Zigaretten und Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft – gefährlich für Mutter und Kind

Es ist bekannt, dass Rauchen während der Schwangerschaft dem Baby schadet. Und doch greifen viele Schwangere weiter zum Glimmstängel. Wie die betroffenen Frauen sich selbst und dem ungeborenen Kind damit schaden, ist vielen nicht bewusst.

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Rauchen in der Schwangerschaft

Zum Wohle des Kindes sollten werdende Eltern so früh wie möglich mit dem Rauchen aufhören.

Im Qualm von Zigaretten stecken mehr als 4800 Chemikalien, davon sind erwiesenermaßen 250 giftig und krebserregend. Damit gefährdet der Zigarettenkonsum während einer Schwangerschaft nicht nur die Schwangere selbst, sondern auch das ungeborene Kind. Zum Teil mit fatalen Folgen. Welche das sind, warum das so ist und welche Wege aus der Sucht helfen können, zeigt eVivam.

Zu viele Schwangere rauchen

Statistiken zufolge rauchen knapp 13 Prozent der werdenden Mütter zu Beginn ihrer Schwangerschaft. Nur etwa ein Viertel davon schafft es, aufzuhören. Entgegen der weit verbreiteten Überzeugung ist Passivrauchen genauso ungesund wie der Tabakkonsum selbst. Der Zigarettenrauch in der Luft enthält die gleichen giftigen und krebserregenden Inhaltsstoffe, die ein Raucher direkt inhaliert. Ein großer Teil der enthaltenen Giftstoffe gelangt über die Plazenta umgehend in den Blutkreislauf des Embryos. Zudem verengen sich durch den Nikotinkonsum die Gefäße der Mutter, die Durchblutung der Plazenta verringert sich, wodurch der Embryo unter einem chronischen Sauerstoffmangel leidet und weniger Nährstoffe erhält. Die Folge: Das Ungeborene wächst langsamer, nimmt weniger zu. Im schlimmsten Fall ist die Versorgung so schlecht, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

Rauchen – Risiko bei Kinderwunsch

Bereits vor einer Schwangerschaft kann sich der Nikotinkonsum im Hinblick auf den Kinderwunsch negativ auswirken. Wünschen Paare sich Kinder, sollten beide Partner das ungesunde Laster so schnell wie möglich ablegen. Durchschnittlich warten rauchende Paare länger auf eine erfolgreiche Schwangerschaft als Nichtraucher. Je mehr Zigaretten eine Frau am Tag raucht, desto länger dauert es. Das liegt unter anderem daran, dass sich der Nikotinkonsum auf den Zyklus auswirken kann, zu einer schlechteren Durchblutung von Eierstöcken und Gebärmutter führt sowie die Fruchtbarkeit verschlechtert. Bei rauchenden Männern verschlechtern sich die Spermienqualität und -quantität. Im schlimmsten Fall ist Unfruchtbarkeit die Folge.

Konkrete Risiken für das Ungeborene

Wird eine Frau schwanger, ist auch der gelegentliche Griff zum Glimmstängel schädlich. Viele unterschätzen die Gefahren und meinen, dass eine Zigarette hier und da schon keine Folgen hätte. Doch dem ist nicht so. Studien belegen, dass Rauchen das Wachstum des Babys nachteilig beeinträchtigen und zu einem erhöhten Risiko von Fehl- und Totgeburten führen kann. Die Frühgeburtsrate ist bei rauchenden Müttern um 30 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen.
Eine Analyse von mehr als 11 Millionen Geburten der letzten 50 Jahre zeigt, dass das Risiko für Missbildungen an Herz, Augen und Füßen deutlich erhöht ist. So haben Kinder von Raucherinnen beispielsweise ein doppelt so hohes Risiko, mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt zu kommen, wie der Nachwuchs von Nichtraucherinnen. Außerdem ist das Geburtsgewicht niedriger. Durchschnittlich wiegen Babys von Raucherinnen 200 Gramm weniger und sind deutlich anfälliger für Infekte. Rund ein Drittel der Raucherbabys behält dauerhaft körperliche oder geistige Schäden.

Folgen fürs weitere Leben

Auch nach der Geburt sind Raucherbabys anfälliger und haben ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Erkrankungen. So leiden Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht haben, häufiger unter Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen oder Bronchitis. Ebenso ist das Risiko, an Allergien oder Asthma zu erkranken, um 30 Prozent erhöht. Zudem tritt Übergewicht in der Kindheit und Diabetes mellitus Typ 2 im späteren Leben häufiger auf. Weitere Folgen können eine verminderte Konzentrationsfähigkeit sein, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie eine dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit, unter ADHS zu leiden. Wer schon vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhört, schafft entschieden bessere Startbedingungen für sein Baby.

Plötzlicher Kindstod

Einer Studie der Universität Bristol zufolge gilt Rauchen während und nach der Schwangerschaft als DAS Hauptrisiko für den sogenannten plötzlichen Kindstod im Säuglingsalter. Laut Forschungsbericht ließen sich 60 Prozent der Todesfälle vermeiden, wenn die Eltern gänzlich mit dem Rauchen aufhören würden. Schon drei Zigaretten am Tag führen zu krankhaft erhöhten Kohlenmonoxidwerten beim Embryo. Raucherbabys leiden nach der Geburt vermehrt unter Atemstillständen im Schlaf und einem verzögerten Aufwachreflex. Und obwohl vielen Vätern und Müttern diese Informationen bekannt sind, greifen sie weiter zur Zigarette.

Raus aus der Sucht

Die oben genannten Folgen sollen dir keine Angst machen. Sie sollen dir gute Gründe liefern, mit dem Rauchen aufzuhören, falls du schwanger bist und dich die Sucht im Griff hat. eVivam gibt dir Tipps, wie du es schaffen kannst:
Alte Gewohnheiten ablegen: Raucher haben sich ihre Verhaltensweisen über einen langen Zeitraum angewöhnt. So zelebrieren sie gerne den ersten Glimmstängel des Tages oder „brauchen“ einfach die Zigarette nach dem Essen. Solche Gewohnheiten legt man nicht von heute auf morgen ab. Du solltest dir bewusst Alternativen überlegen, die dich ablenken. Das kann körperliche Betätigung sein, aber auch ein Getränk oder eine gesunde Zwischenmahlzeit, die den Nikotinhunger überbrückt. Und belohne dich für jede nicht gerauchte Zigarette, für jeden Tag ohne Glimmstängel, für jede tabakfreie Woche.
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Stressbewältigung und Entspannungstechniken: Nicht selten nennen Raucher die Zigarette als Mittel gegen Stress. Wer seine Sucht besiegen will, braucht also etwas anderes zur Stressbewältigung. Hier können beispielsweise Atemtechniken, ein Yogakurs für Schwangere, Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson helfen.
Internetangebote: Mit „rauchfrei“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein kostenloses Ausstiegsprogramm entwickelt, dass dir zu einem rauchfreien Leben verhelfen soll. Per E-Mail erhältst du 31 Tage lang individuelle Tipps. Zudem bietet die Internetseite viele Informationen – auch speziell für Schwangere –, Motivationshilfen und ein Forum zum Austausch ebenfalls Betroffener.
Auf der Internetseite der Techniker Krankenkasse gibt es einen Nichtraucher-Coach, der mit einem Reduktionsplan startet und dich täglich mit Entspannungs-, Ernährungs- und Kognitions-Tipps unterstützt. Für Mitglieder ist dieses Angebot gratis, Versicherte anderer Krankenkassen können den Coach vier Wochen lang kostenfrei testen.
Raucherentwöhnungskurse: Wer es nicht alleine schafft, kann sich zu einem Raucherentwöhnungskurs anmelden – am besten schon vor einer geplanten Schwangerschaft. Es gibt sowohl Einzel- als auch Gruppenangebote. Frag bei deinem Arzt oder deiner Krankenkasse nach, ob sie dir ein passendes Angebot vermitteln können. Gegebenenfalls beteiligt sich die Krankenkasse sogar an den Kosten.
Nikotinersatztherapie: Prinzipiell sind Nikotinpflaster und -kaugummis während einer Schwangerschaft nicht zu empfehlen, da sie auch Nikotin enthalten. Dennoch gilt die Nikotinersatztherapie als weniger gefährlich als das Rauchen selbst. In Ausnahmefällen können daher bei besonders schweren Fällen Pflaster und Co. gerechtfertigt sein – aber nicht ohne ärztliche Rücksprache!
Sandra Bültermann

von

TCM, Qigong und Ayurveda sind für mich keine Fremdwörter. Ich probiere gerne Neues aus, mir gefallen asiatische Gesundheitskonzepte und eine gesunde Lebensweise ist mir wichtig.

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