Wenn's reißt und zieht

Muskelkrämpfe: Woher sie kommen, wie sie wieder gehen

Wer kennt sie nicht, diese fiesen Schmerzen in den Beinen, die einen gern in der Nacht oder nach dem Sport überkommen? Meistens geht er vorbei, wenn wir gegen dehnen. Doch Muskelkrämpfe können auch chronisch werden.

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Wadenkrampf

Am häufigsten treten Muskelkrämpfe in den Waden auf. Wer lange und wiederkehrend unter den Schmerzen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

In der Regel kommt knapp die Hälfte der Menschen einmal im Leben in den zweifelhaften „Genuss“ eines Muskelkrampfes. Hierbei zieht sich der betroffene Muskel aufgrund eines fehlerhaften Rückenmarkreflexes spontan zusammen, wird hart und verharrt für mehrere Sekunden bis Minuten in dieser Position. Besonders häufig tauchen diese nach dem Sport oder in der Nacht auf, lassen sich aber beheben, wenn man vorsichtig gegen den Schmerz an dehnt. Aufgrund der Intensität setzt der Schmerz den Betroffenen kurzzeitig außer Gefecht. Viele Ärzte vermuten hinter gelegentlich auftretenden Muskelkrämpfen den Mangel an Magnesium. Bei Sportlern ist häufig ein Verlust an Wasser und Elektrolyten in Kombination mit einer Überanstrengung für den Krampf verantwortlich. Wer sonst nicht weiter unter Beschwerden zu leiden hat, hat allerdings keine weiteren Folgen zu befürchten. Gefährlich wird es dann, wenn die Krämpfe regelmäßig und länger auftreten. Dann können Muskelkrämpfe sogar Anzeichen schwerer Krankheiten sein.

Galerie: Muskelkrämpfen vorbeugen

Muskelkrämpfe – Woher sie kommen

In der Regel hängen einfache Muskelkrämpfe mit einfachen Dingen wie einer unüblichen Schlafposition, einer kurzzeitigen Überdehnung des Muskels oder einer einseitigen Belastung zusammen. Auch Fehlstellungen oder Überbeanspruchen können der Auslöser für Muskelkrämpfe sein, genauso wie Unregelmäßigkeiten im Elektrolytehaushalt oder im Stoffwechsel. Abseits davon wird ein Muskelkrampf hin und wieder aber auch als Symptom verschiedener Krankheiten angesehen. Hierzu gehören eine Schilddrüsenunterfunktion, Multiple Sklerose, Diabetes und Muskelentzündungen. Auch gewisse Medikamente wie etwa Cholesterinhemmer oder Blutdrucksenker können Muskelkrämpfe auslösen. Dasselbe gilt für akute Nervenschäden. Gehe daher unbedingt zum Arzt, wenn die Krämpfe regelmäßig auftreten und sich nicht mithilfe von Dehnungen oder Muskelmassagen lösen lassen. Achtung: Kommt es im Anschluss des Muskelkrampfes zu Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühlen, ist es dringend! Ein Arzt kann bei einem Besuch all diese Krankheiten ausschließen. Wenn dies geschieht, findet er allerdings nur in den seltensten Fällen einen anderen, konkreten Auslöser für die Muskelkrämpfe. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil so keine konkrete Therapie angewendet werden kann. Häufig wird dann auf die Verschreibung von Medikamenten zurückgegriffen, die je nach Inhaltsstoff weitreichende Nebenwirkungen haben können.
Schwangerschaft

Vor allem in der Schwangerschaft kann es verstärkt zu Muskelkrämpfen kommen. In der Regel sind die mit einfachen Handgriffen zu beheben.

Muskelkrämpfe mit Medikamenten beheben

Zur Behandlung wiederkehrender, schwerer Muskelkrämpfe können Ärzte auf eine Vielzahl von Medikamenten zurückgreifen. Das Problem: Häufig sind es ausgerechnet diese Medikamente, die wiederum starke Nebenwirkungen haben und im Umkehrschluss sogar die Muskelkrämpfe verstärken können. Medikamente gegen Epilepsie werden häufig gegen Krämpfe verschrieben, müssen aber individuell auf den Patienten angepasst werden. Das richtige Präparat zu finden, kann mitunter mehrere Monate dauern. Bei nachgewiesenen Mangelerscheinungen wird häufig auf Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Vitamine zurückgegriffen. Ein Zuviel dieser Mittelchen ist wiederum Auslöser für Krämpfe, daher sollte auch hier die Absprache mit einem Arzt erfolgen. Auch ein Medikament gegen Malaria wird bereits gegen Muskelkrämpfe eingesetzt. Als ganz neuer Therapieansatz hat sich bereits die Stimulation mit Elektrowellen bewährt, bei der die Reizschwelle des Muskels heraufgesetzt wird.

Muskelkrämpfen gezielt vorbeugen

Wird man als Sportler immer wieder von Muskelkrämpfen geplagt, ist das in der Regel ein Indiz für ein fehlerhaftes Trainingsverhalten. Eine Überbeanspruchung sollte mithilfe eines genauen Trainingsplans vermieden werden. Auch eine ausführliche Aufwärmphase ist wichtig, um die Muskeln, die später beansprucht werden sollen, vorab gezielt zu dehnen. Vermeide ungewöhnliche Temperaturreizungen, etwa indem du bei großer Hitze unvorbereitet in sehr kaltes Wasser springst. Trink viel und halte deinen Elektrolytehaushalt im Gleichgewicht und vermeide es, beim Training Snacks und Getränke mit zu viel Zucker zu dir zu nehmen.

Galerie: Foodwatch-Studie: Viel zu viel Zucker in Getränken

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

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