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Probiotika - Aufbaukur für den Darm und Ihre Gesundheit

Probiotika sind schon seit einigen Jahren Verkaufsschlager in den Supermärkten. Lies hier, was Probiotika sind und auf welche Art sie dir gut tun können.

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Es greift an und Sie werden krank. Wen rufen Sie dann? Probiotika!

Seit Jahren wächst die Erkenntnis darüber, welche Bedeutung eine gesunde Darmflora für den Körper hat. Im menschlichen Darm tummeln sich Billionen verschiedener Bakterien, die das menschliche Verdauungssystem stützen, Krankheitskeime besiegen und das wichtige Vitamin B12 produzieren.
Sogenannte Probiotika sind spezielle Lebensmittel, die lebende Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien (Laktobazillen) oder Hefen enthalten. Meist handelt es sich um Milchprodukte wie probiotische Joghurts, Buttermilchgetränke oder Kefir, die mit zusätzlichen Mikroorganismen angereichert wurden, oder um Kapseln und Pillen. Durch diese soll die Darmflora langfristig so verbessert werden, dass lästige Verdauungsprobleme wie Verstopfung und Durchfall der Vergangenheit angehören. Allerdings sind Probiotika nicht unumstritten.

Was können Probiotika wirklich?

In manchen Fällen kann die Einnahme von Probiotika sinnvoll sein. Leidest du zum Beispiel unter Durchfall, gehen dir in dieser Zeit Milliarden wertvoller Darmbakterien verloren. Mit probiotischen Lebensmitteln kannst du den Verlust ausgleichen. Gerade bei Kleinkindern haben sich Probiotika als effektiv erwiesen: In einer Studie konnte die Dauer einer mehr als drei Tage anhaltenden längeren Diarrhö um mehr als die Hälfte gesenkt werden.
Studien haben zudem gezeigt, dass Probiotika einen positiven Einfluss auf die entzündliche Krankheit Colitis ulcerosa haben. Diese chronische Krankheit betrifft den Dickdarm, dessen Schleimhäute sich in regelmäßigen Schüben entzünden, was dann zu blutigem Durchfall und schmerzhaften Krämpfen führt. Durch die Einnahme von Probiotika kann die Remissionsphase, d. h. die Zeit zwischen zwei akuten Schüben, verlängert werden. Bei der ähnlich verlaufenden Krankheit Morbus Crohn konnte dagegen bislang keine Verbesserung durch Probiotika festgestellt werden. Beim sogenannten Reizdarmsyndrom ist die Faktenlage vage. Außer Frage steht jedoch, dass Probiotika nur dann sinnvoll sein können, wenn eine sehr punktgenaue Behandlung mit exakt den richtigen Bakterienkulturen erfolgt. Diese kann jedoch nur ein Arzt durchführen. Mit probiotischen Joghurts aus dem Supermarkt kommst du nicht weit.

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Was können Probiotika nicht?

Ende 2012 wurde den Lebensmittelherstellern verboten mit Claims wie "aktiviert die Abwehrkräfte" zu werben, da handfeste Beweise dafür fehlen. Tatsächlich wird das Wort "Probiotika" heute nur noch selten verwendet. Stattdessen wird oft mit bestimmten Bakterienkulturen oder Vitaminen geworben und mit neutralen Formulierungen wie "trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei". Die vielen vollmundigen Werbeversprechungen, wonach Probiotika zum Beispiel gegen Allergien helfen, vor UV-Strahlen schützen oder gar zur Krebsvorsorge beitragen, kannst du also getrost vergessen.

Der Unterschied zwischen Präbiotika und Probiotika

Oft findest du die Bezeichnung Präbiotika. Diese darfst du nicht mit Probiotika verwechseln. Bei Probiotika handelt es sich um lebende Mikroorganismen, die du deinem Darm zusätzlich zuführst. Diese Bakterien widerstehen zumindest teilweise der Vernichtung durch die Magen- und Gallensäure, sodass ein Teil von ihnen den Dickdarm erreicht, wo sie ihre Wirkung entfalten können. Bei Präbiotika handelt es sich dagegen um Lebensmittelzusätze (meist Kohlenhydrate), die zu einer Vermehrung der "guten" Darmbakterien wie der Laktobazillen und der Bifidobakterien beitragen.

Probiotika als Teil einer gesunden Ernährung

Fühlst du dich generell gesund, leidest aber ab und zu unter leichten Magen-Darm-Problemen wie Verstopfungen, Durchfall oder Hämorrhoiden, können Probiotika zu einer verbesserten Darmgesundheit beitragen. Es genügt jedoch nicht, täglich einen probiotischen Joghurt zu konsumieren. Achte allgemein auf eine darmfreundlichere Ernährung mit vielen Ballaststoffen. Zum Frühstück kannst du das belegte Brötchen vom Bäcker gegen einen Joghurt mit Haferflocken, Leinsamen und Obst austauschen und den Schokoriegel am Schreibtisch gegen einen probiotischen Joghurt oder eine Banane. Wichtig ist auch regelmäßige Bewegung: Diese hält den Darm in Schwung!