Gefährliche Atemaussetzer

Schlafapnoe: Wenn nachts die Luft wegbleibt

Du hast die halbe Nacht nicht geschlafen, weil dein Partner zwischen kurzer Stille und ohrenbetäubendem Schnarchen wechselt? Was dir den Schlaf raubt, kann für ihn gefährlich werden – wenn es sich als Schlafapnoe entpuppt.

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Schlaflos durch Schlafapnoe

Die bei einer Schlafapnoe typischen Atemaussetzer werden in der Regel zuerst vom Partner registriert.

Was ist Schlafapnoe?

Zwischen 45 und 50 Prozent der Menschen schnarchen gelegentlich – das ist zwar nervig für Bettnachbarn, in der Regel aber unbedenklich. Wenn es dabei aber zu Atemaussetzern von mindestens zehn Sekunden kommt und diese mehr als zehnmal pro Stunde auftreten, sprechen Experten von einer Schlafapnoe.
Es gibt drei Arten: Bei der zentralen Schlafapnoe ist die Gehirnfunktion zur Steuerung des Atemreflexes gestört, während die Muskulatur unbeeinträchtigt arbeitet. Eine regelmäßige Atmung findet nicht statt. Bei der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe verschließen stark erschlaffte Mund- und Rachenmuskeln die Atemwege, sodass keine Luft mehr in die Lungen strömen kann. Die Mehrheit der Betroffenen leidet unter einer gemischten Schlafapnoe, die mit der zentralen Schlafapnoe beginnt und später in die obstruktive übergeht.

Merkmale und Folgen einer Schlafapnoe

Atemstillstände führen zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut. Die Folge: Gehirn und andere Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auf den akuten Sauerstoffmangel reagiert das Gehirn mit einem Weckimpuls, und der Atemwegsverschluss löst sich. Meist bemerkt der Schlafapnoiker den nächtlichen Kampf um die Luft gar nicht, die Folgen hingegen spürt er deutlich.
Da die wichtigen Tiefschlaf- und REM-Phasen nahezu vollständig ausbleiben, fühlt er sich morgens meist gerädert, ist unkonzentriert und wird vom Sekundenschlaf übermannt. Darüber hinaus führt der regelmäßige Sauerstoffmangel zu einer extremen Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Zu den lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen gehören neben Bluthochdruck, Herzschwäche und Herzinfarkten auch Diabetes, Depressionen, Lungeninsuffizienz sowie Schlaganfälle.

Schlaflabor: unter nächtlicher Beobachtung

Nicht jede Schlafstörung ist auf eine Apnoe zurückzuführen. Erste Hinweise geben oftmals die Partner, die die nächtlichen Geräusche oder deren Ausbleiben bemerken. Die erste Anlaufstelle ist dann der Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Bestätigt er aufgrund der aktuellen Symptome, der Krankengeschichte und einer Erstuntersuchung den Verdacht, folgt die Überweisung für ein oder zwei Nächte an ein Schlaflabor. Anhand der Messungen von Hirnströmen, des Herzrhythmus, des Sauerstoffgehalts im Blut und der Beobachtung des Atemflusses während des Schlafes lässt sich genau feststellen, ob eine Schlafapnoe vorliegt und in welcher Ausprägung.
Atemmaske von Philips Healthcare

Sieht ungewohnt aus, sorgt aber für besseren Schlaf: eine Atemmaske.

Durchatmen mit Maske

Eine erste Maßnahme sollte immer sein, Übergewicht, Alkohol und Tabak zu meiden. Das heilt zwar nicht die Apnoe, kann aber die Symptome reduzieren. Eine nahezu vollständige Beseitigung der Symptome bringt die Überdrucktherapie mit einer Atemmaske und CPAP- oder BiPAP-Steuergerät. Das CPAP-Gerät (continuous positive airway pressure, auf Deutsch: kontinuierlicher Atemwegs-Überdruck) bläst Raumluft über eine Schlafmaske in die Nase, was das Druckverhältnis im Nasen-Rachen-Raum begünstigt und die Atemwege offen hält. BiPAP-Geräte (biphasic positive airway pressure, zweiphasiger Atemwegs-Überdruck) arbeiten auf die gleiche Weise, allerdings mit zwei verschiedenen Druckniveaus fürs Ein- und Ausatmen. Der permanente Druckausgleich der individuell abgestimmten Maske verhindert, dass die Atmung kollabiert.
Welche Maske für wen geeignet ist, ermitteln die Experten im Schlaflabor. Liegt eine Verordnung durch den Arzt vor, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten für eine derartige Schlafmaske. Teilweise erstatten sie sogar anteilig Stromkosten am Ende des Jahres.

Dauerhaft gut schlafen

Für einen dauerhaften Erfolg der Überdrucktherapie muss der Schlaf-Apnoiker die Maske allerdings Nacht für Nacht tragen – und auch während des Mittagsschläfchens. Das ist zunächst ungewohnt und geht womöglich mit Schlafproblemen einher. Doch schon nach den ersten Nächten mit Maske fühlen sich die Betroffenen deutlich fitter und so leistungsfähig, wie sie es von früher kennen.
Sandra Bültermann

von

TCM, Qigong und Ayurveda sind für mich keine Fremdwörter. Ich probiere gerne Neues aus, mir gefallen asiatische Gesundheitskonzepte und eine gesunde Lebensweise ist mir wichtig.

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