GoPro-Konkurrenz

Sony HDR-AS100VR: Test der Action-Cam

Im Kampf um den Titel der besten Action-Cam geht die neue Sony HDR-AS100VR ins Rennen. Kann sie die Konkurrenz aus dem Hause GoPro vom Thron stoßen?

Datum:
Sony AS100VR

Immer im Blick: Die Fernbedienung der Sony HDR-AS100VR zeigt im Display das Sucherbild fast verzögerungsfrei.

Wie einsam es sich an der Spitze anfühlt, weiß die GoPro Hero 3+ Black Edition ziemlich gut. Mit ihrer überlegenen Bildqualität degradierte sie alle anderen Action-Cams zu Mitläufern. Aber jetzt schickt Sony einen neuen Herausforderer an den Start. Ist die Sony HDR-AS100VR der neue Superheld für Actionfilmer?

Sony HDR-AS100VR: Bildqualität

In heller Umgebung liefert die Sony scharfe und rauscharme Videos mit natürlichen Farben. Der knackige Bildeindruck ändert sich auch dann nicht, wenn’s mit Renn- oder Motorrad mit flottem Tempo vom Schatten in die pralle Sonne geht. Die Schärfe bleibt gleichmäßig hoch, selbst in sehr hellen Bildbereichen wie dem Himmel stören im Gegensatz zur GoPro Hero 3+ Black Edition kaum Überstrahlen und Farbsäume. Insgesamt wirkt das Sony-Bild harmonischer.
Aber wie die kleine Sony AS30V kämpft die AS100VR mit einem Problem, das GoPro deutlich besser im Griff hat: Der Bildstabilisator kompensiert Erschütterungen oder Vibrationen nur schwach – das Bild zittert, je nach Vibrationsart mal mehr, mal weniger störend.
Für den Praxis-Test haben unsere Tester beide Action-Cams auf einen Rennrad- und einen Motorradlenker montiert. Während das Bild der GoPro recht ruhig blieb, waberten die Sony-Videos bereits bei leichten Bodenunebenheiten. Doch sobald die Sony vom vibrierenden Fahrzeug entkoppelt und am Helm oder am Handgelenk befestigt wurde, filmte sie deutlich ruhigere Videos.
Das ergibt eine klare Empfehlung: Biker befestigen die AS100VR besser auf dem Helm oder greifen zur GoPro Hero 3+ Black Edition. Bei anderen Sportarten, beispielsweise auf dem Wasser, sind die Erschütterungen sehr viel schwächer, das Bild blieb dementsprechend ruhiger.
Neben den typischen HD-Auflösungen bis 1920x1080 Bildpunkte mit 50 (PAL) oder 60 (NTSC) Bildern pro Sekunde bietet die Sony auch noch einen Modus mit rund doppelter Datenrate (50 Megabit pro Sekunde) bei Full HD. Damit lieferte sie vor allem bei schnellen Bewegungen noch etwas schärfere Videos.

Bedienung

Auch wenn das Menü im Mini-Display der Sony nicht überladen ist, gibt es selbst nach einer längeren Eingewöhnungsphase immer wieder Rätsel auf. Es ist unübersichtlich gestaltet, Texte zeigt es nur in Fremdsprachen und obendrein abgekürzt. Der eine oder andere Blick in die sehr gute, ausführliche Bedienungsanleitung bleibt da nicht erspart.
Zur Navigation gibt’s zwei winzige, versenkte und obendrein schwammige Knöpfe. Spaß macht die Einstellarbeit so nicht, aber immerhin funktionieren die wichtigsten Bedienschritte blind: Ein Druck auf die Taste an der Seite schaltet die Sony an, ein Druck auf den Aufnahmeknopf startet die Aufzeichnung.

Extras

Viel Lob verdient dagegen die WLAN-Fernbedienung, die der Standardversion AS100V fehlt: Sie bietet Zugriff auf wichtige Einstellungen sowie den Auslöser und trumpft mit einem Sucherbild im Display auf. So können Actionhelden gut sehen, was sie gerade filmen. Allerdings ist der Einschalter etwas klein geraten und mit Handschuhen nicht zu bedienen.
Wie die GoPro lässt sich die Sony auch per App steuern, in der sie auch das Videobild anzeigt. Das mitgelieferte Unterwassergehäuse hält bis fünf Meter Tiefe dicht und eignet sich damit sogar für Schnorchler. Auf Wunsch zeichnet die Sony den GPS-Track zum Video auf – auch da muss die GoPro passen.

Test-Fazit Sony HDR-AS100VR

Es gibt eine neue Nummer eins, wenn auch mit denkbar knappem Vorsprung vor dem Seriensieger von GoPro. Die Videos der Sony AS100VR sind zwar bei harter Action etwas unruhig, dafür ist das Bild bei Tages- und auch bei Dämmerlicht dem der GoPro überlegen. Die Fernbedienung mit Sucher-Monitor am Handgelenk ist klasse. Die Sony HDR-AS100VR kannst du zum derzeitigen Preis von rund 330 Euro erwerben (Amazon, Stand: 1.6.2015).

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.