Zentren der Lust im eigenen Körper

Was sind erogenen Zonen und wie finde ich sie?

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erogene_Zonen

Gefangen in der eignen Lust.

Warum wird dem einen plötzlich warm, wenn eine Zunge an seinem Ohrläppchen spielt und dem anderen, wenn seine Fußsohlen sanft gestreichelt werden? Dahinter stecken die sogenannten erogenen Zonen des Körpers, die sexuelle Erregung hervorrufen und die bei jedem Menschen unterschiedlich ausfallen können. Nur einige spezifische erogene Zonen führen bei (fast) allen Menschen zur sexuellen Stimulierung.
Der Ausdruck erogene Zonen stammt wie so vieles in der Medizin aus der griechischen Sprache: "Eros" ist die Liebe und "genes" bedeutet so viel wie "verursachend". Zahllose Ratgeber und Zeitschriftenbeiträge beschäftigen sich liebend gerne mit den erogenen Zonen, doch dahinter steckt eigentlich eine sehr prosaische biologische Erklärung.

Spezifische erogene Zonen

Im Körper verlaufen Nervenbahnen, die in den Nervenenden münden. Überall dort, wo besonders viele Nervenenden zusammenkommen, sind Menschen entsprechend empfänglich für Reize. Die Medizin spricht von den spezifischen erogenen Zonen, zu denen u. a. die Lippen, die Zunge, die Ohrläppchen und die Augenpartie sowie die Fingerkuppen und die Genitalien gehören. Beim Mann zählen dazu u. a. der Penis, die Eichel, der Hodensack und meist auch die Brustwarzen und der Anus. Bei der Frau sind es u. a. die Brüste samt der Brustwarzen, die Vagina und die Klitoris.
Besonders die sexuelle Erregung der Frau beschäftigt Wissenschaftler seit vielen Jahren. Umschreibungen wie C-Punkt (Stimulation der Klitoris), U-Punkt (in der Harnröhre) , A-Punkt und G-Punkt (beide in der Vagina) werden hier gerne für besonders empfindliche erogene Zonen genannt, die der Frau zum Orgasmus verhelfen sollen.
Nur sehr wenige Menschen verspüren überhaupt keine sexuelle Erregung. Bei ihnen ist dann von Asexualität die Rede und sie führen oft glückliche Beziehungen – allerdings ganz ohne Sex.

Unspezifische erogene Zonen

Es gibt kaum eine Zeitschrift, die nicht regelmäßig mit Schlagzeilen wie "Diese zehn geheimen Luststellen musst du kennen" und "Mit diesen Berührungen machst du ihn wild" versucht Leser anzulocken. Allerdings sind die Menschen abgesehen von den wenigen spezifischen erogenen Zonen völlig unterschiedlich. Was bei dem einen zu einer enormen Luststeigerung führt, lässt den nächsten vollkommen kalt.
Zu diesen sogenannten unspezifischen erogenen Zonen gehören zum Beispiel Hals und Nacken, Füße und Fußsohlen, die Achselhöhlen, der Rücken, der Lendenbereich, das Gesäß und die Oberschenkel. Überall hier sind die Nervenenden nur durchschnittlich dicht versammelt. Zur Erregung kommt es meist, weil der Körper eine Stimulation der eigentlichen erogenen Zonen erwartet. So fühlst du dich vermutlich erregt, wenn die Hand des Partners die Innenseite des Oberschenkels sanft streichelt – dein Körper wartet auf das Vordringen der Hand in den Genitalbereich.

Probieren geht über studieren

Die meisten Menschen lernen im Rahmen ihrer sexuellen Entwicklung schnell, welche Berührungen sie erregen und welche nicht. Natürlich kannst du dich ruhig einmal von Zeitschriftenartikeln mit Erotiktipps inspirieren lassen, etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht entdeckst du erogene Zonen an dir selbst, die du doch nicht kanntest. Allerdings hat es keinem Sinn, dem Partner etwas gegen seinen Willen aufzuzwingen. Wenn es dein Partner als unangenehm empfindet, wenn du an seinem Ohrläppchen knabberst, ist es nun mal keine erogene Zone für ihn – egal wie viele Magazine es behaupten.
Lernst du einen neuen Partner kennen, kannst du ihn fragen, was ihn besonders anmacht oder einfach selbst auf Entdeckungsreise gehen und seinen Körper erkunden. Schließlich wirst du es genießen, wenn er das Gleiche dann auch bei dir tut.

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