Flucht vor Linde und Co.

Pollenkalender: Bist du reif für die Insel?

Du leidest unter Allergien? Die Informationen rund um Pollenkalender, -Trends und Smartphone-Hilfen in diesem eVivam-Beitrag können nicht nur dir, sondern auch Angehörigen von Allergikern und ihren Freunden als Unterstützung dienen.

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Pollenkalender: Gräser, Linde, Kräuter

Hatschi oder flieh’: Eine Möglichkeit, dich als Pollen-Allergiker zu unterstützen, ist in Küstennähe, auf eine Insel oder ins Hochgebirge zu fliehen. Ein Pollenkalender kann dir helfen. Experten fordern einen genaueren Allergenkalender.

Wenn du unter Heuschnupfen leidest, kannst du dich auch im Urlaub oft nicht richtig erholen. Schuld sind jetzt im Sommer laut Pollenkalender besonders Linden-, Roggen- und Brennnesselpollen. Deine Augen tränen oder jucken, du musst niesen, hast Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase, leidest an Atemnot bis hin zu Asthma bronchiale, deine Haut blüht, dein Kopf schmerzt und dein Schlaf ist gestört. Schuld ist der Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern, der die allergische Reaktion in den Schleimhäuten auslöst. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. DAAB leiden rund 16 Prozent der Deutschen an Heuschnupfen.

Die TOP-3 der Pollen-Allergie-Auslöser

Nach Verbandsangaben lösen hauptsächlich Frühblüher wie Hasel, Erle, Birke sowie Gräser, hier vor allem Roggen, und das Kraut Beifuß Heuschnupfen aus. Inzwischen stehe auch das beifußblättrige Traubenkraut im Verdacht, Allergien auszulösen. Die Hauptflugzeit der Pollen kannst du am besten in den dunkelgrün markierten Kästchen des Pollenflugkalenders sehen.
Der Pollenkalender des DAAB

Pollenkalender: Wenn du weißt, worauf du allergisch reagierst, kannst du ihn auch zur Urlaubsplanung nutzen. Am besten, du suchst dazu pollenärmere Landschaften wie Küstengebiete, Inseln oder Hochgebirgsregionen.

Wie stark deine Beschwerden sind, hängt nach Angaben des Verbandes zudem von der Pollenkonzentration ab, die wiederum Temperatur, Witterung und Wind unterliegt. Das Gemeine: „Viele Allergiker leiden auch nach der Pollenflugsaison noch an allergischen Beschwerden. Erste Tests bestätigen: Auch noch Wochen nach der Blühsaison können Allergene in der Luft zirkulieren“, sagt Diplom-Oecotrophoplogin Sonja Lämmel vom DAAB. Pollenflugkalender wären somit nicht mehr aussagekräftig genug. Experten forderten für die Zukunft genauere Allergenkalender.

Was kannst du tun, um dich besser gegen Pollen zu wappnen?

  • Beachte die Pollenflugvorhersage.
  • Spüle deine Nase täglich.
  • Wasche deine Haare vor dem Zubettgehen.
  • Ziehe deine Kleidung nicht im Schlafzimmer aus.
  • Bringe Pollenschutzgitter an, vor allem am Schlafzimmerfenster.
  • Wechsele jedes Jahr den Pollenfilter in deinem Auto.
  • Verreise während der Hauptpollensaison in pollenärmere oder -freie Regionen.

Wo und wie kannst du sonst noch Unterstützung bekommen?

Pollenflugvorhersagen gibt es eine Menge. Nach DAAB-Angaben gebe es jedoch keine flächendeckenden Pollenmessungen. Daher hat der Verband ein Heuschnupfen-Meldesystem eingeführt. Ähnlich wie Stau-Finder oder Blitzer-Melder kannst du als Pollenallergiker mithelfen, die Informationen zur Pollenvorhersage zu verbessern und andere warnen.
Screenshot der Webseite Pollentrend

Pollenflugfinder: Du kannst dich auf www.pollentrend.de registrieren und mithelfen, die Pollenvorhersagen zu verbessern. Auch so kannst du dir auf der Seite zeigen lassen, in welcher Region gerade Gräser, Roggen oder Raps vorkommen. Die Punkte zeigen dir das gewählte Allergen. Der Kasten, der sich pro Punkt öffnet, zeigt dir per Balkenlänge die durchschnittliche Beschwerdestärke vor Ort an.

Die Techniker Krankenkasse hat zum Start der Pollensaison im Frühjahr dieses Jahres die App Husteblume herausgebracht. Sie sagt die Pollenbelastung an deinem Standort vorher. Nimmst du bereits Medikamente wie Antihistamine ein, zeigt sie dir an, wann ein günstiger Zeitpunkt wäre, um sie einzunehmen. Die App soll dich zum einen vor Leistungsabfall bewahren. Zum anderen soll sie davor schützen, Folgeerkrankungen wie allergisches Asthma zu entwickeln. Die Smartphone-App gibt es für Android und iOS. Sie ist kostenlos.
Für deine Urlaubsplanung kannst den aktuell gemessenen Pollenflug für Deutschland auch auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes oder auf dem entsprechenden Dienst für Europa nachschauen.

Welche Therapien gibt es?

Neben einer medikamentösen Therapie mit Antihistaminika in Form von Tabletten, Sprays oder Tropfen sowie Mastzellstabilisatoren, empfiehlt der Verband eine spezifische Immuntherapie, die Hyposensibilisierung. Dabei geht es nicht nur darum, deine akuten Beschwerden zu lindern; sie soll auch das Risiko senken, an Asthma zu erkranken.
Antihistaminika gibt es größtenteils rezeptfrei in der Apotheke. Mastzellstabilisatoren seien zwar weniger wirksam als Antihistaminika. Du könntest sie aber unterstützend vor der Pollensaison einnehmen.

Als alternative ergänzende Heilmethoden empfiehlt dir der DAAB:
  • Atemtherapie
  • Akupunktur
  • Autogenes Training
  • Balneotherapie
  • Funktionelle Entspannung
  • Klimatherapie
  • Seriöse Diätetik
  • Ernährungstherapie
  • Phytotherapie
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie

Zudem raten dir die Verbandsexperten, bei einem Heuschnupfen immer vom Arzt abklären zu lassen, ob du womöglich auch an Asthma erkrankt bist. Dasselbe gilt auch andersherum. Der statistische Zusammenhang: Jeder dritte Pollen-Allergiker erkranke an einem Asthma.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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