Digital Chic

Freundschaftsbändchen waren gestern, Gemio kommt

Die Industrie tut sich mit Wearables schwer, wenn es um gutes Aussehen geht. Nicht selten wirken Smartwatches oder Fitness-Tracker eher klotzig-unbeholfen denn chic. Apple hat zwar mit der Apple Watch eine Lanze für schickes Design gepaart mit modernster Technik zu brechen versucht, doch günstig geht anders. Gemio macht sich nun dran, tragbarer Technik einen Schuss mehr an Coolness und vor allen Dingen soziale Elemente einzuhauchen.

Datum:
Gemio Friendship Wearable

Das Gemio Friendship Bracelet leuchtet auf, wenn Freunde in der Nähe sind.

Die Entwickler von Fitnesstrackern müssen einsame Nerds sein. Der Träger nutzt das Band, um seinen Puls, die Atemfrequenz, sein Schlafverhalten und seine Schrittanzahl zu messen. Jeden Tag geht er ins Büro, er kommt wieder nach Hause. Jeden Tag liest er schön brav seine Werte ab. Entweder via Smartphone-App oder direkt am Tracker, sollte der mit einer Anzeige daherkommen. Technik muss einsam machen, sollte man meinen. Ach ja, lobig-klotzig ist auch so ein Thema. Ginge es nicht schicker? Irgendwie sozialer? Mehr gemeinsam denn alleine?
Es geht tatsächlich anders. Das US-Startup Gemio macht sich drauf und dran, womöglich das erste, echte Mode-Tech-Unternehmen zu werden, die sowohl schicke, aber auch einfache und dennoch kreative Modetechnik ab Frühjahr 2016 auf den Markt bringen. Die Preise schwanken je nach Modell zwischen 70 bis 90 US-Dollar.

Das Gemio Friendship Bracelet

Tatsächlich hievt Gemio das altbekannte Freundschaftsbändchen in das 21. Jahrhundert. Es handelt sich zunächst um ein digitales Armband, das auf drei Ebenen individualisierbar ist. Zunächst einmal wählt man aus unterschiedlichen Grunddesigns.
Gemio Grunddesigns

Verschiedenartige Bändchen stehen zur Auswahl.

Zusätzlich kann man auswechselbare Clips bestellen, die der Kunden auf das Armband platziert, was auf dem obigen Bild gut zu erkennen ist.
Auf der dritten Ebene geht es um das Verhalten des Armbands. Das Verhalten? Im Armband sind hierzu 20 Lichtquellen und Sensoren verbaut, um die Clips in wechselnden Farben zu beleuchten. Wie sie leuchten und in welchen Mustern, kann der Träger mittels einer kostenloses Smartphone-App selbst bestimmen.
Gemio App

In der Gemio-App können Kunden ihre Bändchen individualisieren.

Der Clou ist, dass das Armband auf seine Umgebung und Bewegungen reagiert. Natürlich wummert das Farbenmuster im Musiktakt. Das ist zu erwarten gewesen. Doch es kann mehr. Die Käufer können für ihre Freunde bestimmte Leuchtmuster in der App anlegen. Sobald ein Freund auch mit einem Gemio-Bändchen in der Nähe ist, leuchten beide Bändchen auf. Innerhalb von Räumen beträgt die Erkennungsreichweite rund 15 Meter, außerhalb geht es hoch auf 30 Meter.
Was gehört dazu, wenn sich Freunde treffen? Richtig, sie begrüßen sich! Das Gemio-Band erkennt verschiedene Begrüßungsgesten wie das allseits beliebte High-Five oder gar eine geheime Geste, die man zusätzlich hinterlegen kann. Es wird sich entsprechend mitfreuen und aufleuchten.
Ein weitere Besonderheit ist die Farbenerkennung von Gemio. Hält man das Bändchen an ein blaues Shirt, wechselt es wie ein Chamäleon seine Farbe. Der eingebaute Farbsensor macht es möglich. Die Frage, welches Bändchen man passend zur Kleidung tragen soll, ist damit passè. Entweder überlässt man es dem Sensor oder man passt es selbst via App an.
Zu guter Letzt, Gemio kann reden! Freunde können sich mittels Lichtcodes Nachrichten senden, die sie ebenso über die Smartphone-App eingeben. Sobald das Freundschaftsbändchen die Nachricht empfangen hat, leuchtet es in dem vorgegebenen Lichtmuster auf.
Auf YouTube findet sich ein Werbevideo von Gemio, in dem das Freundschafsbändchen in Aktion zu sehen ist.

Fazit

Gemio zeigt auf sehr kreative Art und Weise auf, dass Technik nicht immer nur nützlich sein muss, sondern ruhig auch Spaß machen darf, schick aussehen kann und soziale Interaktionen unterstützt. Der Mensch ist schließlich ein soziales Wesen, keine Maschine. Der Preis ist auch gut gewählt. Nicht zu teuer, nicht zu günstig. Es wird mit Sicherheit in den USA zahlreiche junge Menschen begeistern, von Schülerinnen bis Studenten. Nicht unvorstellbar, dass es auch Erwachsenen gut gefallen wird. Auf der Webseite von Gemio sind alle Vorbereitungen getroffen worden, um die ersten Vorbestellungen anzunemen. Ob ein Versand nach Deutschland möglich sein wird? Abwarten.
Dieser Technikansatz ist auch wegweisend für die Wearable-Industrie, sollte Gemio wie eine Bombe einschlagen und es zu einem Trend werden. Technik muss sozialer und interaktiver werden. Technik muss schicker werden. Ganz besonders gilt das für den Bereich Fitness und Gesundheit. Fitnesstracker sollten den Spaß an gemeinsamen Aktivitäten fördern. Und nicht zu Selbstmessgeräten im Stillen Kämmerlein verkommen.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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