Personalisierte Lieblingsstücke

So designst du deine Markenklamotten selbst

Du kannst heute schon vielen Produkten deine persönliche Note aufdrücken lassen. eVivam hat für dich bei Adidas nachgefragt und bei anderen Marken nachgeschaut. Persönliche Schuh-Noten stehen in diesem Beitrag im Fokus.

Datum:
Konsument=Kunde+Creator

Heute bist du Co-Designer, indem du deine Wunsch-Produkte mit persönlicher Note gestaltest.

Bekleidung wird zunehmend persönlich. Die Speedfactory – die Adidas-Pilotfabrik auf dem Gelände des Industrieunternehmens und strategischen Partners Oechsler im fränkischen Ansbach – ist eine Art Future-Lab: für Schuh-Produktion, die einerseits zurück zu den Wurzeln Made in Germany führt. Andererseits legt Adidas damit vielleicht den Grundstein für die Zukunft des Produktionskonzeptes personalisierter Massenproduktion: individuell und just in time. Übersetzt: Du gestaltest deinen Schuh vor Ort und nimmst ihn direkt oder nach wenigen Tagen mit. Das ist Zukunftsmusik. Bislang dauert es etwa 3 Monate ab Bestellung, bis ein frisch von dir personalisierter und in Asien produzierter Turnschuh in Deutschland ankommt. Vor Ort in Ansbach gibt es auch noch keinen Verkaufsraum. Die Pilotphase ist nach rund sechs Monaten abgeschlossen. 500 Schuhe sind dort nach Unternehmensangaben zu Testzwecken produziert worden.

Persönliche Note für die Füße

Die Ergebnisse müsssen gestimmt haben, denn im Mai gab das Unternehmen bekannt, dass 2017 eine neue Speedfactory mit 4.600 Quadratmetern an anderer Stelle in Ansbach in die Serienproduktion startet. Ein WELT-Kollege, der die Fabrik besucht hat, schreibt, dass in der Pilotfabrik sechs Maschinen zusammen arbeiten, um die Schuhe zu produzieren: eine Strick-Liesel* stellt den Stoff für die Oberflächen her, eine Laser-Liesel schneidet ihn zu. Andere Maschinen spritzen Sohlen aus Kunststoffteilen und setzen sie zusammen. Ein Roboterwagen verbindet die Maschinen. Künftig sollen auch Sohlen aus dem 3D-Drucker möglich sein. Die werden dann nicht mehr verklebt, sondern erhitzt und verschweißt. Das muss dann eine Schweiß-Liesel übernehmen. Bislang beudetet Personalisierung ja das Einbringen persönlicher Gesaltungselemente wie Spitznamen, Farben und Fotos. Durch das neue Produktionsverfahren könnten auch Funktionselemente wie die Passform eine persönlichere Fußnote geben.
Adidas Speedfactory

Die Speedfactory startet im kommenden Jahr in die Serienproduktion: mit größerer Produktionshalle, auch made in Ansbach.

Wie du an die Produkte aus der Speedfactory kommst, ist noch nicht klar. Klar ist, dass es ein funktionaler Schuh mit Potenzial sein wird: Und weil die Running-Sparte die am schnellsten wachsende ist, wird es ein Laufschuh sein. Den stellt Adidas noch in diesem Jahr vor; Preise auch. „Viele unserer Konsumenten möchten sich von der Masse abheben und ihren Schuhen und ihrer Kleidung eine ganz persönliche Note geben – und das so positiv und ästhetisch wie möglich“, schreibt Adidas-Pressesprecherin Katja Schreiber auf Nachfrage. Bei Adidas heißen die Kunden schon Creators. „Sie leben heute in einer sich stets verändernden Welt. Dies prägt ihr Verhalten und auch ihre Erwartungen. Sie wollen Neuartiges und das sofort – ohne Kompromisse“, ergänzt sie. Ab 2017 sollen mittel- bis langfristig 500.000 Produkte made in Ansbach hergestellt werden.
So kannst du Sneaker, Sport- und Laufschuhe heute personalisieren:

Galerie: So kannst du dich mit Schuhen verwirklichen

* Der Begriff Strick-Liesel ist der Autorin beim Schreiben in den Sinn gekommen. Strick-Lieseln sind eigentlich Helferlein für Menschen, die gern stricken. Stricken und Handarbeit, zu der auch das Schuhmacherhandwerk zählt, kann dauern. Dann wird es auch gut. Sie will auch in einer Welt voll auf Speed Werkzeuge und Maschinen als Unterstützer und nicht als Ersetzer begreifen.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.