Migräne, Spannungsschmerz, Cluster-Attacke

Wenn der Schädel dröhnt: Volkskrankheit Kopfschmerzen

Ein großes Arzneiunternehmen wirbt hierzulande damit, dass es 37 verschiedene Arten von Kopfschmerzen gäbe, die man selbst behandeln könne. Das klingt viel, ist es aber nicht!

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Kopfschmerzen

Egal, in welcher Form sie auftreten: Kopfschmerzen gehören zusammen mit Zahnschmerzen zu den unangenehmsten Leiden, die der Mensch empfinden kann.

Beim Volksleiden Kopfschmerz unterscheidet man mittlerweile sage und schreibe 252 verschiedene Arten. Dagegen wirkt besagtes Kopfschmerzmittel mit seinen 37 wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Nachsehen hat der Patient: Leidet dieser unter einer seltenen Form von Kopfschmerz, muss er oft viele verschiedene Ärzte aufsuchen, um das für ihn passende Mittel zu finden. Knapp fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leidet täglich unter Kopfschmerzen. Satte 70 Prozent kennen anfallsweise oder chronische Kopfschmerzen. Wie du das „Gewitter im Kopf“ bekämpfst und welche Therapien bei welcher Kopfschmerzart helfen, verrät eVivam.

Kopfschmerzen – Migräne und Clusterattacken

Du kennst das sicherlich auch: Wenn du einem Arzt von deinen Kopfschmerzen erzählst, fragt dieser dich als Erstes nach dem Ort des Schmerzes und danach, wie sich dieser genau anfühlt. Diese Fragen genau zu beantworten, ist sehr wichtig. Je nach Art des Kopfschmerzes lässt sich die Ursache dafür schneller herausfinden. Eine der stärksten Kopfschmerzformen ist die Migräne, die anfallartig über den Patienten hereinbricht und häufig mit Lichtempfindlichkeit, Übelkeit oder Sehstörungen einhergeht. Eine solche Attacke kann zwischen vier und 72 Stunden dauern und setzt den Betroffenen völlig außer Gefecht. Trotz der hohen Anzahl an Migräne-Patienten ist die Forschung noch nicht so weit, genaue Erklärungen zu diesem Krankheitsbild zu liefern. Lediglich die Erkenntnisse, dass sowohl genetische Faktoren, die Beschaffenheit der Hirnbotenstoffe sowie bestimmte Auslösefaktoren, sogenannte Trigger, eine Rolle spielen, konnten bisher als sicher eingestuft werden. Dasselbe gilt für Cluster-Kopfschmerz, eine ebenfalls in Schüben auftretende Kopfschmerzerkrankung, bei der übermäßige Schmerzimpulse in Anfällen über den Betroffenen hereinbrechen. Diese Anfälle dauern zwischen 20 und 180 Minuten und können sich mehrmals wiederholen. Zwischen den Anfallserien liegen oftmals mehrere beschwerdefreie Wochen und Monate. Der Schmerz ist oft einseitig, kündigt sich oberhalb des Auges an und lässt dieses anschwellen und tränen. Vom Schmerzempfinden her wird Cluster-Kopfschmerz oft als schlimmste Art des Kopfschmerzes beschrieben.

Galerie: Was bei Kopfschmerzen und Migräne hilft

Stresskopfschmerz

Stress lass nach: Unterschätzte Kopfschmerzursache Nummer eins ist Stress. Einfach mal das Handy abstellen und in der freien Zeit auch wirklich frei machen, kann helfen, sich unterbewusst nicht ständig zu verkrampfen und die Muskulatur zu entspannen.

Spannungskopfschmerz und Stressbeschwerden

Häufiger als diese beiden Extremformen des Kopfschmerzes treten Spannungs- und Stresskopfschmerzen in den Alltag der Patienten. Spannungskopfschmerzen fühlen sich weniger stechend an. Stattdessen machen sie sich durch ein dumpfes Gefühl bemerkbar, das einmal im gesamten oberen Kopfbereich auftritt. Sie tauchen meist episodisch auf und bleiben für einige Stunden bestehen. Die Intensität des Schmerzes ist nicht vergleichbar mit jener von Cluster-Kopfschmerz oder Migräne, wesentlich angenehmer sind Stress- oder Spannungskopfschmerzen aber natürlich auch nicht. Die Schmerzen kommen häufig nicht vom Kopf direkt, sondern entstehen durch Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur. Über die Nervenbahnen gelangen sie zu den Schmerzpunkten von Stirn und Schläfe – der Kopfschmerz macht sich breit. Das Gute: Diese Art von Kopfschmerz ist leicht zu beheben. Neben gezielten Entspannungsübungen helfen meist schon pflanzliche Schmerzmittel, Ruhephasen sowie viel Bewegung an der frischen Luft, um den Schmerz zu bekämpfen. Auch ein Routinecheck beim Arzt kann helfen und auslösende Faktoren wie Zähneknirschen oder einen sich androhenden Infekt als Übeltäter ausmachen.

Kopfschmerzen – warum es nicht immer Tabletten sein sollten

Der Griff zu Aspirin oder anderen bewährten Kopfschmerzmitteln ist naheliegend. Die darin enthaltenen Stoffe bekämpfen die Beschwerden schnell und effektiv. Doch wie bei allen Medikamenten besteht auch hier die Gefahr einer Gewöhnung. Wer schnell zur Kopfschmerztablette greift, der läuft Gefahr, dass der Körper gegen die Wirkstoffe immun wird. Die Folge: Um zu wirken, muss der Patient schon bald immer mehr Pillen einwerfen, um ein Ergebnis zu erzielen und den Schmerz zu bekämpfen. Schlimmer noch: Mittlerweile ist wissenschaftlich bewiesen, dass eine zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmitteln selbst wiederum Kopfschmerzen auslösen kann. Unter dem Oberbegriff „Medikamentenkopfschmerz“ hat sich eine ganz neue Kopfschmerzart etabliert, die einer pulsierenden Form des Spannungskopfschmerzes ähnelt, jedoch nicht mit Medikamenten behandelt werden kann. Die Schübe von Medikamentenkopfschmerz werden häufig länger und länger, eh der Betroffene kaum noch schmerzfreie Zeiten hat. Die einzig wirksame Therapie: Medikamentenentzug unter ärztlicher Aufsicht. So gilt bei all diesen Arten von Kopfschmerzen vor allem eines: Setz bei anhaltenden Beschwerden deinen Arzt darüber in Kenntnis und experimentier nicht mit frei verkäuflichen Mitteln. Sonst kann aus einem harmlosen Stresskopfschmerz ganz schnell ein Medikamentenkopfschmerz werden.

Kopfschmerztabletten

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