Endlich wieder Durchschlafen

Schlafstörungen: Wenn die Nacht zur Qual wird

Hast du schon wieder nachts wach gelegen und fühlst dich den ganzen Tag gerädert? Dann leidest du womöglich unter Schlafstörungen. Dagegen kannst du etwas tun.

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Schlaflos

Etwa ein Fünftel aller Deutschen leidet an Schlafstörungen – bei einem Schnarcher im Ehebett leidet der Partner gleich mit.

Schlafstörungen können ganz unterschiedliche Ausprägungen haben: Einschlafprobleme, häufiges Wachwerden während der Nacht oder Aufwachen weit vor der geplanten Weckzeit. Auch Atemaussetzer, unter dem Namen Schlafapnoe bekannt, oder Bewegungsstörungen wie unkontrollierte Zuckungen zählen dazu, ebenso wie die sogenannte Hypersomnie, bei der Betroffene trotz überdurchschnittlich langem Schlaf permanent müde sind.

Wichtige Ruhe für den Körper

Dabei ist guter Schlaf für die Erholung von Körper und Geist wichtig. Er setzt sich aus zwei Hauptphasen zusammen. In der REM-Phase träumen wir intensiv, und in der NREM-Phase wechseln sich Tief- und Leichtschlafstadien ab. Schlafprobleme unterbrechen diese Phasen und stören damit Verdauung, Blutdruck und Stoffwechsel – Körperfunktionen, die in der Nacht eigentlich in Ruhe arbeiten sollen. Können sie das nicht, drohen gesundheitliche Probleme.
Ein Beispiel: Der Blutdruck ist im Schlaf in der Regel sehr niedrig, damit wir überhaupt einschlafen und zur Ruhe kommen. Bei Schläfern, die mehrfach nachts aufwachen oder sogar aufstehen müssen, geht der Blutdruck jedes Mal wieder nach oben. Auf Dauer kann dies zu Bluthochdruck führen, der für den Körper gefährlich ist. Betroffene sollten deshalb zum Arzt gehen.

Menschen schlafen unterschiedlich lang

Wie lange du schläfst, sagt gar nicht so viel über einen gesunden Schlaf aus. Denn jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf, Teenager meistens etwas mehr, ältere Menschen oft weniger. Und auch deine persönliche Veranlagung beeinflusst die Schlaflänge. Wissenschaftler halten sieben bis acht Stunden für optimal, aber im Grunde gelten sämtliche Schlaflängen zwischen fünf und zehn Stunden als normal. Wirklich entscheidend ist, wie erholt sich der Schläfer hinterher fühlt.

Nachts wach, tagsüber müde

Eine durchwachte Nacht gilt noch nicht als Schlafstörung. Aber Betroffene, die über einen längeren Zeitraum unter den genannten Problemen leiden, sollten einen Arzt aufsuchen. Denn die Schlafprobleme beeinträchtigen den Alltag immens: Menschen mit Schlafstörungen leiden unter starker Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche bis hin zu Gereiztheit oder gar Angstzuständen.
Autofahrer mit Schlafdefizit können ein Risiko im Straßenverkehr darstellen; am Arbeitsplatz haben Betroffene oft wenig Elan, schaffen ihre Aufgaben kaum. Darüber hinaus riskieren sie aber vor allem schwere gesundheitliche Folgeschäden. Deshalb solltest du dich unbedingt auf die Suche nach den Ursachen machen, wenn du unter Schlafstörungen leidest.
York Scheller TK-Experte

„Manchmal gehen einem Aufgaben oder Ideen durch den Kopf und verhindern das Einschlafen. Schreib sie als Stichpunkte auf einen Zettel neben dem Bett. So kannst du besser loslassen, ohne dass die Gedanken und To-Dos verloren gehen.“

TK-Experte York Scheller, Diplom-Psychologe, Experte für Stressbewältigung

Wie schläfst du?

Die Gründe für Schlafstörungen sind vielfältig: Äußere Faktoren wie Lärm, strenge Gerüche, eine falsche Matratze oder zu helles Licht von der Straße können unseren Schlaf ebenso beeinträchtigen wie unregelmäßige Bettzeiten durch Schichtarbeit. Auch ein hoher Konsum von Kaffee, Alkohol oder Tabak kann wachhalten. Zu mächtiges Essen oder auch ein leerer Magen können deinen Schlaf ebenfalls stören. Solche Faktoren kannst du in der Regel leicht abstellen.

Stress und Psyche halten wach

Schwieriger zu beheben sind die vielen psychischen Ursachen, die einen gesunden Schlaf beeinträchtigen können. Etwa Stresssituationen im Beruf oder Konflikte in der Familie, die dich nachts beschäftigen und nicht zur Ruhe kommen lassen. Manchmal hilft es, am Abend noch Sport zu treiben, um abzuschalten. Allerdings solltest du danach vorm Zubettgehen noch ein wenig auf der Couch entspannen, damit dein Kreislauf runterfahren kann.
Auch Depressionen, Psychosen oder Angsterkrankungen führen zu Schlafstörungen. Bei solchen Krankheiten kann Schlafmangel sogar beschleunigend wirken, weshalb die Analyse des Schlafverhaltens durch den Arzt sehr wichtig ist.

Sind Krankheiten der Grund für die Probleme?

Schlafstörungen können auch darauf hinweisen, dass du eine organische Krankheit in dir trägst. Schnarchen und Atemaussetzer lassen darauf schließen, dass deine Atemwege nicht in Ordnung sind. Bei Herz-Rhythmus-Störungen schüttet dein Körper vermehrt Stresshormone aus, die deinen Schlaf stören. Auch Magengeschwüre oder Darmerkrankungen, Gelenkbeschwerden und Kopfschmerzen können dich wachhalten oder am Morgen zu früh wecken. Nervenkrankheiten wie Parkinson, Entzündungen im Gehirn oder gar Tumore verursachen ebenfalls Schlafprobleme, weil sie die Nervenzellen stören, die nachts sehr aktiv sind.
Natürlich ist nicht immer gleich eine schwere Krankheit Auslöser für durchwachte Nächte. Aber wenn du eindeutige Schlafstörungen über lange Zeiträume ignorierst, können Krankheiten länger als nötig unentdeckt bleiben und eventuell chronisch werden.

Komplexe Diagnose

Oft haben Schlafstörungen mehrere Ursachen, das macht die Suche nach den Auslösern sehr komplex. Ein Arzt geht in der Regel einen Fragenkatalog mit dir durch, anhand dessen er Lebenswandel, Krankheitsgeschichte und äußere Faktoren ablesen kann. Aufschluss geben kann auch ein Schlaftagebuch, in dem du Schlafzeiten, Auffälligkeiten wie Schnarchen, Zähneknirschen oder Wachphasen notierst.Solltest du das Bett mit deinem Partner teilen, kann er oder sie vielleicht ebenfalls Beobachtungen beschreiben. Eine umfassende Analyse ermöglicht die Untersuchung über Nacht in einem Schlaflabor, bei der Experten Werte wie Herzfunktion, Muskelaktivitäten und Sauerstoffzufuhr überwachen und auswerten.

Wege zum gesunden Schlaf

Schlafstörungen müssen dich nicht dein Leben lang quälen. Allerdings gibt es genauso viele Therapiemöglichkeiten wie Ursachen. Erst einmal solltest du testen, ob nicht vielleicht doch die oben genannten Schlafgegebenheiten wie Bett oder Raumhelligkeit das Problem darstellen. Bei Einschlafproblemen gibt es einfache Wege, die du ausprobieren kannst. Stehst du derzeit ganz offensichtlich unter Stress, könntest du Entspannungsübungen oder autogenes Training machen, um im Bett herunterzufahren. Auch Schlaf-Apps oder Entspannungsmusik können eine beruhigende Wirkung ausüben.
Findest du trotzdem über mehrere Wochen keinen regelmäßigen Schlaf, dann geh unbedingt zum Hausarzt. Oft sind mehrere Faktoren gleichzeitig für schlechten Schlaf verantwortlich. Mit dem Arzt zusammen kannst du herausfinden, welche das sind. Von Schlafmitteln solltest du die Finger lassen. Abgesehen davon, dass du sie nur auf ärztlichen Rat hin einnehmen solltest, sind sie bestenfalls eine kurzzeitige Hilfe. Sie beseitigten nicht die Ursachen deiner Schlafstörungen – und sie haben Nebenwirkungen bis hin zur Abhängigkeit.
Kathinka Burkhardt

von

Es sind die einfachen Dinge, die das Leben gesünder machen: regelmäßige Bewegung, gute Ernährung und natürlich Entspannung. Über diese Themen schreibe ich und stelle immer wieder fest: Gesund zu leben, ist gar nicht so einfach!

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