Tödlichen Badeunfällen vorbeugen

Wie lange darf ich nach dem Essen nicht schwimmen?

Geh' mit vollem Bauch nicht schwimmen! Diese Warnung bekommt jedes Kind immer wieder zu hören. Doch wie gefährlich ist es wirklich, gleich nach dem Essen ins Wasser zu springen?

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Nach einem kleinen Snack dürfen Sie gleich wieder ins Wasser hüpfen und sich abkühlen.

An einem heißen Sommertag gibt es kaum etwas Schöneres, als sich im Schwimmbad, Badesee oder Meer abzukühlen. Laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) nutzt rund ein Drittel der Deutschen das Wasser, um sich zu erfrischen. Allerdings: 2016 ertranken hierzulande 537 Menschen – mehr als in den Vorjahren.
Die DLRG hat Schwimmregeln aufgestellt, um Menschen vor den Risiken zu bewahren. Die bekannteste dieser Regeln lautet: „Gehe nie mit vollem Magen ins Wasser!“ Tatsächlich ist diese Regel umstritten, obwohl sie sich hartnäckig hält.

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Der Körper ist mit der Verdauung beschäftigt

Hintergrund für die Warnung ist, dass der Organismus nach einer üppigen Mahlzeit mit der Verdauung beschäftigt ist. Das kostet Energie, die zum einen den Muskeln fehlt, was gelegentlich zu Schwächeanfällen im Wasser führt. Zum anderen besteht vor allem für ältere Menschen mit Vorerkrankungen durch die Belastung das Risiko, dass sie Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps bekommen.
Allerdings haben die meisten Menschen nach einer üppigen Mahlzeit und vollem Magen sowieso kein Bedürfnis, längere Strecken zu schwimmen. Und wer nur einen kleinen Snack verspeist hat und Lust auf eine Abkühlung hat, der muss sich das Vergnügen nicht versagen. Sie können also ruhig Ihrem eigenen Gefühl vertrauen und ins Wasser gehen, wenn Sie sich körperlich auch wohlfühlen.

Größere Gefahr durch Temperaturschock

Viel wichtiger ist es, folgende Regel zu beachten: „Kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst!“ Tatsächlich endet ein beherzter Sprung ins kalte Nass manchmal tödlich, wenn der Kreislauf einen großen Temperaturunterschied zwischen der warmen Außentemperatur und dem kalten Wasser nicht verkraftet. Durch den Temperaturschock steigt der Blutdruck stark an, zugleich ziehen sich die Gefäße zusammen, und ein gewaltiger Druck lastet auf dem Kreislauf. Mögliche Folgen können Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Vor allem ältere Leute mit geschädigtem Herz-Kreislauf-System sind gefährdet.
Die DLRG weist darauf hin, dass die meisten tödlichen Badeunfälle der letzten Jahre in unbewachten Gewässern passierten. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über die möglichen Gefahren sind oft die Ursache. Das Risiko, in unbewachten Gewässern zu ertrinken, ist übrigens um ein Vielfaches größer als in Bädern und an Küsten, an denen Rettungsschwimmer Wache halten.

Das sind die wichtigsten Baderegeln:

1. Springe nie erhitzt ins Wasser! Kühle dich vorher ab!
2. Verlasse das Wasser, wenn du frierst!
3. Bade nicht mit vollem Magen!
4. Gehe nicht übermüdet ins Wasser!
5. Steig nicht unter Alkohol-, Medikamenten- oder Drogeneinfluss ins Wasser!
6. Tauche nicht mit Erkältung!
7. Schwimme oder tauche nicht im Bereich von Sprunganlagen!
8. Renne nicht am Beckenrand!
9. Stoße nie andere ins Wasser!
10. Geh aus dem Wasser bei Sturm, Gischt, Gewitter!
11. Verlasse dich als Nichtschwimmer nicht auf aufblasbare Schwimmhilfen!
12. Springe nie in unbekanntes oder trübes Wasser!
13. Meide Wehre und Strudel!
14. Schwimme nie allein!
15. Halte dich fern von Schiffen und anderen Wasserfahrzeugen!
Quelle: Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Wasserwacht Bayern

Rettungsringe

Katrin Hoerner

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