Unverkabelt radeln

Smarter Fahrradhelm: Lazer Genesis Lifebeam im Test

Radfahren mit cleverer Kopfbedeckung: Der Sensor im Fahrradhelm Lazer Genesis Lifebeam soll den Pulsgurt ersparen. Ob das klappt und was das smarte Gadget sonst noch kann, hat eVivam getestet.

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Lazer Genesis Lifebeam

Der Pulssensor des Lazer Genesis Lifebeam sitzt im Stirnband des Helms und steht minimal hervor.

Der Fahrradhelm Lazer Genesis Lifebeam zeigt: Auch im Freizeit-Radsport haben längst High-Tech-Geräte Einzug gehalten. So trainieren Hobby-Zweiradfahrer heute weit professioneller als etwa der dreifache Radweltmeister Fausto Coppi in den 50er-Jahren. Dabei greifen sie auch auf massig Sensordaten zurück: Temperatur, Strecke und Tempo; Trittfrequenz und Trittleistung. Leistungssensoren an den Pedalen sind aber sündhaft teuer – deshalb ziehen manche es vor, stattdessen einfach den Puls zu messen.

Helm statt Gurt

Ein Pulsgurt ist aber nicht jedermanns Sache: Als Alternative bringt Lazer daher einen 250-Euro-Helm mit eingebautem Pulssensor, dessen Entwicklung der israelische Bio-Sensor-Pionier Lifebeam über die Online-Plattform Indiegogo finanzierte: Dort sammelte er 64.000 Euro ein. Das Prinzip der smarten Kopfbedeckung: Der Sensor im Kopfband misst die Veränderung der Hautfarbe beim Pulsieren des Blutes. Ein Funkmodul im Helm überträgt die Daten an Smartphone, GPS-Gerät oder Sportuhr – per Stromspar-Bluetooth LE oder über den verbreiteten Kurzstreckenfunk ANT+. Im Test klappte das sehr gut: Der Lazer Genesis Lifebeam arbeitete prima mit Sport-Apps auf Apple- und Android-Smartphones und mit GPS-Geräten wie dem Pantera von Falk und dem Edge 1000 von Garmin zusammen. Auch mit Sportuhren wie der Garmin Fenix 2 und der Suunto Ambit 3S sowie älteren Modellen funktionierte die Verbindung.

Kein Leichtgewicht

Nach dem Einschalten des Sensors blinkt die Helmrückseite blau. Die Pulswerte erschienen nach zehn Sekunden auf den gekoppelten Geräten. Super: Im Test stimmten sie mit den Werten überein, die ein EKG-Gerät maß. Der Akku im Helm hielt über 16 Stunden; das Aufladen per USB-Kabel dauerte knapp zwei Stunden. Den Helm mit 19 Belüftungsöffnungen gibt es in Größe M und L für Kopfgrößen von 55 bis 61 Zentimetern. Die L-Variante wiegt satte 355 Gramm. Beim Anpassen heißt es aber aufpassen: Sonst gibt es Druckstellen des Sensors auf der Stirn.

Fazit

Der Helm ermittelte die Pulsdaten korrekt und übertrug sie problemlos per Bluetooth sowie ANT+. 250 Euro sind allerdings kein Pappenstiel, daher sollten Interessenten den Helm vor dem Kauf gründlich Probe tragen.
Michael Link

von

Jahrgang 1965, studierte in Aachen Elektrotechnik und Geologie, seit dem Jahr 2000 in Hamburg. Beschäftigt sich mit allem, was mit Funk und Navigation zu tun hat. Faible für Dinge, die so neu sind, dass sie keiner versteht.

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