Winziger Kamera-Würfel

Polaroid Cube: Mini-Action-Cam im Test

Ist die würfelige Polaroid Cube eine Konkurrenz für die GoPro? Zumindest in der Größe hat sie die Nase vorn. Ob das auch bei der Videoqualität klappt, verrät der Test.

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Polaroid Cube

Action-Cam-Winzling: Die Kantenlänge der Polaroid Cube beträgt nur 35 Millimeter.

Polaroid? Das sind doch die mit den Sofortbildkameras, oder? Richtig, aber mittlerweile gehört Polaroid der PLR IP Holdings und will auch den Action-Cam-Markt aufmischen. Neuestes Mitglied im Sortiment ist die kleine Polaroid Cube, die mit einer Kantenlänge von nur 35 Millimetern wirklich winzig ist. Ob sich GoPro, Sony & Co. nun aber fürchten müssen? eVivam hat sich die Würfel-Cam angeschaut.

Polaroid Cube: Ordentliche Laufzeit

In der Polaroid Cube steckt ein 6-Megapixel-Sensor, der Action-Videos in Full-HD-Auflösung aufzeichnet. Das Videomaterial landet auf microSD-Speicherkarten, die bis zu 32 Gigabyte groß sein dürfen. Das Objektiv erlaubt einen Blickwinkel von 124 Grad. Der Akku soll laut Herstellerangaben für circa 90 Minuten Videospaß reichen – übrigens auch unter der Wasseroberfläche, denn die Kamera ist bis zu 2 Meter wasserdicht. Im Test machte die Polaroid früher schlapp: 79 Minuten hielt der Akku durch.
Interessant: Der Boden der Cube ist magnetisch. So lässt sich die Action-Cam einfach an entsprechenden Untergründen befestigen. Zusammen mit der Action-Cam kommt aber auch weiteres Zubehör auf den Markt, das die Befestigung erleichtert – etwa für Helme, Fahrräder oder Stative.

Full-HD-Videos mit Artefakten

Polaroid Cube

Artefakte im Video: Die Polaroid Cube neigt zur Klötzchenbildung.

Eine der größten Herausforderungen für Action-Cams: Auch bei Bewegungen sollten die Videos frei von Artefakten sein, also keine Bildklötzchen oder glattgebügelte Flächen im Bild zeigen. Die Polaroid Cube zeigte leider deutliche Artefakte: Im vorbeiziehenden Asphalt etwa tanzten grobe Klötzchen, einzelne Steinchen wie bei guten Action-Cams waren nicht zu erkennen.
Zudem ist das Bild relativ zittrig und in der Höhe verzerrt. Straßenschilder wirken dadurch leicht eierig, Autos seltsam hochbeinig. Aber das Bild macht schlanke Hüften. Die Farben gibt die Cube zudem etwas kühl wieder. Damit ist sie insgesamt etwas schlechter als günstige Action-Cams etwa von Rollei und Medion aus der 150-Euro-Klasse. Für den von Polaroid aufgerufenen Preis geht das aber durchaus in Ordnung.

Einrichten und bedienen

Vor der ersten Aufnahme mit der Cube steht die Einrichtung, und die gestaltet Polaroid sehr einfach:
Polaroid Cube

USB-Anschluss, microSD-Slot und der Schiebeschalter für die Videoauflösung sowie das Programm für die Einstellungen.

Action-Cam per USB an den Computer anstöpseln und auf das Polaroid-Cube-Programm-Symbol klicken. Es öffnet sich ein Programmfenster im App-Stil, über das sich Einstellungen wie Lichtfrequenz (für Europa 50 Hertz einstellen), Zeitstempel oder Datum und Uhrzeit vornehmen lassen.
Die Bedienung der Kamera in der Praxis ist ebenfalls einfach gehalten. Einmal auf den Auslöser drücken – schon nimmt sie ein Foto auf. Zweimal drücken startet die Videoaufnahme. Um das Videoformat von 720p auf 1080p zu ändern, gibt es einen kleinen Schieberegler.

Fazit

Die Polaroid Cube ist eine extrem winzige und zudem günstige Action-Cam. Die Videoqualität hält aufgrund von Artefakten und einem in der Höhe etwas verzerrten Bild nicht mit den Platzhirschen mit, geht für den Preis aber in Ordnung. Für Style-Fans: Ein Hingucker ist die Cube auf jeden Fall. Erhältlich ist die Polaroid Cube für derzeit 99 Euro (Amazon, Stand: 27.5.2015)
Jan Becker

von

Jahrgang 1983; geboren in Castrop-Rauxel. Studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Begeistert sich für Technik und Sport.

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