Mini-Kamera

GoPro Hero4 Session: Test des Action-Cam-Würfels

GoPro bringt eine weitere Action-Cam auf den Markt: Die GoPro Hero4 Session ist kleiner und leichter als andere GoPros. Auch besser? eVivam macht den Test.

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GoPro Hero4 Session

GoPro gibt mit der neuen Action-Cam Hero4 Session richtig Gas. eVivam hat sie schon getestet.

Das ging schnell: Erst Anfang April reichte GoPro ein Patent für eine ganz kleine Action-Cam ein. Jetzt hat der Hersteller ernst gemacht und mit der Hero4 Session seine erste Action-Cam im Würfelformat vorgestellt. Die Markteinführung erfolgte wenige Tage später; eVivam hat den brandneuen Action-Würfel bereits im Test.

Ein Würfel, sie alle zu knechten

Eine echt Kampfansage liefert GoPro mit der Pressemitteilung zur neuen Hero4 Session: Sie soll 50 Prozent kleiner und 40 Prozent leichter sein als die Top-Modelle GoPro Hero4 Black und Silver. Das Fliegengewicht bringt schlappe 74 Gramm auf die Waage. Genaue Abmessungen nannte GoPro bei der Vorstellung nicht. eVivam hat Maß genommen und kommt auf 3,6x3,8x3,8 Zentimeter. Das Äußere erinnert stark an eine Polaroid Cube und eine Rollei Actioncam 500 Sunrise. Im Vergleich zu den großen Hero4 ist sie nur bis zu 10 statt 40 Meter Tiefe wasserdicht, dabei kommt sie aber als erstes Modell ohne zusätzliches Schutzgehäuse aus. Zur Befestigung steckt man die Session in eine Art Rahmen, der mit den Standard-GoPro-Halterungen kompatibel ist. Zusätzlich ist eine neue Kugelgelenkschnalle dabei, mit der sich die Action-Cam flexibler ausrichten lässt.

Kein 4K, dafür Full HD sehr gut

Screenshot aus einem Testvideo

Knackig und detailreich sind die Videos der GoPro Hero4 Session (Screenshot aus einem Testvideo).

Mit der Session steht dem Filmer für Aufnahmen keine 4K-Auflösung wie etwa beim Platzhirsch Hero4 Black zur Verfügung. Stattdessen filmt er maximal mit 1440p und 30 Bildern pro Sekunde oder wahlweise in Full HD (1080p) mit maximal 60 Bildern pro Sekunde und 720p mit bis zu 100 Bildern pro Sekunde. Im Test gefiel die Session mit sehr scharfen und detailreichen Videos, die fast an die der großen Action-Cam Hero4 Black heranreichen. Bei Dunkelheit wird sie jedoch abgehängt, bleibt aber noch auf dem Niveau der Hero4 Silver, wenn auch mit leichten Farbverfälschungen und fleckigem Bildrauschen. Die Datenrate liegt bei 25 MBit pro Sekunde (Hero: 15 MBit; Hero4 Black: 30 MBit). Die Akkulaufzeit lag im Test bei 115 Minuten. Der Haken: Der Akku der Session ist fest verbaut. Somit lässt er sich nicht einfach gegen einen voll aufgeladenen Akku tauschen.

Zwei Mikrofone an Bord

Zwei Mikrofone sollen laut GoPro den Ton verbessern: Eins sitzt vorne, eines hinten an der Kamera. Je nach Aufnahmesituation wählt die Kamera das Mikrofon mit den wenigsten Störgeräuschen. Im Test war der Ton etwas leise und dumpf aber besser als etwa bei der günstigen Hero. Die zeichnet aber Stereoton auf, während die Session nur Mono beherrscht. Die Bitrate beträgt 64 kBit pro Sekunde (Samplingrate 32 kHz). Ein großes Display wie die Silver oder die GoPro Hero+ LCD hat die Session nicht. Stattdessen gibt es nur eine sehr schmale Anzeige, die nur die aktuelle Aufnahmezeit sowie das Akku-Symbol gut erkennbar zeigt. Im Wechsel zeigt sie zusätzlich klein den Video-Modus, den Aufnahmewinkel (FOV) und die Restaufnahmezeit der Speicherkarte an. Einstellungen nimmt man deshalb am besten per App auf dem Smartphone vor. Das per WLAN gekoppelte Smartphone zeigt außerdem eine Motivvorschau.

Ein-Knopf-Bedienung

GoPro: App zur Steuerung

Die GoPro Hero4 Session bedient man am besten per App. Das Live-Bild zur Ausrichtung der Kamera zeigt sie ebenfalls an.

Auch an der Bedienung hat sich etwas geändert: GoPro setzt auf eine Ein-Knopf-Steuerung. Einmaliges Drücken schaltet die Kamera ein und startet automatisch die Videoaufnahme. Erneutes Drücken beendet die Aufnahme und schaltet die Kamera aus. Langes Drücken schaltet die Kamera ein und startet die Serienbild-Aufnahme. Eine kleine Taste an der Rückseite dient zur Verbindung per WLAN mit Smartphones und setzt während einer Aufnahme Highlight-Tags. Damit lassen sich markierte Szenen später schnell wiederfinden. Wie die großen Modelle kommt auch der Würfel mit Protune zur Feineinstellung der Belichtung. Per WLAN lässt sich die Kamera mit Smartphones koppeln.

Fazit

Die GoPro Hero4 Session zieht schon allein durch ihre kompakte Größe und solide Verarbeitung die Aufmerksamkeit auf sich. Bei Tageslicht gelingen ihr aber auch Full-HD-Videoaufnahmen in guter Qualität, die sie nur bei Dunkelheit nicht ganz beibehalten kann. Selbst schnelle Bewegungen sehen sehr scharf aus und die Kamera reagiert gut auf wechselnde Helligkeiten. Die Akkulaufzeit ist mit 115 Minuten ordentlich. Schade nur, dass sich der Akku nicht tauschen lässt. Die Bedienung der Action-Cam ist aber nur solange einfach, wie man nur Start und Stopp benötigt. Für Einstellungen muss man ein gekoppeltes Smartphone mit App bemühen.
Jan Becker

von

Jahrgang 1983; geboren in Castrop-Rauxel. Studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Begeistert sich für Technik und Sport.

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