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7 Ernährungsmythen, die du endlich vergessen musst

Wir alle fallen allzu leicht auf Ernährungsmythen rein, für die es keine wissenschaftliche Basis gibt. Einige davon halten sich besonders hartnäckig ...

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Ernährungsmythen

Ernährungsmythen sind oft auch ein Werbemittel, z.B. für Superfood.

Wenn wir mehr Geld für etwas ausgeben, wollen wir glauben, dass es auch besser ist als ein herkömmliches Produkt. Das stimmt jedoch leider nicht immer. Auch bei Lebensmitteln bemühen wir uns täglich, das „richtige” zu essen und „falsches” zu vermeiden. Vieles ist hier jedoch längst nicht bewiesen. Immer wieder tauchen Ernährungsmythen auf, die unser Essverhalten prägen – und das vollkommen umsonst. Denn nicht alles, was an vermeintlichen Trends und neuen Erkenntnissen auftaucht, hält auch, was es verspricht. Insbesondere diese sieben Ernährungsmythen solltest du jedoch ganz schnell über Bord schmeißen.

Galerie: 10 Fallen wie gesundes Essen ganz schön ungesund wird

Ernährungsmythos #1: Superfood ist immer teuer und exotisch

Superfood ist in aller Münder. Goji-Beeren, Chia-Samen & Co. tragen sicherlich zu einem abwechslungsreichen und gesunden Speiseplan bei. Doch „gesünder” als heimische Lebensmittel sind die Exoten nicht. Und: Sie sind wesentlich teurer. Viele vergessen beim Superfood-Trend, dass auch ganz alltägliche Lebensmittel im Grunde Superfood sind, so z.B. Spinat, Pilze, Blaubeeren und Linsen. In ihnen stecken jede Menge Antioxidantien und Ballaststoffe. Müsst ihr jetzt komplett auf exotisches Superfood verzichten? Nein. Achtet auf einen möglichst vielfältigen Speiseplan. Ansonsten gilt: Was schmeckt, darf mit in den Einkaufskorb.

Ernährungsmythos #2: Bei einer Diät musst du auf Kohlenhydrate verzichten

Immer wieder begegnet man Menschen, die Kohlenhydrate meiden wie der Teufel das Weihwasser. Böse ... ganz böse sollen Kohlenhydrate für uns sein und jeden Diätversuch sabotieren. Das stimmt jedoch nur bedingt. Ja, Kohlenhydrate bestehen im Grunde vor allem aus einem: Zucker. Doch Kohlenhydrate sind auch ein wichtiger Energielieferant für Muskeln und Organe. Problematisch wird es nur, wenn wir zu viele Kohlenhydrate zu uns nehmen. Dann landet die Energie nicht in Speichern der Muskeln und Leber, sondern wird als Reserve als Körperfett eingelagert. Ein gewisses Maß an Kohlenhydrate ist also keineswegs schädlich und kann sogar bei Diäten helfen. Dann nämlich, wenn wir komplexe Kohlenhydrate zu uns nehmen, also z.B. in Form von Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten. Komplexe Kohlyndrate werden langsamer aufgespalten, machten also länger satt und resultieren später nicht in Heißhungerattacken. Zudem senken diese Art der „guten” Kohlenhydrate das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Natürlich kann man während einer Diät kurzfristig auf Kohlenhydrate verzichten, doch schlussendlich kommt es auf die Energiemenge (Kalorien) pro Tag an. Heißt also: Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht. Verbrennt sie lieber mit Sport und damit auch die Fettdepots.
Ernährungsmythos Zucker

Zucker kommt in vielen verschiedenen Varianten daher – richtig gesund ist keiner davon.

Ernährungsmythos #3: Natürlicher Zucker ist gesunder Zucker

Auch eigentlich gesunde Produkte können furchtbar ungesund sein. Dann nämlich, wenn sie voller Zucker sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob es hierbei um industriell verarbeiteten Zucker handelt, natürlichen Zuckerersatz wie z.B. Honig oder Agavensirup oder schlicht Fruchtzucker. Gerade letzter hat einen so guten Ruf, dass er gerne auch für Werbung herhalten darf. Was viele vergessen: Auch Fruchtzucker ist und bleibt Zucker. Wer ihn regelmäßig und in rauen Mengen konsumiert, z.B. mit Bio-Fruchtschnitten, hat ganz schnell ein sichtbares Problem und das heißt Hüftspeck. Auf euren Zuckerkonsum solltet ihr ganzheitlich achten. Das einzige, was einen Fruchtzucker in der Banane besser macht als industriellen Zucker im Erdbeerjoghurt, sind die restlichen Inhaltsstoffe.

Ernährungsmythos #4: Schlank zu sein, heißt gesund zu sein

Selbstverständlich gibt es Krankheiten deren Risiko durch Übergewicht steigt. Doch die pauschale Vermutung, dass ein schlanker Mensch immer gesünder ist als ein dicker, ist falsch. Auch schlanke Menschen sind ganz große Könner in puncto Ernährungsfehler. Sie nehmen vielleicht weniger Kalorien zu sich, decken aber ihren Kalorienbedarf vielleicht mit zuckriger Cola oder ähnlich ungesunden Lebensmitteln. Daher können Menschen mit Übergewicht, die sich insgesamt ausgewogen ernähren und fit halten, gesünder sein, als schlanke Menschen, die den ganzen Tag sitzen und ihre Figur vor allem genetischen Veranlagungen wie einem beschleunigtem Stoffwechsel verdanken.
Ernährungsmythos Fett

Fett benötigen wir z.B. damit wir gewisse Vitamine im Körper aufnehmen können. Hierfür eignen sich Olivenöl oder Lebensmittel, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind.

Ernährungsmythos #5: Fett in Lebensmitteln ist böse

Fett wollen wir nicht – weder am Körper, noch in unseren Lebensmitteln. Dabei gibt es auch wichtige und gesunde Fette, die wir bewusst zu uns nehmen sollten. Richtig ist: Fett hat mehr Kalorien als Eiweiß oder Kohlenhydrate. Ungesättigte Fettsäuren sind jedoch richtig gut für uns. Sie unterstützen den Körper, spezielle Vitamine zu verwerten, haben einen positiven Effekt auf Herz-Kreislauf, wirken entzündungshemmend und kontrollieren den Cholesterinspiegel. Ungesättigte Fettsäuren findet ihr meist in pflanzlichen Lebensmitteln, z.B. Avocados, Nüssen und Oliven, sowie Fischen (Omega-3-Fettsäure in Lachs, Makrelen, Heringen).

Ernährungsmythos #6: Gute Diäten funktionieren für jeden

Wer abnehmen möchte, sucht meist nach der „ultimativen” Diät, die auf jeden Fall schnell und unkompliziert ganz viele Pfunde purzeln lässt. Doch selbst, wenn eine spezielle Diät einer Freundin geholfen hat, heißt das nicht automatisch, dass sie bei uns selbst ebenso gut anschlägt. Viele Diäten bestehen aus Verzicht, zielen auf schnellen, kurzfristigen Erfolg ab. Das kann gar nicht bei jedem funktionieren. Dafür sind wir viel zu unterschiedlich gestrickt und müssen täglich zu unterschiedliche Alltagsanforderungen erfüllen. Wer im ersten Schritt nicht auf eine Ernährungsumstellung setzen möchte, sondern sich bewusst für eine Diät entscheidet, sollte vorab einen Diäten-Vergleich machen und sich fragen: Welche Diät passt wirklich am besten zu mir und meinem Alltag? Was muss die Diät können? Was kann ich leisten? Dann klappt es auch mit der Diät.

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Ernährungsmythos #7: Für eine ausgewogene Ernährung musst du Fleisch essen

Es kann doch gar nicht gesund sein, komplett auf Fleisch zu verzichten – schließlich sind wir Fleischesser. Das oder Ähnliches bekommen Vegetarier und Veganer immer wieder zu hören. Fleisch enthält viele gesunde Nährstoffe: Eiweiß, Eisen, B-Vitamine. Doch all das können Vegetarier und Veganer auch aus anderen Lebensmitteln beziehen. So sind z.B. Bohnen und Linsen eine gute Proteinquelle. Shiitake-Pilze oder Seetang liefern Vitamin B12. Pflanzliches Eisen wird schwerer vom Körper aufgenommen und kann durch bestimmte Lebensmittelkombinationen gehemmt werden. Daher müssten Vegetarier und Veganer genau auf ihren Eisenspiegel achten und notfalls zu speziellen Eisenprodukten greifen. Ob dies jedoch ungesünder ist, als der Verzehr von Fleisch, darüber wird reichlich diskutiert. Grundsätzlich lässt sich nicht sagen, dass Fleisch Bestandteil unserer Ernährung sein muss.
Willst du noch mehr über Ernährungsmythen erfahren? Dann checke auf #beatyesterday: 12 Ernährungsmythen, die du kennen solltest.

Buch: „100 Ernährungsmythen”