Sport trotz Allergie

Allergie und Sport: 9 praktische Tipps bei Heuschnupfen

Allergie und Sport schließen sich keineswegs aus. Wenn Sie einige Tipps bei Heuschnupfen beherzigen, sind sogar sportliche Höchstleistungen möglich. Die besten Tipps bei Pollenallergie

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Frau joggt im Wald

Allergie und Sport sind kein Widerspruch – selbst Joggen ist bei Heuschnupfen möglich

Wer eine Allergie wie Heuschnupfen hat, darf keinen Sport treiben? Dieser Ratschlag gilt heute als veraltet. Denn eine Allergie und Bewegung schließen sich nicht aus. Sport gilt grundsätzlich als sehr gesund: Körperliche Aktivität bringt das Herz und den Kreislauf in Schwung, verbessert die Atmung und Kondition und stärkt die Knochen, Muskeln und Gelenke. Auch die Psyche profitiert: Sport hebt die Stimmung, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl. Früher empfahlen Mediziner Allergikern, sich zu schonen. Heute ist gezieltes Training bei Kindern und Erwachsenen mit einer Allergie und vor allem Asthma sogar ein gutes therapeutisches Mittel. Laufen Sie aber nicht auf eigene Faust los, sondern besprechen Sie sich zuerst mit Ihrem Arzt, welche Sportart und Dosis für Sie sinnvoll ist. Ihre persönlichen Vorlieben entscheiden mit! Denn nicht jeder liebt Joggen, Schwimmen oder das Fitnessstudio. Um Sport ohne Beschwerden zu treiben, lassen Sie Ihre Allergie ausreichend behandeln und halten Sie Ihre Therapie gut ein. Denn beim Sport kommen Sie außer Puste und atmen tief ein, und damit auch umher fliegende Pollen.

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1. Pollenflug beachten

Menschen mit Heuschnupfen bekommen Symptome wie rote, juckende Augen, Fließschnupfen, heftiges Niesen und eine verstopfte Nase, welche die Atmung behindert. Auch sind Atemnot und Husten möglich, wenn Sie sich zu viel anstrengen. Stimmen Sie Ihre sportlichen Aktivitäten am besten mit dem Wetter und dem jeweiligen Pollenflug ab. Das gilt vor allem, wenn Sie draußen joggen, wandern oder Rad fahren. Aktuelle Daten liefert der Deutsche Wetterdienst DWD.

2. Ab in die Halle

Kurven zu viele Pollen in der Luft umher oder verspüren Sie an einem Tag starke Beschwerden, setzen Sie am besten einige Tage mit dem Sport aus. Bei massiver Pollenbelastung trainieren Sie alternativ im Fitnessstudio auf einem Rad oder mit Hanteln. Ansonsten steigen Sie auf eine Indoor-Sportart um, zum Beispiel Yoga, Gymnastik, Kampfsport, Tanzen, Tischtennis oder eine Ballsportart, zum Beispiel Squash.

3. Sport am Wasser

Wenn Sie das Schwimmen lieben, gehen Sie in ein pollenarmes Schwimmbad oder plantschen Sie in einem See. Auch Wassersportarten wie Surfen oder Segeln sind gute Alternativen, wenn viele Pollen im Anmarsch sind. Am Wasser ist die Pollenkonzentration in der Luft grundsätzlich geringer.

4. Aufwärmen vor dem Training

Legen Sie beim Joggen, Walking oder Radfahren nicht gleich mit vollem Tempo los, sondern lassen Sie es langsam angehen. Wärmen Sie sich etwa 15 Minuten auf und steigern Sie die Belastung dann langsam. So gewöhnen sich der Kreislauf und die Atmung schrittweise an die körperliche Betätigung und verhindern das Risiko von Luft- und Atemnot aufgrund verengter Atemwege. Grundsätzlich sind Sportarten geeignet, bei denen sich Ruhepausen und Belastung abwechseln. Wenn Sie joggen, gehen Sie zwischendurch immer wieder einige Schritte langsamer.

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5. Richtige Sportkleidung tragen

Der Sport selbst und warme Temperaturen bringen Sie richtig ins Schwitzen. Tragen Sie deshalb atmungsaktive Sportkleidung, damit sich die Hitze und der Schweiß nicht stauen. Eine Sportbrille schützt die Augen vor den lästigen Pollen. Beim Joggen, Radfahren oder Nordic Walking suchen Sie besser den Schatten auf. Achten Sie beim Kauf der Sportkleidung auf gut verträgliche Materialien und waschen Sie diese, bevor Sie T-Shirt und Hose das erste Mal tragen.

6. Sport zur richtigen Tageszeit

Achten Sie auf die Wetterlage an Ihrem Wohnort. Trainieren Sie zum Beispiel, wenn es geregnet hat und die Luft von Pollen weitgehend sauber gewaschen ist. Auch morgens ist die Pollenkonzentration niedriger als zur Mittagszeit oder abends, wenn sich die Hitze und die Pollen in der Luft stauen – zu diesen Tageszeiten bleiben Sie zu Hause.

7. Am richtigen Ort sporteln

Beim Sport im Freien sind Wälder und Naturgebiete besser als trockene Regionen. Am besten trainieren Sie in einem Nadelwald, weil dort viel weniger Pollen unterwegs sind als in der Nähe von Wiesen, Laubwäldern oder Äckern. Dort stehen oft viele Gräser, Getreidesorten, Bäume, Kräuter und Sträucher.

8. Weg von Abgasen!

Treiben Sie Sport nicht in der Nähe von Industriegebieten und Straßen, auf denen reger Autoverkehr herrscht. Denn die Belastung mit Schadstoffen aus den Abgasen ist oft enorm. Außerdem sind Pollen in der Nähe von Großstädten und Ballungsgebieten mit hohen Ozon- und Schadstoffwerten häufig besonders aggressiv und setzen Ihnen noch stärker zu als sonst. Bei hoher Ozonbelastung weichen Sie auf eine Indoor-Sportart aus.

9. Hilfe bei kühlen Temperaturen

Mittlerweile fliegen Pollen von Gräsern oder Frühblühern wie Hasel sogar noch oder schon in der kalten Jahreszeit. Bei Minusgraden verzichten Sie auf sportliche Höchstleistungen. Tragen Sie Funktionskleidung, die sich für kühle Temperaturen eignet, und ein Tuch vor dem Mund, um die Atemluft vorzuwärmen. Laufen Sie nach dem Training langsam aus und kühlen Sie sich vor dem Duschen gut ab. Unmittelbar nach dem Sport verzichten Sie auf kalte Speisen und Getränke.

Heuschnupfen-Mittel

Ingrid Müller

von

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