Schürf- und Schnittverletzungen

Ratgeber: Kleine Wunden richtig versorgen

Hingefallen, geschnitten, abgerutscht – immer wieder kommen kleine Wunden im Alltag vor. Mit ein paar Hilfsmitteln aus der Hausapotheke sind solche Wunden schnell versorgt.

Datum:
Wunden

Kleinere Schürf- oder Schnitt-Wunden können mit der Hausapotheke behandelt werden.

Gerade bei Kindern kommt es schnell vor, dass sie hinfallen und sich dabei Schürf- oder Schnittwunden zuziehen. Auch Erwachsene verletzen sich bei kleineren Missgeschicken: Beim Kochen geschnitten, ein Sturz beim Joggen, eine Unachtsamkeit beim Rasieren, ans heiße Bügeleisen gekommen – schnell ist die Haut aufgeschürft, verbrannt oder eingeschnitten. Die gute Nachricht: Oft ist der Schreck schlimmer als der langfristige Schmerz. Und viele Alltags-Wunden können ohne ärztliche Hilfe versorgt werden.

Alltags-Wunde Nummer 1: Die Schnittwunde

In der Küche kommt es wohl am häufigsten vor. Beim Schnibbeln abgerutscht, schon landet das Messer auf dem Daumen oder einem der Finger. Autsch! Auch beim Rasieren, an scharfen Kunststoffkanten oder sogar an Papier schneidet man sich schnell. Diese Wunden haben meistens glatte Ränder und bluten stark. Die Blutung hat einen Vorteil: Schmutz und Bakterien werden automatisch ausgespült. Wenn die Wunde sehr tief ist oder weit auseinanderklafft, solltest du zum Arzt gehen. Dieser muss prüfen, ob Sehnen oder Nerven verletzt wurden und ob er die Wunde nähen oder klammern muss. Wenn es aber ein harmloser Schnitt ist, der an der Oberfläche bleibt, kannst du die Wunde selbst behandeln. Zuerst stoppst du die Blutung, indem du eine sterile Kompresse auf die Wunde drückst. Wenn du dich an einem schmutzigen Gegenstand, beispielsweise einer Scherbe im Sand, geschnitten hast, desinfiziere die Wunde, beispielsweise mit der , die auch Kinder akzeptieren, da sie nicht brennt. Anschließend versorge die Wunde mit einem Pflaster.
Wenn du das betroffene Körperteil nicht mehr richtig bewegen kannst, Gefühlsstörungen hast oder die Blutung auch nach Stunden einfach nicht aufhört, musst du zum Arzt. Dann könnten Sehnen oder Nerven verletzt sein, vielleicht muss die Wunde auch genäht werden. Extrem große und tiefe Schnittwunden sollten immer vom Arzt überprüft werden.

Schmerzhaft, aber meist harmlos: Schürfwunden

Wunden

Stark verschmutzte Schürfwunden, die mit etwas Wasser nicht sauber werden, sollten vom Arzt behandelt werden - hier ist die Infektionsgefahr zu groß.

Als Kind haben wir es fast alle erlebt: Mit dem Fahrrad hinfallen und mit den nackten Knien auf dem Asphalt entlang schlittern. Aua! Das tut richtig weh. Trotzdem sind diese Schürfwunden meistens nur oberflächlich und somit zwar sehr schmerzhaft, aber meistens harmlos. Bei der Schürfwunde wird meist die oberste Hautschicht, die Epidermis, verletzt. Darunter liegen die Lederhaut, die Dermis, und die Unterhaut, die Subcutis. Bei einer normalen Schürfwunde bleiben diese beiden weitestgehend unverletzt. In der obersten Schicht der Lederhaut befinden sich einige Nervenenden und Blutgefäße, die bei einer Schürfwunde freigelegt werden. Deshalb bluten auch Schürfwunden leicht; wegen der freiliegenden Nervenenden tun sie so weh.
In Wunden wie diese können schnell Keime eindringen. Deshalb ist es bei Schürfwunden besonders wichtig, diese ordentlich zu säubern: Reinige die Wunde mit klarem Trinkwasser/Leitungswasser, und desinfiziere sie mit einem milden Desinfektionsmittel. Am besten heilen Schürfwunden, wenn du sie an der Luft heilen lässt. Falls Kleidung daran reibt, sollte die Wunde besser verschlossen werden. Da bei normalen Pflastern die Gefahr besteht, dass diese mit der Wunde verkleben und beim Entfernen die neuen Hautzellen abreißen, verwende Gel-Pflaster. Diese nehmen die Feuchtigkeit der Wunden auf, polstern die Wunde ab und schützen sie vor Keimen, ohne dabei zu verkleben.
Du solltest mit einer Schürfwunde zum Arzt, wenn die Wunde extrem verschmutzt, sehr tief und blutig oder sehr groß ist. Auch Fremdkörper, die tief in der Wunde stecken, sollte ein Fachmann entfernen.

Heiß, heißer, Verbrennungen

Kurz ans Bügeleisen gekommen, auf die heiße Herdplatte gefasst oder mit dem kochenden Wasser auf die Hand gekleckert - Verbrennungen tun richtig weh. Je nach Grad und Großflächigkeit sind Verbrennungs-Wunden schnell verheilt, können aber sogar lebensgefährlich werden.
Harmlos sind Verbrennungen ersten Grades, die nur die obersten Hautschichten betreffen. Sie röten sich, schmerzen, sonst passiert aber nicht viel. Etwas langwieriger wird es bei Verbrennungen zweiten Grades - hier bilden sich die typischen Brandblasen. Bei Verbrennungen dritten Grades ist der Schmerz fast gar nicht vorhanden, da die Nervenenden ebenfalls verbrannt sind. Dennoch sind diese Verbrennungen am gefährlichsten und müssen unbedingt vom Arzt behandelt werden.
Verbrennungen ersten und zweiten Grades kannst du meist zu Hause behandeln. Erste Maßnahme: kühlen. Unter kühlem, fließendem Leitungswasser fließt die Hitze am besten ab. Halte die verbrannte Stelle so lange unter kaltes Wasser, bis der Schmerz abklingt, das kann bis zu 30 Minuten dauern. Achtung: Benutze kein Eiswasser, sonst drohen Erfrierungen! Danach die Brandwunden mit sterilen Tüchern abdecken und verbinden. So schützt du die Wunde vor eindringenden Keimen. Achtung: Salben, Öle, Puder, Mehl oder ähnliche Hausmittel erhöhen die Infektionsgefahr! Öffne auch keine Brandblasen, sie sind ein natürlicher Schutz gegen eindringende Bakterien.
Wenn Schock-Symptome wie Schweißausbrüche, Übelkeit, Schwindel, Blässe, Herzrasen oder sogar eine Ohnmacht auftreten, solltest du sofort einen Notarzt rufen. Bleiben schwere, großflächige Verbrennungen unbehandelt, führen diese Wunden zum Herz-Kreislauf-Versagen und zum Herzstillstand.
Anna Brüning

von

Mit guter Musik auf den Ohren am Wasser entlang joggen – der perfekte Ausgleich zum Alltag. Ich liebe es, aktiv zu sein, gesund zu leben und, na klar, darüber zu schreiben.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.