Gute Laune in der dunklen Jahreszeit

Gib der Winterdepression keine Chance!

Ständig müde? Heißhunger auf Süßes? Auf nichts so richtig Lust? Das könnte der Beginn einer Winterdepression sein. eVivam verrät, was dahintersteckt und was du dagegen tun kannst.

Datum:
Winterdepression

Kalt, dunkel, grau - das schlägt manchen Menschen auf's Gemüt.

Dunkel. Grau. Regen. Von November bis Februar sind die Tage kurz, düster und kalt. Nicht gerade der Inbegriff der guten Laune! Während die einen den Winter mit Glühwein, Plätzchen und dicken Jacken genießen, fällt manch anderer in eine saisonale Depression.

Winterdepression: Symptome

Wie äußert sich so eine Winterdepression eigentlich und was unterscheidet sie von einer „normalen“, saisonunabhängigen Depression? Typische Symptome für eine Winterdepression sind Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Heißhunger auf kohlenhydratreiches Essen und daraus resultierend eine Gewichtszunahme. Für eine nicht-saisonalen Depression hingegen sind Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafstörungen typisch. Die Winterdepression klingt typischerweise im Frühling wieder ab – die nicht-saisonale Depression ist unabhängig von Jahreszeiten, da hilft kein Sonnenlicht. Frauen leiden viermal häufiger als Männer unter einer Winterdepression. Mit dem Alter wird es schlimmer; meist treten die Beschwerden zum ersten Mal in den Zwanzigern auf und werden dann mit den Jahren stärker.

Wie entsteht eine Winterdepression?

Winterdepression

Schneematsch, grauer Himmel, kalt - da möchte man am liebsten zu Hause bleiben. Doch Bewegung an der frischen Luft bei Tageslicht in das beste Antidepressivum.

Nicht umsonst wird der Winter auch „die dunkle Jahreszeit“ genannt. Wenn es dunkel wird, schüttet der Körper das Hormon Melatonin aus. Dieses steuert den Tag-Nacht-Rhythmus. Soll heißen: Mehr Melatonin, mehr Müdigkeit. Und da es zeitweise gar nicht richtig hell wird, ist der Körper mit dem Schlafhormon überschwemmt. Serotonin hingegen, auch als „Glückshormon“ bekannt, wird in viel geringeren Mengen gebildet. Da Melatonin aus Serotonin entsteht, senkt das den Serotoninspiegel noch weiter. Deshalb auch der Heißhunger: Beim Verzehr vieler Süßigkeiten steigt der Serotoninspiegel.

Winterdepression behandeln

Es gibt einige einfache Tricks, wie du eine (beginnende) Winterdepression selbst behandeln kannst.
  1. Licht
    Am wichtigsten ist es, den Lichtmangel auszugleichen. Wie das geht? Rausgehen, auch wenn es schwer fällt! Ein grauer Himmel ist immer noch viel heller als es die Lichtquellen in der Wohnung oder im Büro je sein könnten. Zum Vergleich: In geschlossenen Räumen herrscht eine Beleuchtungsstärke von 100 bis 500 Lux, ein grauer Winterhimmel hat etwa 7.000 Lux. Bedingung: Immer wieder in den Himmel gucken und das Licht aufnehmen. Eine Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe mit 10.000 Lux ist ebenfalls sehr hilfreich. So hat eine Studie bewiesen, dass die Lichttherapie ebenso wirksam ist wie das Antidepressivum Fluoxetine, besser bekannt als Prozac. Nur ohne Nebenwirkungen. Ganz natürlich.
  2. Bewegung
    Faulpelze werden es nicht gerne hören, aber Bewegung hilft, so wird zusätzlich Serotonin ausgeschüttet. Es muss ja nicht gleich das Marathontraining sein. Mit dem Rad zur Arbeit, Nordic Walking und lange Spaziergänge reichen schon. Für die Psyche sollten diese Betätigungen natürlich draußen stattfinden, damit Sport und Licht gleich doppelt aufmuntern. Wer es zeitlich schafft, sollte sich vornehmlich morgens bewegen, um das hellste Licht des Tages zu nutzen. Das bringt den Kreislauf in Schwung, der Tag wird weniger anstrengend. Wer viel im Büro sitzt und sich davor und danach nicht aufraffen kann, sollte zumindest in der Mittagspause einen strammen Spaziergang von 30 Minuten einschieben.
  3. Nicht verkriechen
    Am liebsten würdest du dir die Decke über den Kopf ziehen und nicht mehr rausgehen. Gib dich diesem Gefühl nicht hin. Strukturierte Tage, viele geplante Unternehmungen, gute Freunde und Hobbies helfen, dem Tief keinen Raum zu geben. Auch Musik hilft, wenn sie schnell und eingängig ist und zum Mitsingen und -tanzen einlädt. Und wenn du doch lieber zu Hause bleiben willst: Probiere es doch mal mit Düften. Bergamotte-, Neroli- und Jasminöl in einer Duftlampe wirken stimmungsaufhellend!
  4. Professionelle Hilfe
    Wenn alles nichts hilft und die Verstimmung so heftig wird, dass du suizidale Gedanken hast oder ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist, solltest du dir dringend Hilfe holen. Nicht bei Freunden, sondern bei einem Profi. Psychotherapeuten kennen das Krankheitsbild gut und nehmen auch eine Winterdepression sehr ernst.
Anna Brüning

von

Mit guter Musik auf den Ohren am Wasser entlang joggen – der perfekte Ausgleich zum Alltag. Ich liebe es, aktiv zu sein, gesund zu leben und, na klar, darüber zu schreiben.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.