Warzen ade!

Was hilft gegen Warzen? Behandlungstipps!

Warzen sind harmlos, aber lästig und manchmal unschön. Die Auslöser sind meist HPV-Viren. Wie werden Sie die Warzen schnell wieder los?

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Fuß mit Warze

Warzen sind hoch ansteckend und am Fuß besonders schmerzhaft. Wie werden Sie Warzen schnell los?

Warzen sind hartnäckig und gelten als echter Schönheitsmakel. Wer sich die gutartigen, aber lästigen Hautwucherungen einmal eingefangen hat, wird sie schwer wieder los. Die Verursacher der Warzen sind meist Humane Papillomviren, abgekürzt HPV. Diese Virenart löst auch Feigwarzen an den Genitalien aus. Warzen (Verrucae) zählen zu den Infektionskrankheiten. Sie sind hoch ansteckend und übertragen sich beim Hautkontakt von Mensch zu Mensch. Auch über den Kontakt mit verunreinigten Gegenständen oder im Schwimmbad infizieren sich viele. Vor allem Kinder und Jugendliche haben öfters mit Warzen zu tun. Die Viren befallen mit Vorliebe die Hände und Füße, aber auch das Gesicht, wo sie besonders unschön ins Auge stechen. Über kleine Verletzungen dringen Humane Papillomviren in die Haut ein und vermehren sich dort. Dadurch wölbt sich die Oberfläche der Haut ähnlich wie ein Blumenkohl und wächst zu einer Warze heran.

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Wann zum Arzt bei Warzen?

Je nach Erreger, Entstehungsort und Aussehen unterscheiden Mediziner gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgaris), Dellwarzen (Verursacher: Pockenviren), Dornwarzen (sehr schmerzhaft, oft am Fuß), Flachwarzen, Pinselwarzen und Feigwarzen. Stilwarzen und Alterswarzen werden dagegen nicht durch Viren verursacht und sind nicht ansteckend.
Warzen sind nicht immer ein Fall für den Arzt. Ein intaktes Immunsystem bekämpft und beseitigt die Warzen auch ohne Behandlung. Das gilt allerdings nicht für Feigwarzen im Genitalbereich, die beim Sex übertragen werden, und die immer einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Auch wenn die Warze schmerzt, blutet oder Sie diese als kosmetisch störend empfinden, ist ein Arztbesuch ratsam. Was hilft gegen die Plagegeister und wie werden Sie Warzen schnell wieder los?
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Sie selbst (oder der Arzt) gegen Warzen vorgehen. Eventuell ist es nötig, mehrere Methoden auszuprobieren, weil keine Warzen-Therapie 100-prozentige Wirksamkeit verspricht. Auch sind manchmal wiederholte Warzen-Behandlungen nötig. Schaffen Sie es nicht, sämtliche Viren zu beseitigen, entstehen die Warzen erneut, und der Kampf gegen die Plagegeister beginnt von vorne.

Salicylsäure macht Warzen den Garaus

Bestreichen Sie die Warze mehrmals täglich mit einer Salicylsäurelösung. Über der Warze bildet sich ein dünner Film. Vor der nächsten Behandlung entfernen Sie diesen und feilen die oberste Schicht der Warze behutsam ab. Achtung: Wenn Sie die Warze zu stark bearbeiten, blutet oder schmerzt sie. Dann tragen Sie die Salicylsäure erneut auf. Solche Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke oder im Internetversandhandel erhältlich. Manche Lösungen enthalten zusätzlich Milchsäure. Studien ergaben, dass die Salicylsäure Warzen schneller zum Verschwinden bringt als keine Behandlung.

Warzen vereisen beim Arzt

Bei der sogenannten Kryotherapie behandelt ein Hautarzt die Warze mit flüssigem Stickstoff, der minus 196 Grad Celsius kalt ist. Er tunkt ein Wattestäbchen in den flüssigen Stickstoff und drückt es einige Sekunden lang auf die Warze. Alternativ verwendet er ein Vereisungsspray. Die eisigen Temperaturen zerstören die oberste Hautschicht. Ärzte wiederholen die Behandlung mehrfach. Bei Warzen an den Händen scheint die Vereisung effektiver zu sein als ein Therapieverzicht. Keine Unterschiede zwischen beiden Möglichkeiten gibt es offenbar bei Warzen an den Füßen.

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Vereisungsstifte für zu Hause

Erhältlich sind auch Vereisungsstifte für zu Hause, die eventuell einen Versuch wert sind. Solche Stifte erzeugen aber nicht so kühle Temperaturen wie die Kryotherapie beim Hautarzt. Es gibt sie ohne Rezept in Apotheken oder Online-Apotheken. Die Wirksamkeit der Vereisungsstifte ist bislang nicht untersucht.

Weitere Möglichkeiten der Warzen-Behandlung

Folgende Warzen-Therapien wenden Ärzte an, aber ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen:
  • Medikamente gegen Warzen: Sie drosseln entweder das Wachstum der Warze oder aktivieren das lokale Immunsystem der Haut, damit es selbst gegen die Warzen vorgeht. Ärzte injizieren die Wirkstoffe direkt in die Warze.
  • Kürettage: Der Arzt schabt die Warze mit einem speziellen Instrument, der Kürette, vorsichtig ab.
  • Laserbehandlung: Der Artz erhitzt die Warze mittels Laser und zerstört sie. Der Farbstofflaser richtet sich gegen die Blutgefäße, welche die Warze versorgen, und bremst die Vermehrung der Hautzellen. Bei der Behandlung mit einem Erbium YAG-Laser erhitzt der Arzt die Flüssigkeit in der Warze auf hohe Temperaturen und tötet die Viren ab.
  • Photodynamische Therapie (PDT): Patienten tragen eine Creme mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff auf die Haut auf und lassen diese einige Zeit einwirken. Vor allem Hautzellen, in denen Viren sitzen, nehmen diesen auf. Die anschließende Bestrahlung mit Licht aktiviert den Wirkstoff und er zerstört die Warze.
Eine Warzen-Op, bei der Ärzte die Hautwucherung mit einem Skalpell herausschneiden, wird heute nur noch selten durchgeführt. Es gibt schonendere Methoden und bei einer Warzen-Op besteht das Risiko von Infektionen und Narben.

Warzen-Mittel

Ingrid Müller

von

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