Das Internet der Dinge

Mobilock: Das Fahrradschloss übers Smartphone öffnen

Das Internet der Dinge ist der neue Hype, der uns verspricht, dass alle Geräte miteinander reden werden. Damit auch Radschlösser mit Smartphones. Mobilock will so ein Fahrradschloss sein.

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Mobilock: Fahrrad-Schloss über Smartphone öffnen

Das Mobilock wird am Rad angebracht und über das Smartphone bedient.

Es klingt zunächst sehr einfach: Fahrrad-Verleiher können auf eine günstige Lösung zurückgreifen, wenn sie das Mobilock des niederländischen Anbieters KPN verbauen. Der Vorteil ist: Es enthält GPS und macht das Fahrrad damit lokalisierbar. Zudem kann es jedermann, der dazu berechtigt ist, über eine Smartphone-App öffnen und wieder schließen. Im Grunde genommen kennen wir das Prinzip bereits von unseren City-Bikes, die viele Städte, aber auch die Bahn anbieten. Nur braucht man dort Automaten inkl. Chip-Karten oder ähnliche Leihansätze.
Das Unternehmen preist seine Lösung als die bessere an: Dank der – Achtung, Fremdwort – „Low Power Wide Area Network“-Technik kommt der Ansatz mit geringsten Datenraten, großen Reichweiten und einem extrem niedrigen Stromverbrauch aus. So sollen die Batterien über 10 Jahre halten, trotz GPS und der ganzen Senden-Empfangen-Arien (die natürlich ständig Energie ziehen). Das Problem bei dieser Technik, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen? Es handelt sich nicht um einen Standard, der bereits etabliert wäre. Es gibt in diesem Bereich noch nicht einmal einen globalen Standard so wie WLAN, Bluetooth oder GSM für Mobilfunknetze. Und ganz so unproblematisch ist das auch nicht, denn jede Technik kommt mit Nachteilen und Problemen daher. So auch LPWA-Netzwerke.

Das Internet der Dinge: Was bringt das?

Wir wollten euch diese Lösung trotz der technischen Probleme kurz vorstellen, da das Öffnen via App durchaus seinen Charme hat. Und wir werden in Zukunft immer mehr Systemen begegnen, die für sich auch werblich in Anspruch nehmen werden, „Internet der Dinge“-Technik eingebaut zu haben. Tatsächlich wird Mobilock als erstes Fahrradschloss für das Internet der Dinge ausgelobt. Welch ein Zufall aber auch. Hauptsächlich geht es um Sensoren, die in Produkten wie hier am Beispiel von Fahrrädern verbaut sind. Diese Sensoren müssen in Teilbereichen ihre Daten irgendwohin versenden und auch Daten empfangen. Das deklarierte Ziel ist immerhin, dass alle Dinge untereinander vernetzt sind und all diese Sensoren miteinander sprechen können. Im Idealfall störungsfrei, mit geringen Energieverbräuchen (um schlanke Batterien zu verbauen) und großen Reichweiten (um nicht alle X Meter teure Sendestationen aufzustellen).
Wozu das gut ist? Im Straßenverkehr kann es den Radler vor gefährlichen Verkehrssituationen schützen. „Achtung, da nähert sich mit erhöhter Geschwindigkeit ein Fahrzeug und kreuzt deinen Weg.“ Diese Meldung könnten Sensoren in den Straßenlaternen senden. Klingt komisch, ist aber ein absolut realistisches Szenario. Oder bei Regen und Dunkelheit? Wer sieht da schon Radfahrer? In diesem Falle senden im Rad verbaute Sensoren auffahrenden Autofahrern Warnsignale, mittiger zu fahren. Das sind Szenarien, die nur möglich sein werden, wenn sich die Dinge vernetzten. Daher auch Internet der Dinge genannt.
Noch ist das Zukunftsmusik! Für Radler. Autofahrer kommen schon jetzt in den Genuss. Erste Autofirmen lassen ihre PKW ortsbezogene Warnsignale an andere PKW senden, die sich in der Nähe befinden: „Vorsicht, hier ist Glatteis“, „Achtung, ich bin auf der Landstraße liegen geblieben, fahr langsamer“.
Schöne neue Welten.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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