Mehr Spaß bei weniger Anstrengung

Das eBike Grace Easy im Praxis-Test

Der deutsche eBike-Hersteller Grace spricht mit seinen Modellen unterschiedliche Zielgruppen an: Das Citybike Grace Easy ist ein alltagstaugliches Zweirad für die Stadt. Ein Blick auf Besonderheiten, Stärken und Schwächen des Elektro-Fahrrads.

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Grace Easy

eBike im Test: Was leistet das Modell Grace Easy in der Praxis?

Der Hersteller Grace baut eBikes. Und seinen Kunden verspricht der Berliner Fahrradhersteller voller Selbstbewusstsein nicht weniger als „die coolsten eBikes der Welt“. Keine Kompromisse bei Design und Technologie – mit diesem Motto sind die beiden Firmengründer Michael Hecken und Karlheinz Nicolai angetreten. Doch werden ihre Räder dem hohen Anspruch gerecht? Wir haben uns eines ihrer Modelle näher angesehen.

Das eBike Grace Easy im Überblick

Die Berliner bieten in ihrer Grace-Modellreihe drei Varianten an: das Easy 1x10, das Easy Gates und das Easy Red Dot. Das 1x10 und das Gates gibt's wiederum unterschiedlich motorisiert, nämlich als normales eBike (bis 25 km/h) und als S-Pedelec (bis 41 km/h). Wir haben das Easy Gates mit dem schwächeren Motor getestet.
Das Grace Easy mit seinem 250-Watt-Motor ist ein klassisches Citybike für entspannte Touren auf Asphalt. Es ist mit 19 kg Gesamtgewicht etwas leichter als etwa die wuchtigen MX-Modelle von Grace. Es hat aber auch deutlich schmalere Reifen als die MX-Mountainbikes. Deshalb – und mangels Federung – kommt das Grace Easy abseits fester Straßen schnell an seine Grenzen. In der Spitze erreicht das Rad eine Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Das ist schnell genug, um in der Stadt flott voranzukommen. Aber auch langsam genug, um es ohne Führerschein, Nummernschild und Versicherung zu fahren.

Die erste Testfahrt

Los geht’s. Du schwingst dich auf den Sattel und drehst die ersten Runden um den Block. Der Radfahrer muss kaum strampeln. Es reicht, die Pedale des Grace-Bikes ganz leicht zu treten. Trotzdem geht es zügig voran. Das Citybike zeigt ein gutes Fahrverhalten. Ganz aufs Treten kann der Radler aber leider nicht verzichten. Ohne Krafteinsatz bewegt sich das eBike keinen Zentimeter von der Stelle.

Und wie funktioniert ein eBike?

Ein Elektromotor verstärkt jeden Pedaltritt. Mit jeder Umdrehung beschleunigt das Rad also deutlich schneller als ohne Motorhilfe. Die Elektronik prüft ständig, wie schnell der Fahrer strampelt – und gibt gegebenenfalls Extrakraft hinzu. Pfiffig: Das Bremssystem verzögert mithilfe des Motors und lädt dabei jedesmal den Akku. So können vorausschauende Fahrer noch ein paar zusätzliche Kilometer aus dem Akku rauskitzeln. Laut Herstellerangaben reicht der Akku für Strecken bis zu 60 Kilometer. Wenn du ständig mit Höchstgeschwindigkeit durch die Gegend rast, ist der Akku des eBikes aber deutlich schneller am Ende. Auch andere Faktoren beeinflussen die Akku-Reichweite, etwa das Gewicht des Fahrers, die Streckentopografie oder der Reifendruck.

Manko: Akkuleistung

Wenn der Radler nicht aufpasst, ist sein eBike-Akku also schnell platt – dann muss er richtig strampeln. eBikes sind nicht gerade leicht, obwohl die Grace-Räder einen Aluminiumrahmen haben. Der Fahrer muss eine Menge Gewicht bewegen. Da werden selbst kleine Steigungen schnell zur Qual. Ein Display am Lenker zeigt ständig den aktuellen Ladestand der Batterie und ihre verbleibende Reichweite an. Per Tastendruck regelst du die Leistung des Motors: Wer die Leistung hochfährt, schont zwar seine Muskeln, mindert aber wiederum die Reichweite. Das Wiederaufladen des Akkus dauert etwa drei Stunden.

Preise und Ausstattung

Das getestete Easy Gates hat statt einer Kette ein sogenanntes Zahnprofil und kostet laut Hersteller ab 2.999 Euro. Das günstigste Modell ist das Easy 1x10 (mit Kette, ab 2.799 Euro), das Topmodell Easy Red Dot gibt es ab 3.699 Euro. Alle Modelle haben einen Hinterradantrieb mit Nabenschaltung.

Fazit: Grace Easy

Die eBikes von Grace sind schick – und, ja, das Fahren mit ihnen macht süchtig. Zugegeben, die überschaubaren Akkulaufzeiten sind ein Problem. Aber es gibt immer mehr kostenlose Ladestationen. Und Ersatzakkus gibt es auch. Für die Stadt ist ein eBike perfekt. Nicht nur, um dem täglichen Stau auf den Straßen zu entgehen.
Ingolf Leschke

von

Jahrgang 1975; geboren in Frankfurt (Oder). Automatisierungs- und Computertechniker, Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWK Leipzig.

Michael Schmidt

von

Jahrgang 1976, geboren in Hamburg, Studium der Akustik und Tontechnik Middlesex University London

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