Elektro-Räder

Pedelec und eBike: Radeln mit eingebautem Rückenwind

Radfahren mit Elektromotor liegt voll im Trend. In Deutschland wurden 2013 bereits 410.000 Pedelecs und eBikes verkauft, Tendenz steigend. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen eBikes und Pedelecs?

Datum:
eBike on Tour

Sollen ein völlig neues Fahrgefühl bieten: eBikes und Pedelecs.

Derzeit sind laut Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) 1,6 Millionen Elektro-Fahrräder auf Deutschlands Straßen unterwegs, dazu zählen Pedelecs („Pedal Electric Cycle“), S-Pedelecs und eBikes. Alle haben eines gemeinsam: Sie erleichtern das Radfahren erheblich. Der Elektromotor bewältigt locker anstrengende Steigungen und fühlt sich an wie ein eingebauter Rückenwind. Die Pedelecs und eBikes haben ihren Ruf als Senioren-Räder längst abgelegt. Inzwischen sind auch Familien, Pendler und Sportler begeisterte Nutzer.

Pedelec vs. eBike vs. S-Pedelec

Im allgemeinen Sprachgebrauch verschwimmen die Begriffe eBike und Pedelec oft, dabei gibt es wichtige Unterschiede bei den Modellen. Die gängigste Form der Elektro-Räder ist ein Pedelec, auch Pedelec 25 genannt. Der Motor unterstützt immer dann, wenn man selbst in die Pedale tritt. Die Motorleistung liegt bei maximal 250 Watt, du kannst mit einem Pedelec bis zu 25 km/h schnell fahren. „Rechtlich ist das Pedelec 25 dem Fahrrad gleichgestellt, das bedeutet: Man braucht keinen Führerschein, darf auf dem Radweg fahren und kann selbst entscheiden, ob man einen Helm trägt“, so Stephanie Krone, Pressesprecherin des ADFCs. Gute Pedelecs gibt es ab 1.700 Euro.
Das S-Pedelec wird auch Pedelec 45 oder schnelles Pedelec genannt. Mit dem S-Pedelec kannst du bis zu 45 km/h schnell fahren, wenn du in die Pedale trittst – damit ist das S-Pedelec rechtlich kein Fahrrad mehr und du brauchst sogar ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis, eine Fahrerlaubnis der Klasse AM und musst einen Helm tragen. Das S-Pedelec darf nicht mehr auf Radwegen fahren, auch nicht, wenn diese für Mofas freigegeben sind. Durch die höhere Leistung ist auch der Preis höher – ein gutes S-Pedelec kostet 3.500 Euro und mehr.
eBikes dürfen auf Mofa-Wegen fahren. Der große Unterschied: Das eBike fährt auch, wenn du nicht trittst. eBikes sind also Elektro-Mofas und fahren mit einem Gashebel. Es besteht zwar keine Helmpflicht, aber: „Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und Mofa-Prüfbescheinigung sind notwendig“, betont Stephanie Krone vom ADFC. eBikes im engeren Sinne haben einen verschwindend geringen Marktanteil. Viele Händler nennen aber ihre Pedelecs und S-Pedelecs eBikes – einfach, weil es der gängigere Name ist. Die Kosten für eBikes und eMofas liegen bei 500 Euro bis 3.500 Euro.

Mit dem eBike ins Gelände?

Es gibt inzwischen auch zahlreiche geländegängige Pedelecs zu kaufen, die dank Federgabel oder Vollfederung auch im ruppigen Gelände bestehen. Fast jeder große Bike-Hersteller hat ein eMountainbike im Sortiment – ein klarer Beweis dafür, dass die Pedelecs und eBikes nicht nur Räder für alte Leute sind.
Die Reichweite der Elektro-Räder ist nicht nur für Offroad-Fahrer interessant. Generell kann man von 40 bis 140 Kilometern pro Akkuladung ausgehen. Natürlich gibt es unterschiedliche Akkus und es spielen viele Faktoren eine Rolle, beispielsweise Temperatur, Gewicht des Fahrers, Streckenprofil oder Bremsverhalten. Mit Gegenwind bei Minustemperaturen in hügeligem Gelände hast du eine viel geringere Reichweite als auf der ebenen Straße bei 20 Grad und Rückenwind.

Vorteile von Pedelec und eBike

Das Pedelec und seine schnelleren Verwandten ermöglichen es körperlich eingeschränkten oder weniger fitten Menschen, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen. Du bewältigst dank Elektromotor ohne Auto längere Strecken, ohne dich völlig zu verausgaben. Und klar ist: Bewegung tut gut, auch ohne den Puls an die Belastungsgrenze zu bringen. Der Weg zur Arbeit wird auf dem Rad ohne Schweißflecken zurückgelegt, lange Radtouren sind auf dem Pedelec deutlich genussvoller, Fahrten mit Fahrrad-Anhänger werden zum Kinderspiel. Die Parkplatzsuche erledigt sich von selbst und Pedelecs sind klima- und umweltfreundlicher als Autos. Laut Stiftung Warentest ist die Qualität der Elektro-Fahrräder messbar gestiegen, bei einem hochwertigen Rad ist also auch eine sichere Fahrt gewährleistet.

Nachteile von Pedelec und eBike

Ein „Drahtesel“ ohne Motor ist nach wie vor die gesündere und ökologisch bessere Variante. Wer kann, sollte also ohne Motor Rad fahren, um etwas für Fitness und Gesundheit zu tun. Pedelecs und eBikes sind zudem deutlich teurer als normale Fahrräder, um die 1.800 Euro sollte man für ein hochwertiges Elektro-Rad mindestens (!) einplanen. Auch das Gewicht ist für viele ein großes Manko, ein Pedelec wiegt im Schnitt etwa 25 Kilo. Statt Fahrradkeller sollte ein ebenerdiger Stellplatz vorhanden sein.
Ein weiterer Nachteil, zumindest am Anfang: Das Fahrgefühl ist bei einem Pedelec anders als bei einem Fahrrad. Der Elektro-Motor ist Gewohnheitssache. Der Schub beim Anfahren, die unvorhersehbaren Reaktionen in scharfen Kurven, all das kann am Anfang stark verunsichern. Kritische Situationen können mit Autofahrern und Fußgängern entstehen, die solch hohe Geschwindigkeiten bei Fahrrädern nicht gewohnt sind. Das gilt natürlich vor allem für S-Pedelecs und eBikes, die auf der Straße fahren müssen.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.