Die natürlichste Sache der Welt

So funktioniert die natürliche Verhütung

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Genießen ohne Reue.

Unter den Vorteilen, die der medizinische Fortschritt gebracht hat, ist die Empfängnisverhütung für Frauen mithilfe der Antibabypille und ähnlicher Verhütungsmittel wohl einer der größten. Doch nicht alle Frauen vertragen hormonelle Verhütungsmittel oder bevorzugen aus anderen Gründen eine natürliche Verhütung.
Möchtest du auf künstliche Verhütungsmittel wie Pille, Spirale und Kondom verzichten, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass eine natürliche Verhütung viel Disziplin und eine gute Beobachtungsgabe erfordert und dennoch keine hundertprozentige Sicherheit bietet.

Wie funktioniert die natürliche Verhütung?

Die zuverlässigste Methode, um natürlich zu verhüten, ist die Messung der Basaltemperatur in Kombination mit der Billingsmethode, der Messung des Zervixschleims. Diese natürliche Verhütung wird symptothermale Methode genannt.
Als Basaltemperatur wird die Körpertemperatur morgens beim Aufwachen bezeichnet. Noch ehe du aufstehst, musst du die Temperatur im Mund, im Darm oder in der Vagina messen und in eine Tabelle oder eine App eintragen. Du wirst nach einigen Wochen eine Kurve sehen: In der ersten Zyklushälfte liegt die Basaltemperatur etwas niedriger. Sie steigt zum Eisprung um 0,2-0,5 Grad an. An diesen Tagen ist die Frau besonders fruchtbar. Ab dem dritten Tag der erhöhten Temperatur bis zur nächsten Menstruation ist eine Empfängnis dann nicht mehr möglich.
Zur symptothermalen Methode gehört auch die Prüfung des Zervixschleims (Gebärmutterhalsschleim), die nach ihrem Entwickler auch Billingsmethode genannt wird. Der Zervixschleim ist während der unfruchtbaren Phase vor und nach der Menstruation zähflüssig und bildet einen Pfropfen am Muttermund. Einige Tage vor dem Eisprung wird er allmählich flüssiger. Zur Zeit der höchsten Fruchtbarkeit um den Eisprung herum ist er klar und fast flüssig. Du bemerkst dann, dass der Eingang der Scheide ständig feucht ist und dass du mit den Fingern einen Faden mit dem Schleim ziehen kannst.

Wie sicher ist die natürliche Verhütung?

Die Kombination aus Temperaturmessung und Billingsmethode wird mit einem Pearl-Index von 0,8 bis 10 bewertet. 0,8 bedeutet, dass von 100 Frauen 0,8 Frauen trotz der Verhütung schwanger werden. Die symptothermale Methode ist dennoch die mit Abstand sicherste natürliche Verhütung.
Bei der Kalendermethode (Knaus-Ogino) liegt der Pearl-Index zum Beispiel bei 9, es werden also von 100 Frauen 9 ungewollt schwanger. Der Gedanke hier ist, dass du mehrere Monatszyklen kalendarisch festhältst und so die fruchtbaren Tage des Zyklus (den 12. bis 18. Tag, gerechnet vom 1. Tag der Menstruation an) berechnest. Da es selbst beim regelmäßigsten Zyklus immer wieder leichte Schwankungen gibt, die z. B. durch Krankheit, Medikamente, Sport oder Urlaub verursacht werden, kann es leicht zu Fehlberechnungen kommen.

Wie funktioniert die natürliche Verhütung per Hormoncomputer?

Seit den 90er-Jahren ist der Hormoncomputer Persona auf dem Markt. Dabei musst du regelmäßig (achtmal pro Zyklus) Urintests mit Teststäbchen durchführen. Der Computer wertet den Hormongehalt im Urin aus und signalisiert dir mit Grün oder Rot, ob du aktuell fruchtbar bist. Mit einem Pearl-Index von 6,5 ist der Hormoncomputer jedoch nicht unbedingt sicher. Dazu kommen die Kosten für den Computer selbst (in Apotheken ab etwa 76 Euro) und die monatlichen Teststäbchen (35 Euro).
Weit günstigster ist also die natürliche Verhütung mit Temperaturmessung und Prüfung des Zervixschleims: Hierzu benötigst du nur ein Thermometer und ein Notizbuch oder eine spezielle App wie OvuView (Android) und Lily (iOS), die du für wenige Euro auf dein Smartphone herunterladen kannst.