Verhütung

Thrombose und Lungenembolie: Wie riskant ist die Pille?

Die Anti-Baby-Pille gilt als eines der besten Verhütungsmittel. Kein Wunder, sie ist sehr sicher und komfortabel einzunehmen. Doch es gibt auch Risiken. eVivam klärt auf.

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Thrombose und Lungenembolie: Wie risikoreich ist die Pille?

Welche Risiken birgt die Anti-Baby-Pille? Hier erfährst du es.

Seit über 55 Jahren ist die Anti-Baby-Pille nun schon in Deutschland auf dem Markt. Was anfangs noch als verpönt galt und nicht zu den strengen Moralvorstellungen der Gesellschaft passte, ist mittlerweile zu einer nicht wegzudenkenden Verhütungsmethode geworden. Heute nehmen knapp sieben Millionen Frauen in Deutschland die Pille. Allerdings wissen viele Frauen gar nicht, was die Pille mit ihrem Körper macht und welche Nebenwirkungen bestehen. eVivam erklärt die Funktionsweise der Anti-Baby-Pille und wirft einen Blick auf die Risiken.

Die Anti-Baby-Pille im Detail

Ihre Verträglichkeit und Dosierung wurden über die Jahre immer wieder verbessert. Heutzutage gibt es zwei Arten: die Mikropille, welche aus einer Kombination von Östrogenen und Gestagenen besteht, und die Minipille. Sie enthält ausschließlich Gestagene. Mikropillen sorgen dafür, dass der Hormonspiegel der Frau auf einem Level bleibt. Sie verhindern den Eisprung. Minipillen hingegen werden je nach Präparat stets zur selben Tageszeit und durchgehend eingenommen und wirken an Muttermund und Gebärmutter. Sie sorgen für eine Verdickung des Muttermund-Schleims, sodass Spermien nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Zudem verhindern sie den Aufbau
Thrombose und Lungenembolie: Wie risikoreich ist die Pille?

So wirkt die Pille:
1. Sie verhindert die Reifung einer Eizelle sowie Eisprünge.
2. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gestört. Es kann sich kein Ei einnisten.
3. Sie verdickt den Schleim des Muttermunds. Spermien können nicht mehr eindringen.

der Gebärmutterschleimhaut. Eine Eizelle kann sich nicht mehr einnisten. Ihre Einnahme erfordert mehr Disziplin als bei einer Mikropille, da schon eine um wenige Stunden verspätete Einnahme den Verhütungsschutz drastisch senken kann.
Obwohl die jüngste Generation der Mikropille viele Vorteile mit sich bringt, ist sie in den letzten Jahren doch auch immer wieder in Verruf geraten. Der Grund dafür ist verständlich. Sie soll bei gesunden Frauen das Risiko auf Thrombose und Lungenembolie verdoppeln. Beide Erkrankungen können im schlimmsten Fall zum Tode führen und sind sehr ernst zu nehmen. Grund für die Gefahr ist eben genau die Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, aus der eine Mikropille besteht. Durchschnittlich 12 von 10.000 Frauen erkranken an einer der beiden Krankheiten. Nun sind 0,1 Prozent aller mit Mikropillen verhütenden Frauen nicht besorgniserregend viel. Allerdings sind bei der zweiten Art – der Minipille – diese Nebenwirkungen nicht aufgetreten. Warum also wird die Mikropille noch so oft verschrieben?

Galerie: 5 Verhütungsalternativen zur Anti-Baby-Pille

Mythos und Wahrheit

Warum Mikropillen noch so häufig verschrieben werden, ist unklar. Fachleute vermuten eine Marketingstrategie. Gerade jüngere Frauen seien mit Versprechungen von glatter Haut und schönen Haaren schnell von der Mikropille überzeugt. Auch Wassereinlagerungen sollen mit ihr verhindert werden können. Wissenschaftlich hinreichend belegt sind diese Versprechen allerdings nicht. Noch immer fehlt es an ausreichend aussagekräftigen Studien. Auch wenn die meisten Frauen keine Probleme mit der Mikropille haben, empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel Gynäkologen, bei Erstverordnung eine Pille mit niedrigerem Risiko zu verschreiben.
Thrombose und Lungenembolie: Wie risikoreich ist die Pille?

Deine Gynäkologin kann dich bei der Wahl der Pille beraten.

Was kannst du also dagegen tun? Solltest du die Mikropille schon länger nutzen und hast bisher keine Beschwerden, wirst du wahrscheinlich auch keine bekommen. Rauchen und starkes Übergewicht erhöhen die Thrombose-Gefahr und sollten deshalb grundsätzlich vermieden werden. Wenn du dir unsicher bist, rede mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin. Sie können zusätzlich zur Aufklärung der Risiken beitragen. Zuletzt kannst du natürlich auch einfach die Pille wechseln oder auf andere Verhütungsmethoden zurückgreifen. Auf keinen Fall solltest du dir deswegen aber den Spaß am Sex verderben lassen.
Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

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