Hysterie oder angebrachte Skepsis?

Wie ungesund ist Weizen wirklich?

In den vergangenen Jahren hat sich der Ruf des Weizens um ein Vielfaches verschlechtert. Ratgeber warnen vor ihm, Ärzte äußern sich skeptisch und immer mehr Verbraucher schwören ihm ab. Doch wie ungesund ist Weizen wirklich? eVivam klärt auf!

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Weißbrot

Weizen als Hauptbestandteil verschiedener Brotsorten hat den Ruf, besonders ungesund zu sein.

Populäre Ernährungsratgeber zum Thema „Weizen ist ungesund“ haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt in den Bestsellerlisten getummelt. Kein Wunder also, dass immer mehr Konsumenten darauf verzichten wollen. In den USA ist es schon jetzt jeder Vierte. Doch das Hauptproblem sei nicht der Weizen selbst, sondern das darin enthaltene Klebereiweiß Gluten. Es soll der Hauptauslöser für Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sein. Die Nachfrage nach glutenfreien Nahrungsmitteln steigt stetig an, doch ist diese Hysterie eigentlich gerechtfertigt?

Weizen – die Wurzel allen Übels?

Weizen macht süchtig, dick und dement – kurzum: krank. Doch woher kommt dieser plötzliche Aufschrei? Forscher wollen herausgefunden haben, dass bei der Verdauung von Weizen Stoffe ans Gehirn übertragen werden, die normalerweise schmerzstillend wirken und beim Konsumenten somit ein gutes Gefühl auslösen sollen. Dass derartige Stoffe bei der Verdauung entstehen, stimmt tatsächlich. Die Wirkung auf das Gehirn ist allerdings noch nicht erforscht. Darüber hinaus entstehen sie auch bei der Verwertung von diversen anderen Nahrungsmitteln, darunter Fleisch, Reis und verschiedene Gemüsesorten. Also alles halb so wild? Woher kommt zum Beispiel die Annahme, Weizen könne Demenz auslösen? Es gibt Studien, in denen die Wirkung von Weizen auf das Gehirn getestet wurde. Demnach sei ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kritisch fürs Gehirn, das dadurch nach und nach zersetzt werden könnte. Der Blutzuckerspiegel wird durch Kohlenhydrate erhöht, die auch in Weizen enthalten sind. Auch hier gilt: Kohlenhydrate stecken in vielen Lebensmitteln. Sofern man auf die Menge achtet, stellt Weizen nicht automatisch ein gesundheitliches Risiko dar.
glutenfrei

Kann eine glutenfreie Ernährung die Zukunft für ein gesundes Leben bedeuten?

Weizen – Kohlenhydrate pur

Aufgrund seines hohen Gehalts an Kohlenhydraten ist Weizen in Verruf geraten, schnell dick zu machen. Der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Weizen beziehungsweise dem darin enthaltenen Gluten leuchtet also ein. Trotzdem sollte man Weizen auch in diesem Fall nicht sofort verteufeln. Stattdessen ist auch hier die Menge ausschlaggebend. Wer viel Weizen zu sich nimmt, der ist eher anfällig für Übergewicht als jemand, der wenig bis gar keinen Weizen isst. So verhält es sich allerdings auch bei allen anderen Nahrungsmitteln, die besonders viele Kohlenhydrate enthalten. Wer abnehmen möchte, kann durch den Verzicht auf Weizen also tatsächlich Erfolge erzielen. Weizen ist neben Reis und Kartoffeln eine der wichtigsten Kohlenhydratequellen. Wer diese einspart, spart auch Kalorien.

Weizen – Unverträglichkeit und Veränderung durch den Menschen

Einige Wissenschaftler sind der Meinung, erst die Veränderung des Weizens durch die Züchtung habe das Getreide zu einem ungesunden Nahrungsmittel gemacht. Richtig ist: In den vergangenen 100 Jahren hat sich Weizen in seiner Zusammensetzung tatsächlich verändert. Für die Herstellung moderner Backwaren wurde es von Menschenhand optimiert. Das heutzutage im Weizen enthaltene Gluten sorgt für einen lockeren Teig und eine knusprige Kruste, soll aber auch die Ursache für diverse Nahrungsmittelallergien sein. Die bekannteste unter ihnen ist die Zöliakie. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, durch die der Patient eine Unverträglichkeit gegen Gluten entwickelt. Die Krankheit ist unheilbar. Mithilfe einer glutenfreien Ernährung ist der Patient allerdings weitgehend beschwerdefrei.

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