Ohne Shampoo? Eklig oder sinnvoll?

Der No-Poo-Trend: Kein Shampoo für die Haare!?

Seit sich einige Stars dazu bekennen, interessieren sich auch „Normalos“ für den No-Poo-Trend. Die Idee dahinter: Angeblich reicht es völlig aus, sich die Haare mit Wasser zu waschen und auf Shampoo zu verzichten. Ist das wirklich so?

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Haare

Die Umstellung von Shampoo auf Wasser ist kein Spaziergang.

Wenn Superstars wie Adele oder Miranda Kerr auf den Verzicht von Haarpflegeprodukten schwören, kann es so falsch nicht sein! Das denken zumindest Leute, die auf den No-Poo-Trend aufspringen und demzufolge auf die Verwendung von Shampoo und Pflegespülungen verzichten. Das ist nicht nur ein großes Problem für die Kosmetikbranche, die mit Haarpflegeprodukten 70 Prozent ihres Umsatzes generiert. Auch Gesundheitsexperten sind skeptisch. Was steckt hinter diesem Trend?

Shampoo – Dafür ist es gut

Wer einmal mehrere Tage lang auf Shampoo verzichtet hat, der kennt den Effekt: Die Talgproduktion der Kopfhaut wird erhöht und die Haare fangen an zu fetten. Mithilfe von Shampoo wollen wir dem vorbeugen. Haarwaschmittel und Seifen sollen Haare und Kopfhaut reinigen und entfetten, indem die Hautschuppen geöffnet werden. Mittlerweile gibt es für jeden Haar- und Hauttyp verschiedene Shampoo-Arten. Je nach der naturgegebenen Zustandsbeschreibung – von schnell fettend über trocken bis hin zu schuppig – ist für jeden Typ ein eigenes Shampoo erhältlich. Bei Mitteln für sehr empfindliche Kopfhaut wird beispielsweise auf die Beigabe von Parfümen verzichtet, während Anti-Schuppen-Shampoo die raue Kopfoberfläche beruhigen und so dem Schuppen vorbeugen soll. Aber auch für koloriertes oder strapaziertes Haar gibt es besondere Haarwaschmittel. Die nach der Reinigung stattfindende Spülung soll die durch die Shampoonierung geöffneten Hautschuppen anschließend wieder schließen, das Fett zurückführen und dem Haar dadurch noch mehr Glanz und Seidigkeit verleihen. So findet mittlerweile jeder das für sich und seine Bedürfnisse perfekt zugeschnittene Shampoo. Trotzdem gibt es auch Kritiker, die sich nicht nur mit den mitunter umweltschädlichen Inhaltsstoffen, sondern auch mit der Wirkung auf den menschlichen Organismus auseinandersetzen.

Galerie: Für jeden Haartyp das richtige Shampoo

Shampoo

In einem sind sich Experten einig: Einmal täglich Haare waschen ist zuviel und schadet unserer Kopfhaut. Lieber nur jeden zweiten oder sogar nur jeden dritten Tag zur Shampoo-Flasche greifen.

Shampoo – darum kann es auch schädlich sein

Tatsächlich ist es so, dass sich eine zu häufige Verwendung von Shampoo schädlich auf Haare und Kopfhaut auswirken kann. Wie bei allen Körperpflegeprodukten wird auch hier der natürliche Schutzmantel des Körpers angegriffen. Das kann zu Hautirritationen und Trockenheit führen. Daher empfehlen Experten, sich nicht täglich die Haare zu waschen. Ideal ist die Verwendung von Shampoo im Zweitagesrhythmus, um die Kopfhaut dazwischen zur Ruhe kommen zu lassen. Wer nicht auf seinen täglichen Gang unter die Dusche verzichten möchte, der kann an jedem zweiten Tag einfach das Shampoo weglassen und sich Kopf und Haar ausschließlich mit lauwarmem Wasser waschen. Ein guter Kompromiss, wenn Sie nicht gleich komplett auf Shampoo verzichten wollen. Ebenfalls kritisch betrachten Shampoo-Gegner einen Großteil der Inhaltsstoffe. Formaldehyd, Parabene, künstliche Farbstoffe und Silikone dringen durch das Haarewaschen in den menschlichen Organismus ein und können dort schädliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben, die Kopfhaut beschweren oder sogar Krebs auslösen. Viele Kosmetikhersteller wissen um ihr Imageproblem. Immer häufiger wird mit dem Weglassen dieser Stoffe geworben. Der Verzicht auf kritische Inhaltsstoffe spricht für Naturkosmetik.

Warum der No-Poo-Trend mit Vorsicht zu genießen ist

Wer sich dazu entschließt, fortan ganz auf Shampoo zu verzichten, der sollte darauf vorbereitet sein, das die Anfangsphase Überwindung kostet. Unsere Kopfhaut hat sich an den nahezu täglichen Gebrauch von Shampoo gewöhnt und produziert entsprechend schnell viel Talg als Schutzfilm, sobald wir von dieser Routine abweichen. Wer seine Haare mehrere Tage hintereinander nicht mit Shampoo behandelt, wird die Auswirkungen schnell zu spüren bekommen: Die Haaren werden fettig, strähnig und fangen nach einer Weile an, unangenehm zu riechen. Durch diese Extremphase muss man durch, eh sich die natürliche Talgproduktion normalisiert. Nach etwa sechs Wochen beginnt dieser Prozess. Bis dahin halten jedoch nur die wenigsten experimentierfreudigen Frauen und Männer durch. Wer es dennoch durchzieht, kann Glück haben: Durch den Verzicht auf Shampoo wird das Haar aktiver, wächst schneller und fühlt sich dadurch von Natur aus weicher und kraftvoller an. Diese Beobachtungen machen allerdings noch längst nicht alle. Das Gelingen ist auch von der Beschaffenheit von Kopfhaut und Haaren abhängig. Falls die Umstellung klappt, freuen sich Umwelt, Geldbeutel und Kopfhaut, während sich die Industrie die Haare rauft.

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Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

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