Mit AMOLED-Display

LG Lifeband touch: Test des Fitness-Armbands

Das LG Lifeband touch ist eine Mischung aus Lifestyle und Technik für den Alltag. eVivam hat das Fitness-Armband unter die Lupe genommen.

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LG Lifeband touch

Das LG Lifeband touch ist üppig ausgestattet: So gehören Beschleunigungssensor, Altimeter sowie ein AMOLED-Display zum Repertoire – verbrannte Kalorien zeigt das Band natürlich auch an.

In der Anleitung des klavierlackschwarzen und rund 50 Gramm schweren Fitness-Armbands heißt es: „Das LG Lifeband touch ist dein Freund.“ Ob sich die neue Bekanntschaft für dich lohnen könnte, zeigt der Praxis-Test.

Gewöhnungsbedürftig

Das Gewicht und die Passform des LG Lifeband touch sind Gewöhnungssache. Da nur etwa ein Drittel des 18 Zentimeter langen Fitnessbandes flexibel ist, kommt das Band recht starr daher. Und auch das Gewicht lässt zu wünschen übrig. Während das Misfit Shine etwa nur 9,4 Gramm wiegt, bringt das LG Lifeband touch in der Größe L schon 50 Gramm auf die Waage.

Galerie: LG Lifeband touch im Detail

Touch-Display

Während viele Fitness-Armbänder gar kein Display oder eine Leuchtdioden-Matrix haben, verfügt das LG Lifeband touch über ein AMOLED-Touchdisplay. Im Vergleich zu einem Smartphone-Bildschirm ist es aber kleiner und dunkler und bei Sonneneinstrahlung nicht gut abzulesen. Dieser Nachteil scheint auch LG bekannt zu sein, sodass der Hersteller den Bedienknopf, mit dem du zwischen den Anzeigekomplexen Zeit-, Fitness- und Musikfunktionen umschaltest, mit einem ringförmigen LED-Indikator ausgestattet hat. Er signalisiert in Rot, Violett, Hellblau, Dunkelblau, Gelb und Grün 15 verschiedene Zustände.
Die Bedeutung der Farben erschließt sich aber nicht sofort, da die Anzeigen zusätzlich blinken (oder eben nicht) und langsam hell werden (oder eben nicht). Die zum Testzeitpunkt nur auf Englisch verfügbare Anleitung erläutert aber schnell das einfache Prinzip. Nette Spielerei: Per Gestensteuerung zeigt das Band die Uhrzeit an.

Die LG-Fitness-App

Wie viele andere Bänder auch verbindet sich das LG Lifeband touch per stromsparendem Bluetooth 4 LE mit dem Handy. Das schränkt die Zahl der kompatiblen Smartphones ein, denn Bluetooth 4 LE ist noch rar. iOS-Geräte funktionieren derzeit ab Version 6 und einige Android-Smartphones ab 4.3 mit dem Funkstandard. So ist das LG-Band erstaunlicherweise nicht mit etwa dem LG G2 mini zu verwenden.
Nach der Verbindung des Bandes via Bluetooth machst du in der kostenlosen LG-Fitness-App Angaben zu Größe und Gewicht, woraufhin sich dein täglicher Kalorienverbrauch errechnet. Der ist – anders als bei anderen Bändern – ausschlaggebend für dein Bewegungsziel. Das Lifeband zeigt als Ziel an, was du über den täglichen Grundumsatz hinaus verbrauchen solltest. Um beispielsweise 350 Kilokalorien (etwas irreführend angezeigt als Kal) pro Tag zusätzlich zu verbrennen, schlägt die App einen 39-minütigen Lauf vor. Jogger erhalten auf Wunsch eine Aufzeichnung des Weges (mit Kartendarstellung in der App).
In Verbindung mit Pulsgurten von Polar, LG, Zephyr und Wahoo erfasst die Fitness-App auch deine Herztätigkeit beim Sport. Der Clou: Besitzer des optionalen Ohrhörers „LG Heart Rate Earphone“ sparen sich einen Pulsgurt, denn der Ohrhörer misst den Puls und überträgt ihn zur App. Einen Veröffentlichungstermin des Hörers in Deutschland hat der Hersteller noch nicht bekanntgegeben.
30 Sportarten lassen sich manuell, aber recht detailliert erfassen. Die Daten landen dabei auf LG-Servern, was einen Wechsel des Handys oder eine Neuinstallation der App einfach und unkompliziert macht. So kannst du jederzeit auf die zuvor gesammelten Daten zurückgreifen. Diese Möglichkeit bieten längst nicht alle Fitness-Tracker. Beim Löschen deines LG-Fitness-Kontos löscht der südkoreanische Hersteller übrigens alle Daten.

Nicht sehr genau

Neben einem arttypischen Beschleunigungssensor hat das LG Lifeband touch noch einen Höhenmesser an Bord. Dieser ist seltsamerweise nicht auf die aktuelle Höhe justierbar, soll aber dem Hersteller zufolge für eine präzisere Erfassung der Bewegungsdaten sorgen. Der Test konnte das nicht bestätigen: Während unterschiedlich schneller Testläufe auf vermessenen Strecken lag das LG-Band genauso daneben wie andere Tracker. Bei einem Lauf über acht Kilometer etwa ermittelte das Band 8,8 Kilometer.

Galerie: Smarte Fitness-Gadgets

Mit Musik läuft’s leichter

Die meisten Menschen kommen flotter von der Stelle, wenn sie Musik hören. Daran dachte LG und stattete das Lifeband touch mit einer Funktion zur Steuerung der Musik-App deines Smartphones aus. Zumindest die Grundfunktionen wie Titel vor und zurück sowie laut und leiser stehen mit etwas Verzögerung über das Touch-Display zur Verfügung.
Praktisch: Kommt ein Anruf rein, schicken Android-Smartphones den Namen des Anrufers (oder die Telefonnummer) zum Band. Auch neue Nachrichten meldet das Display. Ein iPhone hingegen kann nur weitergeben, dass gerade jemand anruft – wer das ist und eingehende Nachrichten kann es nicht signalisieren. Ebenso wenig lassen sich mangels Mikrofon Anrufe über das Band tätigen.

Der Vergiss-das-Handy-nicht-Schutz

Wer sein Handy ab und zu verlegt, sollte die Bluetooth-Verbindung des Bandes aktiviert lassen. So verkürzt sich zwar die Betriebsdauer von fünf auf etwas enttäuschende zwei Tage, dafür meldet das Fitnessarmband aber per Vibrationsalarm, wenn es außer Reichweite des Smartphones gerät.

Fazit: LG Lifeband touch

Das LG Lifeband touch überzeugt durch praktische Funktionen wie der Musiksteuerung und der Anruf- und Nachrichtensignalisierung. Positiv ist, dass sich verschiedene Pulsgurte benutzen lassen. Nicht so gut: der kaum vorhandene Tragekomfort. Zudem sind Anzeigen auf dem dunklen AMOLED-Display draußen nur schwer zu sehen. Insgesamt erfasst das Band Bewegungen nicht genauer als andere, und die recht kleinteilige App ist etwas schwierig zu bedienen.
Michael Link

von

Jahrgang 1965, studierte in Aachen Elektrotechnik und Geologie, seit dem Jahr 2000 in Hamburg. Beschäftigt sich mit allem, was mit Funk und Navigation zu tun hat. Faible für Dinge, die so neu sind, dass sie keiner versteht.

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