Gut drauf ohne Gluten

Zöliakie: Tipps für den genussvollen Alltag ohne Gluten

Vieles ist für Zöliakie-Patienten tabu. Mit diesen Tipps schlemmen Sie wie ein Gourmet – und Sie verzichten trotz Glutenunverträglichkeit auf fast nichts.

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Eine lebenslangen glutenfreien Kost ist bei Zöliakie Pflicht.

Fühlen Sie sich häufig schlapp, leiden unter Blähungen oder haben Schmerzen in den Knochen? Dahinter steckt vielleicht eine Glutenunverträglichkeit. Für Menschen, die an Zöliakie leiden, bedeutet das: Glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste sowie alle Lebensmittel, die daraus hergestellt werden, sind tabu. Denn nur eine streng glutenfreie Ernährung kann die Symptome mildern oder beseitigen. Die Diagnose schlägt vielen Betroffen zunächst gründlich auf den Magen – ein freudloses Schicksal ohne Genuss ist damit aber nicht verbunden. Trotz Glutenunverträglichkeit können Sie Ihren Urlaub genießen, entspannt ein Restaurant besuchen oder auf der nächsten Party feiern. Mit wenigen Tricks und etwas Vorbereitung. Zum Beispiel indem Sie eine Liste mit allen Lebensmitteln parat haben, die Gluten enthalten.

Glutenunverträglichkeit: Symptome

Die Symptome der Zöliakie sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Dazu zählen etwa Blähungen, Durchfall, Knochenschmerzen oder Müdigkeit. Verantwortlich für eine Glutenunverträglichkeit ist ein chronisch entzündeter Dünndarm. Dessen Schleimhaut reagiert auf das eigentlich harmlose Gluten mit einer heftigen, selbstzerstörerischen Abwehr. Tipp für den Arztbesuch: Notieren Sie, wann Sie unter Beschwerden leiden und was Sie zuvor gegessen haben.

Wie erkenne ich glutenfreie Lebensmittel?

Lassen Sie sich Zeit und studieren Sie beim Einkaufen die Etiketten. In der Zutatenliste finden Sie glutenhaltige Getreide und Zusatzstoffe. Den Titel „glutenfrei“ gibt es allerdings nur unter sehr strengen Auflagen – für Lebensmittel mit maximal 20 Milligramm (ml) Gluten pro Kilogramm. Der Warnhinweis "Kann Spuren von Gluten enthalten" bedeutet nicht immer, dass glutenhaltige Rohstoffe im Spiel sind. Viele Hersteller möchten sich damit lediglich absichern. Tipp für Zöliakie-Patienten: Setzen Sie für einen bedenkenlosen Verzehr auf das Symbol mit der durchgestrichenen Getreideähre. Für Online-Bestellungen, etwa für glutenfreies Mehl, bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) eine Übersicht der Anbieter glutenfreier Lebensmittel.

Zöliakie: Vorsicht verstecktes Gluten

Leider versteckt sich Gluten nicht nur in Lebensmitteln. Vorsicht ist auch bei Medikamenten, Kosmetika und Pflegeprodukten geboten. So enthalten viele Lippenstifte, Zahncremes und Mundspülungen Gluten, das unbeabsichtigt in den Verdauungstrakt gelangen kann. Leider gibt es im Gegensatz zu Lebensmitteln kein Siegel für Pflegeprodukte. Halten Sie deshalb Ausschau nach lateinischen Begriffen wie Triticum (Weizen), Hordeum (Gerste) oder Avena (Hafer). Gehen Sie auch bei der Einnahme von Medikamenten auf Nummer sicher. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Arzneimittel Gluten enthalten könnte, und achten Sie auf das angekreuzte Rezept-Feld “nec-aut-idem“. So erhalten Sie in der Apotheke exakt das verschriebene, glutenfreie Medikament.

Glutenunverträglichkeit: Wie muss ich meinen Haushalt umstellen?


Bei Zöliakie ist penible Hygiene das A und O. Besonders, wenn daheim auch nichtbetroffene Familienmitglieder glutenhaltig essen. Achten Sie deshalb auf eine sorgfältige Trennung glutenfreier Produkte– zum Beispiel mit roten Klebepunkten. Am besten lagern Sie glutenfreie Lebensmittel in einem eigenen Schrank. Damit Messer und Arbeitsflächen garantiert sauber sind, haben Sie in der Küche Vorfahrt: Bereiten Sie glutenfreie Speisen möglichst zuerst zu.

Glutenfrei reisen 


Sommer, Sonne, Urlaub – mit einer glutenfreien Reiseplanung erleben Sie die schönste Jahreszeit entspannt und unbeschwert. Nehmen Sie zum Beispiel mit dem Hotel Kontakt auf und fragen Sie, ob vor Ort glutenfreie Speisen angeboten, zubereitet oder gekauft werden können. Packen Sie zur Sicherheit eigene Lebensmittel ein. Tipp: Ein ärztliches Attest hilft bei der Einfuhr glutenfreier Produkte außerhalb Europas. Viele Online-Plattformen wie zum Beispiel GlutenfreeRoads bieten Tipps und Vorschläge rund um glutenfreies Reisen, Essen und Einkaufen. Praktisch für unterwegs ist auch eine App fürs Smartphone. 


Leckere Alternative: Glutenfreies Getreide


Weizen, Roggen oder Gerste sind tabu? Kein Grund zur Traurigkeit. Denn viele Getreidesorten sind schon von Natur aus glutenfrei. Genießen Sie also einfach energiereiches Superfood wie Reis, Hirse, Quinoa oder Buchweizen. Auch auf das heißgeliebte Frühstück müssen Sie nicht verzichten. Viele Bäckereien bieten glutenfreies Brot oder glutenfreien Kuchen an. Und falls für Sie der Duft von Frischgebackenem zum Wochenende dazugehört: Mit schmackhaften Zutaten-Alternativen backen Sie sich frische Brötchen und glutenfreies Brot einfach selbst.
In unserem evivam-Artikel "Glutenunverträglichkeit: Was steckt dahinter" finden Sie weitere Informationen.

Bücher zum Thema Zöliakie

Britta Peperkorn

von

Erklären ist meine Leidenschaft. Kompliziertes einfach darstellen – am liebsten zu Themen, die mich selbst interessieren: Gesundheit und Fitness.