Moderner kochen

Der DietSensor erkennt Ihr Essen

Auf der Consumer Electronics Show, einer der größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik, wurden in diesem Jahr auch einige Gadgets für die Küche vorgestellt. Darunter der DietSensor, ein Nahrungsmittelsensor, der uns bei einer gesunden Ernährung unterstützen soll.

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DietSensor

Der DietSensor soll die Zusammensetzung unzähliger Nahrungsmittel erkennen. Doch braucht man das wirklich?

Das Smartphone hat mit seinen unzähligen Möglichkeiten der Nutzung längst Einzug in unsere Küche gehalten. Das Kochen hat sich mithilfe von Apps grundlegend verändert. Auch einfache Küchengeräte sollen heute nicht mehr nur zubereiten können, sondern möglichst auch noch Aufschluss über Inhaltsstoffe, richtige Mengenangaben und Geschmack geben können. Auf der CES in Las Vegas wurde jetzt ein Gerät vorgestellt, mit dem sich Nahrungsmittel spielend leicht analysieren lassen.

Nahrungsmittelsensor – Spielerei oder Revolution?

Auf den ersten Blick sieht der Nahrungsmittelsensor, der auf den vielversprechenden Namen DietSensor hört, wie ein Stück Science-Fiction aus. Doch das, was das Gerät am Ende kann, ist gar nicht so visionär, wie es einem der Hersteller verkaufen möchte. Basierend auf einer zigtausend Nahrungsmittel umfassenden Datenbank kann der Sensor jedes noch so exotische Obst, Gemüse, Brot und so weiter direkt einordnen. Es liefert genaue Nährwerttabellen, die einzelnen Bestandteile, Kalorien und Energiegehalt. Übertragen auf die Mengenangabe, die der Nutzer ins Gerät eingibt, kann der Sensor erkennen, wie gesund die zu analysierende Nahrung für den Konsumenten ist. Ein Stück Schokolade lässt das Gerät durchgehen, bei einer ganzen Tafel schlägt es Alarm. Für ernährungsbewusste Konsumenten sind das keine neuen Erkenntnisse. Wer hingegen (noch) keine Erfahrung mit einer ausgewogenen Ernährung hat, für den kann der DietSensor in der Anfangsphase tatsächlich eine Hilfe sein.
DietSensor

Dem Hersteller zufolge funktioniert der DietSensor im Zusammenhang mit einer Lebensmitteltabelle, die die Nährwertangaben von rund 600.000 Nahrungsmitteln beinhaltet.

Wie funktioniert der Nahrungsmittelsensor?

Das Gerät nutzt einen molekularen Infrarotsensor, der mithilfe einer Spektroskopie die chemische Zusammensetzung von Speisen und Getränken erkennt. Dazu zerlegt der Sensor die Nahrungsmittel in seine chemischen Einzelteile, um deren Moleküle zu analysieren. Jedes Molekül interagiert anders mit dem Licht des Sensors. Es entsteht eine einzigartige, optische Signatur, die das Gerät erstellt. Diese Signatur leitet der DietSensor via Bluetooth an die Firmendatenbank der Smartphone-App weiter, in der rund 600.000 verschiedene Speisen und Getränke gespeichert sind. Die optischen Signaturen werden hier zunächst mit der Datenbank selbst verglichen, um die Werte für das richtige Nahrungsmittel zu finden. Anschließend werden die Werte der Speise mit den individuellen Angaben des Nutzers abgeglichen. Auf dieser Basis erstellt das Gerät nun eine Empfehlung, ob das gescannte Nahrungsmittel guten Gewissens verzehrt werden kann, oder ob es der Gesundheit des Nutzers zuträglich wäre, die Menge zu ändern oder möglicherweise auf ein anderes zurückzugreifen. Die Datenbank wird regelmäßig ergänzt, um ein möglichst großes Spektrum an Nahrungsmitteln abgleichen zu können.

Nahrungsmittelsensor: Das sagt der Hersteller

Die Erfinder des DietSensors, das Ehepaar Astrid und Rémy Bonnasse, entwickelten das Gerät im Zuge der Diabetes-Typ-I-Erkrankung der gemeinsamen Tochter. Weltweit leiden über 38 Millionen Menschen an der Krankheit, die täglich auf den Anteil der Kohlenhydrate in ihrem Essen achten und ebenso täglich ihren Insulinspiegel messen müssen. Motiviert durch den Ehrgeiz, das Leben ihrer Tochter und aller anderen betroffenen Patienten wieder ein Stück lebenswerter zu machen, erfanden die beiden den DietSensor. Aufgrund seiner handlichen Größe und der umfangreichen Informationen, die der Sensor zu vielen Nahrungsmitteln liefern kann, eignet sich das Gerät gerade für Diabetes- und Diät-Patienten sehr gut. 2016 wurden Astrid und Rémy Bonnasse für ihre Erfindung mit dem „Best of Innovation Award“ ausgezeichnet.

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