Wer schön sein will, muss leiden

So gefährlich sind hohe Absätze

Ihre Vorzüge sind unwiderstehlich: Hohe Hacken sorgen für lange Beine, einen schlanken Fuß und einen attraktiven Hüftschwung. Doch wer dauerhaft auf High Heels läuft, riskiert seine Gesundheit.

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Frau in High Heels

High Heels sind ein sexy Anblick. Für die Füße sind die hohen Schuhe jedoch alles andere als attraktiv.

Ob Mann, ob Frau: Fast jeder liebt hohe Absätze am Fuß einer Frau. Vorausgesetzt, diese kann auch darauf laufen. Doch manchmal hat der staksige Gang gar nichts mit einem mangelnden Gleichgewichtssinn zu tun, sondern mit Schmerzen. So schön hohe Absätze für den Außenstehenden auch aussehen mögen, für den menschlichen Körper sind die hohen Hacken eine echte Herausforderung, vor der auch Mediziner warnen. Denn nicht nur der Fuß selbst wird durch die Fehlbelastung geschädigt, falsches Schuhwerk kann den Knochenbau so stark schädigen, dass Körperpartien beeinflusst werden, die auf den ersten Blick nichts mit den Füßen zu tun haben. Dazu gehören der Kieferbereich, Rücken-, Waden- und Nackenprobleme.
Hallux Valgus

Beim Hallux Valgus wird der große Zeh durch falsches Schuhwerk so sehr nach innen gedrückt, dass der Ballenbereich schmerzhaft verbreitet wird. Dieses Phänomen ist nur operativ zu entfernen.

Wirbelsäule und Hüfte leiden ebenso sehr

Der Fuß sorgt bei der Trägerin wie auch bei allen anderen Menschen für das Gleichgewicht des gesamten Körpers. Steckt der Fuß in zu hohem Schuhwerk, gerät er aus diesem Gleichgewicht. Die Folgen für den gesamten Knochenbau sind enorm. Obwohl High Heels den Fuß kurzfristig strecken, führen sie auf lange Sicht zu einer Verkürzung des Wadenmuskels. Die Achillessehne muss sich zusammenziehen, auch im Knie verändert sich die Gewichtsverteilung. Einer Studie zufolge muss das Kniegelenk 26 Prozent mehr Gewicht abfedern. Eine Erhöhung des Kniegelenksarthrose-Risikos ist die Folge. Durch die von den hohen Schuhen herbeigeführte Schwerpunktverlagerung krümmt sich der Rücken mehr. Dies führt zu Schmerzen, die sich bis zur Hüfte fortsetzen können. Da all diese Faktoren auch einen direkten Einfluss auf die Knochen haben, ist die Wirbelsäule indirekt in jede dieser Entwicklungen verwickelt. Die Folge sind sich verändernde Bewegungsabläufe, die den Körper nach und nach mehr schädigen. Und jeder Zentimeter Absatz verstärkt diese Probleme. Es stimmt also tatsächlich: Je höher der Schuh, desto ungesünder ist er.

Für High Heels in den OP-Saal

Es gibt Bandagen, Polster und Schienen, die der Fehlstellung der Zehen entgegenwirken, aber dass sich High-Heel-Trägerinnen ihren durch das Laufen auf hohen Schuhen entstandenen Hallux Valgus entfernen lassen (müssen), ist keine Seltenheit. Doch mittlerweile hat es sich zu einem Trend entwickelt, dass man sich bereits unters Messer legt, noch bevor man es überhaupt müsste. Dieses sogenannte Cinderella-Phänomen beschreibt eine Operation, bei welcher der Arzt kleine Teile des Fußaufbaus wegoperiert, um das Tragen von High Heels komfortabler zu machen. Das geht von durchaus noch medizinisch vertretbaren Forderungen wie der Korrektur verkrümmter Zehen bis hin zur Forderung nach der Abtrennung einzelner Gliedmaßen oder der Frage nach einer Fettabsaugung am großen Zeh. Die Schönheitschirurgie bringt diese verstärkte Nachfrage nach Fuß-Korrekturen mit dem erhöhten Stellenwert hochpreisiger Markenpump-Anbieter wie Christian Louboutin und Manolo Blahnik in Verbindung, mit denen eine Frau von Welt heutzutage ihren extravaganten Lifestyle definiert.

Das Antishokk-Verfahren soll High Heels komfortabler machen

Schon jetzt setzen einige große Schuhhersteller darauf, ihre Modelle mit der Antishokk-Technik aufzurüsten. Diese soll die Gelenke der Trägerin wie ein Stoßdämpfer schonen, was den Körper auf Dauer entlastet. Das sorgt nicht nur für einen höheren Tragekomfort als bei herkömmlichen Absatzschuhen, es ist darüber hinaus fast unsichtbar. Nur ein heller Streifen am unteren Ende des Absatzes verrät Antishokk. Ihre Funktion ist simpel: Mithilfe von eingebauten Druckluftkammern und Stabilisatoren im Inneren des Absatzes wird jeder Schritt um rund 50 Prozent abgefedert. Das schont Gelenke sowie Wirbelsäule und die Trägerin hat das Gefühl, das Laufen auf ihren High Heels fühlt sich nur noch halb so anstrengend an. Mit dieser Technik ausgestattete Schuhe finden sich im Fachhandel und sind nur unwesentlich teurer als Schuhe ohne Antishokk-Aufrüstung. Beim nächsten Einkauf also einfach mal darauf achten, wer weiterhin halbwegs gesund auf hohen Schuhen durch die Stadt stöckeln möchte.

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