Neue Konkurrenz für GoPro

Panasonic HX-A500: Action-Cam mit 4K-Aufnahme im Test

Die Action-Cam Panasonic HX-A500 verspricht ultrascharfe Filme in 4K-Auflösung. Reicht das, um die Bestenliste der Mini-Videokameras zu erobern? Der Test zeigt es.

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Panasonic Action-Cam mit 4k-Aufnahme

Ungewöhnliche Bauform: Das Objektiv der Panasonic HX-A500 ist vom Aufnahmegerät abgesetzt und mit einem fest verbauten Kabel verbunden. Das Farbdisplay hilft bei der Ausrichtung des Objektivs.

Die Knie sind weich, die Hände feucht, durch den Körper schießt Adrenalin – in solchen Situationen fühlen sich Actionfans pudelwohl. Doch egal, ob beim Fallschirmspringen oder beim Erklimmen der Felsplattform Preikestolen in Norwegen: Noch schöner ist’s, wenn man den Nervenkitzel in Film und Ton festhält – und die Taten dann gespannten Bekannten gemütlich zu Hause vom Sofa aus vorführen kann. Dafür gibt’s die Action-Cam Panasonic HX-A500: Die zeichnet die gewagten Aussichten gestochen scharf in 4K auf – auch den Blick aus 604 Metern Höhe über die Felskante.

Panasonic HX-A500: Scharfe Bilder, schlapper Ton

Die Panasonic filmt also in vierfacher Full-HD-Auflösung – und die Aufnahmen sehen richtig gut aus! Bei ausreichend Umgebungslicht waren die Testvideos bis auf geringes Bildrauschen fehlerfrei. Sowohl im Labor- als auch im Sichttest überflügelte die A500 sogar einen der aktuellen Action-Cam-Platzhirsche, die Sony HDR-AS100VR.
Zu einer tollen Action-Cam gehört aber auch ein guter Ton. Und hier enttäuschte die Panasonic: Der Klang ist matt, sehr dumpf und bietet wenig Volumen – schade!

Display kontra Akkuleistung

So gut das Bild, so einfach ist das Filmen: Das Display des Aufnahmegeräts zeigt das Livebild der Kamera und macht das Ausrichten damit zum Kinderspiel. Allerdings braucht der Monitor ordentlich Saft: Im Labor hielt der Akku gerade einmal 86 Minuten durch. Die Konkurrenz ohne Farbdisplay schafft dagegen deutlich über 100 Minuten.

Galerie: Panasonic HX-A500: 4K-Action-Cam

Ich-Perspektive ist Kopfsache

Wer auf steilen Klippen herumturnt, sollte besser beide Hände frei haben – aber mit der Panasonic HX-A500 ist das kein Problem: Per mitgeliefertem Gestell lässt sie sich am Kopf anbringen. So sitzt sie etwa auf Augenhöhe des Trägers und filmt dann alles, was er sieht. Da die Halterung drückte, verschwand sie aber rasch wieder im Rucksack, und der Tester brachte die Kamera kurzerhand am Schultergurt an.
Die per Kabel verbundene Aufnahmeeinheit kommt in eine Tasche, die sich der Actionfilmer um den Arm schnallt. Die verrutschte nicht und war angenehm zu tragen. Dank Aussparungen sind Display und Tasten einfach zu erreichen. Das Starten und Stoppen der Aufnahme klappte beim Laufen problemlos; Piepssignale bestätigen die Auswahl.

Klebe-Techniken

Wenn’s mal regnet oder der Outdoor-Fan ins Wasser plumpst, kann er trotzdem weiterfilmen: Die HX-A500 ist bis drei Meter wasserdicht. Mithilfe verschiedener Halterungen lässt sich die Kamera auch am Surfbrett oder Motorrad befestigen.
Fürs fest verkabelte Aufnahmegerät gibt’s aber nur eine Tasche, die der Nutzer per Klettverschluss am Lenker oder (etwas unsicher) auf glatten Flächen, etwa einer Motorhaube, per Klett-Klebestreifen anbringen kann. Ist die HX-A500 dann nicht mehr per Hand zu erreichen, schickt sie das Videobild via WLAN aufs Handy. So kann startet die Aufnahme bequem per Tipp aus der Ferne.

Vor- und Nachteil der 4K-Auflösung

4K-Videos sind extrem speicherhungrig: Auf eine 64-Gigabyte-Speicherkarte passen nur knapp zwei Stunden Film; in Full-HD-Auflösung sind es deutlich über fünf Stunden. Trotzdem lohnt es sich, das hochaufgelöste Format zu nutzen – selbst wenn noch kein 4K-fähiger Fernseher im Wohnzimmer steht. Denn bei der Bearbeitung der Videos am Computer lässt sich der Ausschnitt nachträglich so problemlos verkleinern oder der Horizont gerade ausrichten – für Full HD reicht’s dann trotzdem immer noch.

Fazit

Die HX-A500 liefert die beste Videoqualität aller bisher getesteten Action-Cams. Wenn Panasonic noch den Ton verbessert, die Akku-Power erhöht und GPS einbaut, reicht es locker für Platz eins der Bestenliste. Preislich liegt die Panasonic HX-A500 derzeit bei rund 350 Euro (Amazon, Stand: 1.6.2015).
Jan Becker

von

Jahrgang 1983; geboren in Castrop-Rauxel. Studierte Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Begeistert sich für Technik und Sport.

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