Dieses Organ braucht Pflege

Unterschätzt: Darum ist die Schilddrüse so wichtig

Die Schilddrüse erfährt meist erst dann Beachtung, wenn sie nicht so funktioniert, wie sie soll. Warum sie so wichtig ist, und was man tun kann, steht hier.

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Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein Organ, das verschiedene Hormone produziert, die für Gesundheit und Wohlbefinden wichtig sind.

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und ist maßgeblich an unserem Wohlbefinden beteiligt. Sie ist für die Produktion der Hormone Trijodthyronin (T3), Thyroxin (T4) und Kalzitonin zuständig. Darüber hinaus sorgt Thyreotropin (TSH) für die Regulierung von T3 und T4. Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, hat das Auswirkungen auf die Hormonproduktion. Werden nicht genug Hormone ausgeschüttet, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion, werden zu viele Hormone ausgeschüttet, handelt es sich um eine Überfunktion. In beiden Fällen bekommt man diese Fehlfunktion des Organs am ganzen Körper zu spüren.

Die Schilddrüse: Unter- und Überfunktion

Produziert die Schilddrüse zu wenig der T3- und T4-Hormone oder ist das TSH zu übereifrig, handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Für den Körper hat das weitreichende Folgen: Eine Unterfunktion der Schilddrüse verlangsamt den Stoffwechsel. Daraus resultieren Symptome wie Gewichtszunahme einhergehend mit Verstopfungen, eine Überempfindlichkeit gegen Kälte und Müdigkeit. Bei besonders schweren Fällen können depressive Verstimmungen, Haarausfall, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe) und Gedächtnislücken auftreten. Männer können außerdem an einer verminderten Potenz leiden. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) handelt es sich um eine übermäßige Produktion von T3- und T4-Hormonen. Die Folge ist ein übereifriger Stoffwechsel, der mit Gewichtsverlust, starkem Schwitzen, innerer Unruhe, Durchfall und einem dauerhaft beschleunigten Puls einhergeht.
Schilddrüse

Der Arzt erkennt beim Abtasten, ob sich unregelmäßige Knötchen oder gar ein Kropf gebildet haben. Beides deutet auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse hin.

Die Schilddrüse: Was tun, wenn sie sich vergrößert?

Eine vergrößerte Schilddrüse ist kein seltenes Krankheitsbild. In diesem Fall schwillt das Organ an der Luftröhre an und es bildet sich ein sogenannter Kropf. Ursache dafür ist in der Regel ein Jodmangel. Um die vielen Stoffwechselvorgänge im Körper zu regulieren, benötigt die Drüse ebenjenes Jod. Da der menschliche Körper Jod jedoch nicht selbst herstellen kann, ist er darauf angewiesen, dass wir es durch die Nahrung aufnehmen. Haben wir dies nicht getan, kann die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone produzieren. Um dieses Defizit auszugleichen, vergrößert sie sich und es entsteht der unschöne Kropf am Hals. Geschieht dies nicht gleichmäßig (Struma diffusa), sondern nur in vereinzelten Bereichen, spricht man von Schilddrüsenknoten (Struma nudosa). Abgesehen von der Ästhetik wird in manchen Fällen auch das Schlucken beeinträchtigt. Ab einer gewissen Größe kann der Kropf Schmerzen bereiten oder es kommt zu Atemgeräuschen. Um einen Kropf zu beheben, reicht es normalerweise, die Jod-Zufuhr zu erhöhen, damit sich die Schwellung zurückbildet. Aber auch eine Behandlung mit radioaktivem Jod (Radiojodtherapie) oder eine Operation kann in besonders ausgeprägten Fällen eine Therapiemethode sein. Schau dir in der Galerie an, in welchen Nahrungsmitteln besonders viel Jod enthalten ist, damit es so weit nie kommen muss.

Galerie: Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Jod

Die Schilddrüse: Wie sinnig sind Vorsorgeuntersuchungen?

Hausärzte bieten eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Schilddrüse an, um Über- und Unterfunktionen frühzeitig zu erkennen. Gerade im noch jungen Alter ist das jedoch nicht nötig. Eine Erkrankung der Schilddrüse ist vor allem erblich bedingt. Daher macht eine Vorsorgeuntersuchung vor allem bei solchen Patienten Sinn, bei denen in der Familie bereits Fälle einer Schilddrüsenerkrankung aufgetreten sind. Erst ab dem 40. Lebensjahr empfehlen Ärzte, alle zwei bis drei Jahre einen Hausarzt zwecks Schilddrüsenwerte-Überprüfung aufzusuchen. Auch Unregelmäßigkeiten im Aufbau der Schilddrüse kann der Doktor mit den Händen ertasten. Auf Wunsch kann auch eine Untersuchung mit dem Ultraschall erfolgen. Sofern jedoch weder Beschwerden noch eine medizinische Notwendigkeit einer solchen Untersuchung bestehen, muss der Patient damit rechnen, die Kosten dafür selbst zu übernehmen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten dafür meistens nicht.
Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

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