Blähungen, Hämorrhoiden, Herpes, Mundgeruch

Darüber spricht man nicht: Tabukrankheiten

Bei Bauch- oder Kopfschmerzen zum Arzt gehen, fällt uns in der Regel nicht allzu schwer. Doch was tun, wenn es im Intimbereich juckt, wir Herpes im Gesicht haben oder uns unkontrolliert Luft entweicht? Solche Krankheiten sollten eines nicht länger sein: ein Tabu!

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Scheidenpilz

Wenn es untenrum juckt und brennt, ist häufig ein Scheidenpilz Schuld. Dieser entsteht, wenn der äußere Säureschutzmantel der Haut angegriffen ist. Ist das Problem mit frei in der Apotheke erhältlichen Mitteln nicht in den Griff zu bekommen, hilft nur der Gang zum Arzt.

Für Betroffene sogenannter Tabukrankheiten ist das Leiden oftmals nicht nur körperlich. Sind Geschlechtsorgane, Darm oder Psyche betroffen, fällt es einfach schwerer, über die Beschwerden zu sprechen. Wir denken, eine Geschlechtskrankheit zu haben, lässt sich automatisch auf viele Sexualpartner zurückführen. Psychisch Kranke fühlen sich schwach und wertlos und Probleme beim Stuhlgang oder Entzündungen von Darm und After sind ja sowieso erstmal unangenehm, weshalb der Gedanke an eine Stigmatisierung nicht weit ist. Doch je selbstverständlicher wir mit diesen Krankheiten umgehen, desto einfacher wird uns das nächste Mal der Gang zum Arzt fallen, wenn es untenrum zwickt. Da kann es helfen, zu verstehen, wie derartige Krankheitsbilder überhaupt entstehen.
Hämorrhoiden

Diese Grafik veranschaulicht die einzelnen Stadien einer Hämorrhoiden-Verdickung sehr genau. In den Gefäßpolstern des Darms (im Bild lila) staut sich das Blut. Sie schwellen an und verengen den Darmeingang, während sie obendrein für Juckreiz, schmerzen und Blutungen sorgen.

Hämorrhoiden – jeder hat sie

Diese Nachricht dürfte sämtlichen Betroffenen einen Teil ihrer Scham nehmen: Hämorrhoiden sind nicht bloß ein Volksleiden, nahezu jeder Mensch hat sie – manche merken es nur einfach nicht. Unter Hämorrhoiden versteht man die unteren Schwellkörper des Enddarms. Sie bilden ein dickes Gefäßpolster, das dazu beiträgt, den Darm nach außen abzudichten. Wenn sich das Blut in diesen Gefäßen staut, kommt es zu knotenartigen Verwölbungen der Schleimhaut, die zu folgenden Symptomen führen können:
  • Schmerzhafter Druck
  • Jucken/Nässen
  • Blutungen
Mithilfe von Hämorrhoidensalben und Zäpfchen lassen sich die Symptome eindämmen. Um Hämorrhoiden vorzubeugen, sollte auf eine ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung geachtet werden, die für einen weichen und regelmäßigen Stuhlgang sorgt. Bei Beschwerden, die nicht in Eigenregie verschwinden, hilft der Gang zum Arzt. Dieser kann die betroffenen Blutgefäße veröden, abbinden oder chirurgisch entfernen.

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Blähungen – heiße Luft

Wenn Hämorrhoiden einen Vorteil haben, dann den, dass ein Außenstehender davon nichts mitbekommt. Was aber tun, wenn man an einer Krankheit leidet, die wir vor unserem Umfeld nicht verstecken können? Blähungen entstehen, wenn sich die während der Verdauung entstehenden Gase im Verdauungstrakt anstauen. Diese müssen irgendwann entweichen – und das kann in Form von Flatulenzen geschehen. Dabei ist der Abgang von Darmgasen normal. Eine deutlich zunehmende Häufigkeit (bis zu 25 mal am Tag) deutet jedoch auf eine Erkrankung hin. Dass unsere Verdauung nicht richtig funktioniert, erkennen wir an folgenden Blähungs-Symptomen:
  • aufgeblähter Bauch
  • häufiger Abgang von Darmgasen
  • Magenschmerzen
  • Völlegefühl
Die Ursachen von Blähungen sind unterschiedlich. Von einer falschen Ernährung oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente bis hin zu Stress. Der Magen-Darm-Trakt kann sehr empfindlich auf derartige Einflüsse reagieren. In diesem Fall hilft der Gang zum Arzt, da nicht selten auch eine ernstere Erkrankung (Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm) dahinter stecken kann. Gibt es keinen eindeutigen Auslöser, können Hausmittel wie Tees und Bauchmassagen helfen, die Darmregion zu entspannen. Gleichzeitig sollte auf blähende Nahrungsmittel wie kohlensäurehaltige Getränke, Kohl oder Hülsenfrüchte verzichtet werden.
Herpes

Kein schöner Anblick: Herpes, auch Fieberblasen genannt, bezeichnet kleine Bläschen, die häufig um die Lippenpartie auftreten. Die Bläschen füllen sich zunächst mit klarer Flüssigkeit und platzen schließlich auf. Anschließend verkrustet sich die Narbe gelblich und heilt binnen 14 Tagen ab.

Lippenherpes

Das Gesicht ist das Erste, worauf wir bei einem Menschen schauen. Insofern sind Krankheiten dort besonders unangenehm. Bei einer Herpesinfektion kommt es zunächst zu Spannungen und Jucken an der entsprechenden Körperstelle. In der Regel ist die Mundpartie betroffen, aber auch Fingernägel, Augen und Gesäß werden öfter von Herpesbläschen heimgesucht. Anschließend bilden sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die oft schon nach wenigen Stunden aufplatzen und eine gelbliche Kruste bilden. Diese heilt zwar innerhalb von bis zu 14 Tagen ab, besonders ästhetisch sind sie trotzdem nicht. Der Ausbruch der Krankheit hängt vom Immunsystem des Betroffenen ab. 85 Prozent der Bevölkerung tragen das Herpesvirus in sich, es wird jedoch vom Immunsystem in Schach gehalten. Ist es stark geschwächt, kann der Erreger ausbrechen. Auch Folgendes kann zu einem Ausbruch des Virus führen:
  • Hormonschwankungen
  • Stress
  • Ekel
  • Hautreizungen
  • Verbrennungen
Um die Symptome einzudämmen und den Heilungsprozess zu beschleunigen, empfiehlt sich die Anwendung einer virenhemmenden Creme. Ein Herpespflaster kann zudem die Ansteckung Anderer verhindern. Ohne Behandlung brauchen die Bläschen etwa zwei Wochen, um zu verschwinden.
Mundgeruch

Häufig sind Beläge auf der Zunge Ursache für Mundgeruch. Werden diese regelmäßig entfernt, ist der Betroffene sein unangenehmes Problem meist los.

Mundgeruch

Das Problem beim Mundgeruch ist, dass die Betroffenen häufig gar nicht wissen, dass sie einen übel riechenden Atem haben. Meist erfahren sie erst durch Außenstehende davon. Eine unangenehme Situation für beide. Dafür ist Mundgeruch recht einfach zu behandeln, wenn man die Ursache kennt. Nur in wenigen Fällen ist er das Symptom einer schwerwiegenden Krankheit. In dieser Hinsicht solltest du deinem Arzt vertrauen. Er kann dir sagen, was die Ursache für den Mundgeruch ist. Häufig reicht schon eine intensivere Mundhygiene, um das Problem zu beheben. In den meisten Fällen sind
  • Zahnfleischentzündungen
  • Mandelentzündungen
  • verminderter Speichelfluss
die Ursache für Mundgeruch. Auch eine Erkrankung des Stoffwechsels kann die Ursache für Mundgeruch sein. In diesem Fall muss dein Arzt dieser Erkrankung auf den Grund gehen. Du siehst also: Mundgeruch hat mitnichten immer etwas mit mangelhafter Mundhygiene zu tun. Es ist wichtig, keine Scheu zu haben, dem Arzt seine Probleme zu schildern. Es geht schließlich um deine Gesundheit und du bist garantiert längst nicht die einzige Person mit diesem Leiden.

Herpespflaster

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

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