schlaf finden und oftmals morgens müde aufwachen. Forscher haben schon lange herausgefunden, dass Licht für den Schlaf eine große Rolle spielt. Es ist kein Zufall, dass sich Lichtwecker zunehmend großer Beliebtheit erfreuen.
Wer kennt sie noch, die schrillen Alarmwecker? Unbarmherzig reißen sie den Schlafenden aus seinen Träumen. Heute gibt es längst sanftere Wecker, die mit Musik anstelle von schrillen Bimmeltönen arbeiten. Im digitalen Zeitalter eledigen das vermehrt die Smartphones von Apple, Samsung, Sony oder Motorola. Obgleich es mittlerweile bekannt ist, dass die Smartphone-Nutzung am Abend uns eigentlich vom Schlafen abhält. Schlafforscher betonen, dass der hohe Anteil an Blaulicht den Schlaf hinauszögert. Woran liegt das?

Die natürliche Schlaftablette Melatonin

Wissenschaftler haben das Geheimnis des Schlafs enträtselt: Das Hormon Melatonin steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers. Man kann sagen, dass Melatonin wie eine Schlaftablette wirkt. Vereinfacht gesagt: Je dunkler es wird, umso höher steigt der Melatoninspiegel an und je heller es wird, umso niedriger ist der Melatoninpegel. Das können wir prima im Winter und im Frühjahr an uns selbst beobachten. Im Winter sind die Tage kurz und es ist insgesamt dunkler. Wir fühlen uns schlapp und müde. Kaum werden die Tage im Frühjahr heller und länger, fühlen wir uns frischer und lebendiger. Der Melatoninpegel steigt nachts um den Faktor drei bis zwölf an (in Abhängigkeit zum Lebensalter, je älter man ist umso geringer der Pegel!), das Maximum wird gegen drei Uhr morgens erreicht. Natürlich ist Melatonin nicht alleine für den Einschlaf- und Aufwachprozess zuständig!

Der Gegenspieler heißt Cortisol

Das sogenannte „Wachhormon Cortisol“ ist für die Energiebereitstellung verantwortlich und wird manchmal auch als Stresshormon bezeichnet. In der Nacht steigt der Pegel an und hat seinen höchsten Wert erreicht, wenn wir aufwachen („Cortisol Awakening Response – CAR“). Über den Tagesverlauf wird Cortisol in Schüben ausgeschüttet, sinkt aber allmählich ab und ermöglicht es dem Melatoninpegel anzusteigen. Diese Wechselwirkung bestimmt einerseits auf hormoneller Basis unseren Tag-Nacht-Rhythmus und ist andererseits von der Lichteinwirkung abhängig.

Lichtwecker spielen Sonnenaufgang

Aus dem Grund erfreuen sich Lichtwecker großer Beliebtheit, obgleich sie häufig kostspieliger als herkömmliche Wecker sind. Ihre Grundfunktion besteht in der zunehmenden Lichtstärke und der Simulation der Lichtfarben, die mit einem Sonnenaufgang einhergehen. Sobald die Weckzeit erreicht wird, schaltet sich die LED-Leuchte eine halbe Stunde zuvor ein und steigert die Lichtintensität. Der Farbwechsel hin zu einem zunehmenden Blaulichtanteil fördert das Absinken des Melatoninpegels und den Anstieg des Cortisolpegels. Tatsächlich soll sich ein Lichtwecker positiv auf den Aufwachvorgang auswirken. Philips – ein Pionier in diesem Bereich, der auch medizinische Lichttechniken vertreibt – betont, man habe in wissenschaftlichen Studien die Wirkung seiner Lichtwecker nachgewiesen.

Galerie: Lichtwecker im Test

Blau heißt wach, Rot heißt müde

Wie man es sich bereits denken kann, ist die Stärke und die Farbe des Lichts ein extrem wichtiger Faktor, wie viel Melatonin ausgeschüttet wird. Es geht demnach nicht nur um mehr oder weniger Licht! Tagsüber ist der Blaulichtanteil sehr viel höher und hemmt gewaltig die Melatonin-Produktion. Blaulicht wirkt sich rund 25-fach stärker als Rotlicht (Abendlicht) aus. Genau das verursacht die negative Schlafeinwirkung von Smartphones: Ihr hoher Blaulichtanteil wirkt auf den Körper wie ein starkes Tages-Lichtsignal. Installiert Euch eine „Blaulichtfilter“ App. Sie nimmt den Blaulichtanteil uhrzeitgesteuert heraus und verhindert den „bleib wach“-Effekt.

Licht als Hoffnungsträger in der Medizin

Ich spreche nicht von Hokuspokus! Die Medizin kennt die Wirkung von Licht und setzt es für verschiedenste Therapieformen ein. Auf Intensivstationen ist der Einsatz von Licht quasi der letzte Schrei. Im Berliner Charité werden Lichtinstallationen erprobt, um die Patienten zu vitalisieren. Licht spielt bei der Vermeidung der gefährlichen Folgen eines Delirs, das zahlreiche Intensivpatienten weltweit erleiden, anscheinend eine große Rolle.

Galerie: Schöner aufwachen: Die beliebtesten Lichtwecker

Lichtwecker im Schlafzimmer: Unterschiedliche Funktionen

Bei Lichtweckern gibt es folgende unterschiedliche Funktionen:
  1. Halogen oder LED: LED hat den Vorteil, intensiver zu leuchten und kein Flackern zu erzeugen. Zugleich verbraucht LED weniger Strom! LED-Lichtwecker sind teurer in der Anschaffung. Ihr Nachteil ist, dass in der Regel die LED-Beleuchtung nicht ausgetauscht werden kann.
  2. Musik und Alarmtöne: Manche Wecker verfügen über die Auswahl zwischen natürlichen Alarmtönen (zum Beispiel Vogelgezwitscher) und Radiomusik (teilweise mit digitalen Radioempfang). Nur die wenigsten Modelle können mit dem Smartphone gekoppelt werden.
  3. Batterie oder Strom: Alle Gräte laufen über den Stromanschluss, nur wenige haben einen Batteriepuffer. Fällt der Strom aus, ist die Uhrzeit neu einzustellen und Ihr werdet nicht mehr rechtzeitig geweckt.
  4. Lichtintensität: Manche Geräte weisen geringe Lichtstärken in „Lux“ gemessen auf. Andere können mit bis zu 300 Lux leuchten. Zum Vergleich: Ein tagheller Raum weist 500 Lux auf, ein bedeckter Tageshimmel hat eine Leuchtstärke von 8.000 Lux, die direkte Sonneneinstrahlung hat sogar 300.000 Lux!
  5. Farbwechsel: Bei einigen Lichtweckern stehen verschiedene Farben zur Auswahl.
  6. Nachtlicht, Leseleuchte und Dämmerungslicht: Einige Modelle können zusätzlich für diese Funktionen genutzt werden.
  7. Weckzeiten: Es sind in der Regel nur ein bis zwei Weckzeiten einstellbar. Manche Modelle beherrschen bis zu zehn Weckzeiten und können sogar je Wochentag individuell voreingestellt werden. Snoozing beherrschen nicht alle Geräte, womit das berühmte „In fünf Minuten klingelt es nochmal“ wegfällt.
Lichtwecker mit iPhone Bedienung

Manche Lichtwecker lassen sich mit dem Smartphone bedienen.

Lichtwecker

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