Autsch beim Grillen

Was tun bei Wespenstichen? Erste-Hilfe-Tipps!

Wespenstiche sind schmerzhaft, röten die Haut und lassen die Stichstelle anschwellen. Was hilft gegen Wespenstiche? So verhalten Sie sich richtig!

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Wespe

Wespenstiche sind für die einen schmerzhaft und für Allergiker lebensgefährlich!

Kuchen, Eis, Limo, Bratwürste und Steaks im Biergarten oder beim Grillen sind nicht nur für Menschen verlockend, sondern auch für Wespen. Viele fürchten sich vor den gelb-schwarzen Insekten, weil sie einem nah um den Kopf sausen, aggressiv aussehen und es manchmal auch sind – vor allem, wenn sich Wespen bedroht fühlen. Und das geht schnell, wenn Sie mit Ihren Händen in der Luft herumfuchteln, um sie zu vertreiben, oder sie einfach wegpusten. Die Gefahr für Wespenstiche steigt außerdem, wenn Sie Parfüm und duftende Cremes aufgetragen haben, Kleider mit knalligen Farben tragen oder Ihr Essen einen unwiderstehlichen Geruch verströmt – davon fühlen sich Wespen magisch angezogen. Nur zwei Wespenarten machen Menschen hierzulande das Leben schwer: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Was tun bei Wespenstichen? So reagieren Sie richtig!

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Bei Wespenstich gilt: Ruhe bewahren!

Bleiben Sie ruhig nach einem Wespenstich, auch wenn Sie sich erschreckt haben und es Ihnen schwer fällt. Hektik und Panik sind eher kontraproduktiv. Beruhigen Sie auch Ihren gestochenen Angehörigen oder Freund. Setzen Sie sich in den Schatten oder gehen Sie - wenn möglich - ins Haus, damit sie nicht erneut mit einer Wespe konfrontiert werden. Ein Wespenstich ist im Normalfall nichts Schlimmes.
Achtung! Das gilt nicht bei einer Insektengiftallergie! Hier besteht Lebensgefahr und Sie müssen sofort handeln! Beobachten Sie genau, wie sich der Wespenstich entwickelt und ob die Rötungen und Schwellungen schnell zunehmen. Achten Sie auch auf weitere Symptome, zum Beispiel Atemnot, Herzrasen oder Übelkeit. Im Zweifelsfall rufen Sie immer einen Notarzt unter 112!

Den Wespenstich kühlen!

Ein Wespenstich ist ziemlich schmerzhaft. Die Hautstelle rötet sich, schwillt meist schnell an und juckt manchmal. Der Grund ist, dass das Insektengift eine Entzündungsreaktion in Gang setzt. Gegen diese Beschwerden hilft kühlen! Besorgen Sie sich Eiswürfel oder einen Eispack, aber platzieren Sie diese niemals auf die nackte Haut, sonst drohen Erfrierungen. Umwickeln Sie das Cold-and-Hot-Pad mit einem Handtuch oder einem Kleidungsstück, das Sie gerade zur Hand haben. Notfalls helfen ein nasses Handtuch, ein kühles Glas oder eine gekühlte Flasche.

Hausmittel gegen Wespenstiche

Es gibt unzählige Hausmittel, die angeblich gegen Wespenstiche helfen und auf die viele schwören. Welche wirken, welche nicht?
  • Zitronensaft und Zwiebeln helfen bei Wespenstichen. Träufeln Sie Zitronensaft auf die Stichstelle oder legen sie eine halbe Zwiebel darauf – beide lindern die Schmerzen, Schwellung und den Juckreiz; Zwiebeln besitzen zudem leicht antibakterielle Wirkung.
  • Wärme scheint ebenfalls eine Wirkung bei Wespenstichen zu erzielen; sie richtet sich gegen die Eiweiße des Insektengifts und lässt diese zerfallen.
  • Massieren Sie die Einstichstelle direkt nach der Wespenattacke mit Salmiakgeist – falls zu Hand.
  • Das Gift mit dem Mund auszusaugen, bringt nicht viel. Falls Sie es doch tun, spucken Sie den Speichel anschließend unbedingt aus.
  • Den Wespenstachel brauchen Sie nicht zu entfernen. Denn im Gegensatz zu einem Bienenstich bleibt er nicht in der Haut stecken. Wespen sind deshalb in der Lage, mehrfach zuzustechen.

Wann bei Wespenstich zum Arzt?

Bei einem Wespenstich im Mund-und Rachenraum heißt es: ab zum Arzt! Bis dahin lutschen Sie kalte Eiswürfel und wickeln einen kalten Umschlag um den Hals. Die Schwellungen verengen manchmal die Atemwege und führen zur Atemnot – es besteht Erstickungsgefahr. Rufen Sie den Notarzt unter 112, auch wenn Sie keine Insektengiftallergie haben!

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Achtung bei Insektengiftallergie!

Etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Allergie gegen Insektengift! Hier ist schnelles Handeln gefragt, denn ein Wespenstich ist für Allergiker lebensbedrohlich! Es besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks, der tödlich enden kann. Folgende Symptome deuten auf eine Insektengiftallergie hin:
  • starke Schwellung rund um die Einstichstelle
  • starke allgemeine Hautrötung
  • Schwellungen im Gesicht und am Hals
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • kalter Schweiß
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Ohnmacht
Rufen Sie sofort einen Notarzt unter 112, falls Sie solche Beschwerden bei sich oder anderen feststellen! Die meisten Insektengiftallergiker wissen um ihre Allergie und die drohende Lebensgefahr bei einem Wespenstich und haben ein Notfallset dabei. Diese enthält ein Antihistaminikum, ein entzündungshemmendes Kortisonpräparat und ein Adrenalinspray. Fragen Sie den Betroffenen, ob er gegen Insektenstiche allergisch ist und Medikamente in der Tasche hat. Helfen Sie ihm eventuell bei der Einnahme der Mittel.

Mittel gegen Insektenstiche

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.