Schluss mit Photoshop!

Dieser Fotograf rechnet auf Instagram mit Klischees ab

Fotograf Peter Devito steht auf Instagram für mehr Realität ein und räumt mit seinen Bildern mit Stigmata auf.

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Peter Devito auf Instagram

Peter Devito befasst sich auf Instagram mit Stigmata.

Instagram ist voller schöner Bilder, die wir uns nur allzu gerne anschauen. Vor allem diejenigen, die makellose Bilder von sich und ihrem Leben posten, sind unsere Inspirationsquelle. Klar. Wär hätte schon Probleme mit einem so perfekten Leben, wie es uns Instagram in allen Variationen zeigt? Doch im Grunde wissen wir, dass die Welt von Instagram nur eine Scheinwelt ist. Normal sind die perfekten Selfies nicht, die ohne Filter oder Photoshop-Retusche nie online gegangen wären. Interessanterweise formiert sich aber gerade auf Instagram auch die Gegenbewegung: für ein positiveres Selbstimage. Nun macht ein New Yorker Fotograf mit einem besonderen Projekt von sich reden.

Was ist wirklich normal?

Peter Devito ist Fotograf und Illustrator und lebt in New York. Auf Instagram zeigt er seine Arbeiten und Projekte. Und genau eines dieser Projekte kämpft gegen den Schönheitswahn, dem sich der Fotograf selbst auch ausgesetzt sieht. Peter leidet unter starker Akne und ist es gewohnt seine eigenen Fotos mit Photoshop zu retuschieren. Denn wer Akne hat, zeigt diese auf Bildern nicht gerne her. Es ist nicht nur ein öffentliches Stigma. Es ist auch ein persönliches, worunter das Selbstbewusstsein extrem leidet. Menschen mit Akne sehen wir selten auf Bildern. Das wollte Peter ändern mit einem Portrait-Projekt, bei dem er bewusst darauf aufmerksam macht, das wir Akne als „normal” anerkennen und sie nicht hinter Retusche verstecken sollten. Anstatt Photoshop nutzt Peter temporäre aufgeklebte Schriftzüge, um die vermeintlichen Schönheitsmakel zu markieren. Die lassen sich anders als die Wirklichkeit „abwaschen”.

Instagram für mehr Body Positivity

Peter Devito geht es allerdings nicht nur um seine eigene Unsicherheit. Er befasst sich allgemein mit Vorurteilen und Klischees. Zu dick? Zu dünn? Zu männlich? Asiaten sehen alle gleich aus. Muslime sind alle Terroristen. Und Afroamerikaner haben alle Waffen. Diese Vorurteile, die es „abzuwaschen” gilt, setzt er für Magazine bildgewaltig um und liegt damit auch auf Instagram voll im Trend. Ob #HipDips oder #effyourbeautystandards – immer mehr Menschen schließen sich der Body-Positive-Bewegung an, rechnen mit Vorurteilen ab und zeigen, was sich hinter Klischees wirklich verbirgt. Und immer öfter entscheiden sich Instagramer bewusst gegen Photoshop und für ein realistisches Bild ihres Alltags. UNSERES Alltags. Und das ist auch gut so ...

Polaroid Digitale Instant Snap

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.