Schmerzen beim Sex

Was tun, wenn Schmerzen beim Sex zum Alltag gehören?

Ärzte glauben, dass bis zu 25 Prozent aller Frauen gelegentlich oder regelmäßig unter Schmerzen beim Sex leiden. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Die Ursachen der sogenannten Dyspareunie sind zahlreich und nicht leicht zu diagnostizieren.

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Schmerzen beim Sex

Für 25 Prozent aller Frauen wird die Freude im Bett durch Schmerzen beim Sex getrübt.

Schmerzen beim Sex sind nicht nur ein absoluter Lustkiller, sondern können auch beträchtlichen Schaden im Genitalbereich verursachen, sollte Frau sie ignorieren. Rund ein Viertel aller Frauen hat regelmäßig oder gelegentlich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Meist sind Schmerzen auf eine einfache Harnwegsinfektion zurück zu führen und leicht zu behandeln. Manchmal ist die Ursache allerdings schwerer zu finden.

Körperliche Ursachen ausschließen

Kann man eine Harnwegsinfektion ausschließen, sollte nach anderen Ursachen gesucht werden. So kann auch eine Endometriose für die Schmerzen verantwortlich sein. Hierbei handelt es sich um eine Wucherung des Gewebes in der Gebärmutterschleimhaut. Die Schmerzen sind Menstruationsschmerzen nicht unähnlich und haben auch denselben Ursprung. Wird eine Endometriose nicht schnell behandelt, kann aus den anfangs gutartigen Wucherungen Zysten entstehen, die nur noch operativ entfernt werden können.
Endometriose ist nach Myomen - gutartige Tumore in der Gebärmutter - die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Circa fünf Prozent aller Frauen haben bis zu Beginn ihrer Wechseljahre mit Endometriose zu kämpfen. Problematisch ist auch, dass diese Wucherungen bei Frauen oftmals außerhalb des Bettes keine Schmerzen verursacht. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. geht davon aus, dass bei 40 bis 60 Prozent aller Frauen, die kinderlos bleiben, Endometriose als Grund vorliegt.
Neben den genannten Erkrankungen können auch Verwachsungen nach Geburten oder Operationen, genannte Myomen oder Geschlechtskrankheiten für Schmerzen beim Sex sorgen. Oftmals schweigen Frauen aus Scham, was zur Verschlimmerung der Krankheit führt.

Psychische Ursachen nicht unter den Tisch kehren

Kann man körperliche Ursachen ausschließen, sollte man sich auf die Suche nach psychischen Störungen machen. Vaginismus, also das schmerzhafte Verkrampfen der Scheide, ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Hierbei zieht sich die Vagina reflexartig zusammen, sobald etwas in sie eingeführt wird. Oftmals liegen hier negative Erfahrungen oder traumatische Eingriffe zugrunde. Vaginismus lässt sich mit Hilfe eines Sexualtherapeuten gut behandeln. Gemeinsame Gespräche und spezielle Übungen können das Problem nach und nach lösen. Wichtig hierbei ist, Vaginismus als ernsthaftes Problem wahrzunehmen. Viele Frauen leiden jahrelang, bevor sie den Partner einweihen. Womit direkt ein Gerücht zerstört werden soll. Das Gefangenhalten des Penis bei einem Scheidenkrampf ist nicht möglich und gehört in den Bereich der modernen Mythen.
Auch Trockenheit kann zu Schmerzen beim Sex führen und ist auch auf eine Abneigung des Koitus zurückzuführen. Oft willigen Frauen Sex mit dem Partner zu, ohne selbst in Stimmung zu sein. Diese Unlust führt zu einer geringeren Absonderung der Scheidenflüssigkeit und damit zu schmerzhafter Reibung. Hier gilt es, besonders behutsam vorzugehen. Führen Petting, orale Stimulierung oder Masturbation zu keiner Veränderung, können auch körperliche Ursachen vorliegen. Trotzdem sollte erst einmal der vertrauensvolle Austausch miteinander im Vordergrund stehen, bevor man einen Arzt konsultiert. Häufig kann ein befreiter und behutsamer Umgang mit dem Thema Sexualität zu einer Lösung des Problems führen.

Was ist mit dem Mann?

Auch Männer können Schmerzen beim Sex empfinden. Vorhautverengung, Harnwegsinfekte oder Probleme mit der Prostata können zu schmerzhaftem Koitus führen. Mehr noch als bei Frauen, steht bei Männern die Angst vor dem Versagen im Vordergrund. Dabei gilt auch hier: Es gibt nichts, wofür man sich schämen muss. Viele Krankheiten sind leicht behandelbar und können wieder schnell zu einem normalen Umgang mit der Sexualität führen. Falscher Stolz ist hier fehl am Platz.

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