Kein Naserümpfen mehr

Stinkefüße? 9 Tipps gegen Schweißfüße

Stinkefüße machen oft einsam. Denn wenn es von den Füßen her mieft, ergreifen viele Menschen die Flucht. Doch gegen Schweißfüße gibt es wirksame Mittel – die besten Tipps!

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Barfuß in der Wiese

Stinkefüße? Weg mit dem Fußgefängnis und öfters barfuß laufen!

Wer Stinkefüße hat, macht sich nicht immer Freunde. Viele gehen auf Abstand, wenn es aus den Schuhen und von den Füßen her müffelt. Höchst unangenehm sind Schweißfüße, wenn Sie ihre Schuhe beim Gastgeber unvorhergesehen ausziehen müssen oder die Füße im Sommer bei heißen Temperaturen noch mehr schwitzen und miefen. Stinkefüße entstehen, wenn die Schweißdrüsen am Fuß besonders aktiv sind und viel Flüssigkeit produzieren. Dann laufen Bakterien, die ganz normale Mitbewohner der Haut an den Füßen sind, zur Höchstform auf. Sie zersetzen den Schweiß und stellen übel riechende Abfallprodukte her, zum Beispiel Buttersäure. Der typische Geruch von Käsefüßen entsteht. Er ist unangenehm für den Träger der Stinkefüße, aber auch für andere, die meist schnell die Nase rümpfen. Schweißfüße haben sogar einen medizinischen Namen: Hyperhidrosis plantaris. Was tun Sie gegen Stinkefüße? Die besten Tipps!

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1. Richtiges Schuhwerk

Tragen Sie atmungsaktive Schuhe, in denen sich die Flüssigkeit und die Hitze nicht stauen. Gut sind zum Beispiel Schuhe aus atmungsaktiven Naturstoffen wie Leder, Leinen oder Baumwolle. Verzichten Sie besser auf Schuhe mit synthetischen Materialien, zum Beispiel Gummi oder Kunststoff. Wer den ganzen Tag in Sneakers oder Turnschuhen umherläuft, muss sich über abendliche Stinkefüße nicht wundern. Denn die Wärme entweicht nicht und der Schweiß sammelt sich – ein Eldorado für die Bakterien. Das gilt vor allem, wenn Sie barfuß in Ihr Schuhwerk steigen. Stecken Sie Schuhe, deren Material sich dafür eignet (nicht Leder!), häufiger in die Waschmaschine und waschen Sie diese bei niedrigen Temperaturen. Viele Schuhe besitzen herausnehmbare Innensohlen, die ebenfalls eine Wäsche vertragen.

2. Schuhe öfters wechseln

Wechseln Sie öfters Ihre Schuhe und tragen Sie verschiedene Varianten am Tag. Geschlossene Schuhe sind eine echte Sauna für die Füße. Sie fördern auch das Risiko für Fußpilz. Steigen Sie ab und an auf offenes Schuhwerk um, zum Beispiel Sandalen. Modische Flip-Flops sind zwar offen und es kommt Luft an ihre Füße, bestehen aber oft aus Kunststoff und den Füßen bricht irgendwann der Schweiß aus. Es gibt auch Sandalen und Flip-Flops, die eine Ledersohle besitzen. Außerdem rutschen Sie weniger im Schuh hin und her und haben einen besseren Halt.

3. Innensohlen einlegen

Alternativ legen Sie Sohlen aus Leder oder einem atmungsaktiven Material in Ihre Schuhe. In Drogerien, Reformhäusern und Schuhgeschäften sind spezielle Einlegesohlen erhältlich, die unangenehme Gerüche binden. Sie sind zum Beispiel mit Zimt oder Aktivkohle imprägniert, die Schweißfüßen entgegenwirken und Düfte neutralisieren. Aber auch diese Sohlen tauschen Sie regelmäßig aus, sonst drohen wiederum Stinkefüße.

4. Richtige Socken und Strümpfe

Kaufen Sie am besten dünne Socken oder Strümpfe aus Naturfasern wie Baumwolle – nicht aus Synthetik. Denn Baumwolle ist saugfähig und nimmt Fußschweiß besser auf als ein Strumpf aus Kunstfasern. So haben Stinkefüße weniger Chancen. Wechseln Sie Ihre Socken häufiger. Wenn Sie unter erheblichen Schweißfüßen leiden, sogar mehrmals am Tag.

5. Schuhe desinfizieren

Drogerien bieten Desinfektionsmittel für die Schuhe. Sie richten sich gezielt gegen die Bakterien und machen ihnen den Garaus. Desinfizieren Sie Ihre Schuhe mindestens einmal pro Woche mit einem Spray. Dann überleben weniger Keime, die den Fußschweiß zersetzen und Käsefüße entstehen lassen.

6. Füße kalt waschen!

Gönnen Sie Ihren Füßen häufiger eine Abkühlung zwischendurch. Waschen Sie sie mit kaltem Wasser. Auch eine kurze Fußmassage unter dem kühlen Nass tut den Füßen gut. Sie entfernen den „alten“ Schweiß und drosseln die Aktivität der Schweißdrüsen. Seife oder eine Fußbad mit Salbei verleiht Ihren Füßen einen angenehmen Geruch - zumindest vorübergehend. Salbei wirkt schweißhemmend und ist auch in vielen Deos für die Achseln enthalten.

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7. Fußdeo mit Aluminiumchlorid

Aluminiumchlorid steckt ebenfalls in vielen Deodorants. Es sorgt dafür, dass sich die Kanäle der Schweißdrüsen zusammenziehen und diese den Schweiß nicht absondern. Für die Füße bietet der Handel Fußdeos oder Lotionen mit Aluminiumchlorid. Achten Sie aber auf die Aluminiumdosis, die Sie aufnehmen. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer aktuellen Stellungnahme hin. Aluminium wirkt auf das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und beeinflusst die Knochenentwicklung. Eine Alternative sind Fußdeos, die Alkohol enthalten. Er attackiert die Bakterien und verhindert Stinkefüße.

8. Öfters barfuß laufen

Befreien Sie Ihre Füße aus dem Schuhgefängnis, so oft es geht. Dies beugt nicht nur Deformationen vor, zum Beispiel einem Hallux valgus oder Hammerzeh, sondern lässt Luft an Ihre Füße. Manche schwören auch auf atmungsaktive Barfußschuhe, welche die Fußmuskulatur angeblich trainieren. Der Schweiß verdunstet und Ihre Haut darf atmen. Und: je weniger Fußschweiß, desto weniger Stinkefüße!

9. Nervengift Botox

Wer längere Zeit extreme Stinkefüße hat, fragt am besten einen Hautarzt um Rat. Er findet heraus, ob Ihre Füße übermäßig viel Schweiß produzieren. Um Schweißfüße handelt es sich erst, wenn jeder Ihrer Füße pro Minute 50 Milligramm Flüssigkeit produziert. Manchmal helfen Infektionen mit dem starken Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox. Es ist aus der Schönheitschirurgie gut bekannt als Anti-Falten-Mittel. Botox legt bestimmte Nerven am Fuß lahm, vermindert die Schweißproduktion – und damit Stinkefüße.

Deo gegen Schweißfüße

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.