Ratgeber Elektoantrieb

eBike-Umbausatz: Elektroantrieb für Bastler

Radfahren mit Elektromotor ist im Trend – doch wer sich ein Pedelec oder eBike kaufen will, muss 1.800 Euro oder mehr investieren. Eine günstigere Alternative ist ein eBike-Umbausatz, der deinen Drahtesel in ein Elektrorad verwandelt.

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eBikes unterwegs

So weit der Akku reicht: Mit einem Elektro-Rad lässt es sich entspanntes radeln als auf einem herkömmlichen Drahtesel – per eBike-Umbausatz rüstest du auf.

Eines gleich vorweg: Auch ein eBike-Umbausatz ist kein Schnäppchen. Wenn du Angebote um 300 oder 400 Euro entdeckst, solltest du dich nicht täuschen lassen – hier fehlt meist der Akku, ohne den der Motor nicht läuft. Gerade beim Akku solltest du auf Qualität setzen. Ein hochwertiger Umbausatz kostet rund 1.000 Euro. Billiger als ein neues eBike oder Pedelec – aber immer noch eine stolze Summe.

Vor dem Umbau: der Fahrrad-Check

Einbauen und fertig? So einfach ist es leider nicht. Nicht jeder eBike-Umbausatz passt zu jedem Fahrrad. „Nur ein Hersteller kann seriös beurteilen, ob Rahmen und Gabel den zusätzlichen Belastungen durch einen Motor am Vorder- oder Hinterrad gewachsen sind“, rät Stephanie Krone, Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).
Bestell also nicht ruck, zuck im Internet, sondern nimm dir Zeit für einen Besuch beim Fachhändler! So findest du den passenden Umbausatz und ersparst dir eine Menge Frust. Als Faustregel gilt: Dein Fahrrad sollte in einem sehr guten Zustand und nicht älter als fünf Jahre sein, dann hast du gute Chancen, einen passenden Umbausatz zu finden.

Pedelec oder eBike?

Ebenso klar sollte sein, welche Art von Elektrorad du fahren willst. Die gängigen Pedelecs (Link zum Artikel „Pedelec und E-Bike“) haben bis zu 25 km/h drauf. Du kannst sie auf Radwegen und ohne Führerschein nutzen. S-Pedelecs (Link zum S-Pedelec Artikel) sind bis zu 45 km/h schnell, müssen auf der Straße fahren – und du brauchst dazu einen Führerschein. eBikes fahren sogar, wenn du nicht trittst und sind im Straßenverkehr mit einem Mofa vergleichbar.
Ein gängiger Umbausatz macht aus deinem Rad ein Pedelec – was auch sinnvoll ist, da sonst zu große Kräfte auf zu schwache Rahmen wirken könnten.
Bionx 2015 P250

Hersteller Bionx bietet mit dem D 250 DV einen eBike-Umbausatz an, der einen Li-Ion-Akku mit 11,6 Ah enthält. Die Reichweite einer Akkuladung soll 135 Kilometer betragen..

Motorvarianten beim eBike-Umbausatz

Grundsätzlich hast du bei Umbausätzen die Wahl zwischen einem Tretlager- und einem Nabenmotor. Der Tretlagermotor sitzt in der Mitte des Fahrrads. Der Nabenmotor lässt sich in der Vorder- oder Hinterachse verbauen. Dazu musst du das komplette Vorder- oder Hinterrad ausbauen und durch ein neues Rad mit Motor austauschen.
Einen passenden Umbausatz mit einem Tretlagermotor zu finden, ist schwierig. Die wenigsten Fahrräder sind dafür geeignet. Daher sind bei Umbausätzen Nabenmotoren die beliebteste Variante – diese sind auch deutlich einfacher zu montieren. Am einfachsten einzubauen ist der Vorderradantrieb.

Vor- und Nachteile der eBike-Motorvarianten

Nabenmotoren sind vergleichsweise wartungsarm. Während bei einem Mittelmotor die Antriebskette mehr belastet wird, tritt dieses Verschleißproblem beim Nabenmotor nicht auf. Weiterer Vorteil: Einige Modelle arbeiten beim Vorder- oder Hinterradantrieb mit Energierückgewinnung – das schont den Akku. Das ist beim Tretlagermotor nicht möglich. Bei einem Tretlagermotor musst du auch auf eine Rücktrittbremse verzichten, die gibt’s nur beim Vorderradantrieb mit Nabenmotor.
Ein klarer Vorteil des Tretlagermotors ist das Fahrgefühl. Da der Schwerpunkt des Rades mittig und tief liegt, wie auch bei einem normalen Fahrrad, fühlt sich das Fahren nicht viel anders als sonst an. Bei einem Vorder- oder Hinterradantrieb kannst du in Kurven oder auf unebenem Gelände schon mal ins Straucheln kommen. Zudem kann das Gefühl entstehen, „gezogen“ (Vorderradantrieb) oder „geschoben“ (Hinterradantrieb) zu werden.
Gängige Marken für einen eBike-Umbausatz sind beispielsweise Elfei, BionX, Powerbike, Ansmann und xGerman.

eBike-Umbausatz – ja oder nein?

Wenn du die hohen Kosten eines neuen Pedelecs scheust und mit einem Fachmann geklärt hast, dass sich dein Rad auch wirklich umrüsten lässt, kannst du zugreifen und aufrüsten. Du solltest allerdings ausgeprägtes handwerkliches Geschick mitbringen oder dem Umbau gleich einer erfahrenen Fahrradwerkstatt mit eBike-Know-how überlassen. Zudem solltest du bereit sein, mindestens 1000 Euro zu investieren. Ganz wichtig: Teste vorher in verschiedenen Probefahrten Naben- und Tretlagermotoren, um einen Fehlkauf zu vermeiden. Wir wünschen viel Spaß beim Basteln und Radeln!
Anna Brüning

von

Mit guter Musik auf den Ohren am Wasser entlang joggen – der perfekte Ausgleich zum Alltag. Ich liebe es, aktiv zu sein, gesund zu leben und, na klar, darüber zu schreiben.

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