Was ist das überhaupt?

Digi-Sexualität: Müssen wir da mitmachen?

Sind wir bereit für Digi-Sexualität? Experten sagen, es sind alle Weichen gestellt. Smartphone, Video-Streaming und Gadgets ebnen den Weg.

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Digi-Sexualität ist da

Noch ist Digi-Sexualität die Ausnahme. Doch das könnte sich bald ändern.

Gerade erst haben wir gelernt, was Pan-Sexualität ist – Sexualität ohne Vorauswahl von Geschlechtsidentität –, da erklären kanadische Wissenschaftler die Ära der Digi-Sexualität. Wer nun in Richtung Roboter-Sex denkt, liegt nicht ganz falsch. Doch Digi-Sexualität geht noch viel weiter und könnte zum echten Beziehungskiller werden.

Was ist Digi-Sexualität?

Cyber-Sex. Sexting. Porn-Hub. Immer mehr Menschen leben ihre Sexualität auch digital aus. Smartphone, Streaming-Dienste und Gadgets machen Sex und Erotik immer technischer. Durch TV-Serien wie „Westworld” oder „Humans” werden Sexbots ein Teil unseres Alltags. Virtueller Sex ist längst kein Schmuddelphänomen mehr. Real Dolls, verblüffend echt wirkende, lebensgroße Puppen, werden immer populärer. Inzwischen können sie sprechen und fühlen sich sogar warm an. Wer eine 3D- oder VR-Brille hat, kann damit mittlerweile allerhand Unzüchtiges anstellen. Digitale Rollenspiele und Chats vertreiben die Langeweile im Schlafzimmer. „Viele Menschen werden ihre Erfahrungen mit diesen Technologien als integralen Bestandteil ihrer Sexualität empfinden”, sagt Neil McArthur von der University of Manitoba im Fachblatt „Journal of Sexual and Relationship Therapie”.

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Warum Digi-Sexualität nicht aufzuhalten ist

McArthur hat keinen Zweifel daran, dass auch Sexbots kommen. Diese werden sexuelle Wünsche erfüllen, die ein menschlicher Partner nicht erfüllen will oder kann, so der Experte. Noch stecken Sex-Roboter jedoch in den Kinderschuhen. Dennoch reagieren sie dank Sensorentechnik bereits auf Berührungen. Im April heiratete ein chinesischer Ingenieur für künstliche Intelligenz bereits einen Roboter, den er sich selbst baute, nachdem der 31-Jährige keine Ehefrau fand. Doch es muss nicht bis in dieses Extrem gehen. Die Möglichkeiten Sexualität digital zu erleben, werden immer ausgefeilter und vielfältiger. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die ersten Fans gar nicht mehr darauf verzichten wollen und sich zur Digi-Sexualität bekennen. Beziehungsfreundlich ist das jedoch nicht, meint der Experte. Während Digi-Sexualität sehr auf persönliche Bedürfnisse eingeht, könnte sie Beziehungen schaden. Scheidung und Schulden sind mögliche negative Konsequenzen von Digi-Sexualität. Beziehungen sind bei Digi-Sexualität jedoch auch nicht zwangsweise nötig ...

Real Doll