Großputz bei Magengeschwüren

Magengeschwür-Behandlung: so heilen Ärzte heute!

Für ein Magengeschwür ist oft das Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich, aber auch eine erhöhte Magensäureproduktion. Diese Magengeschwür-Behandlungen helfen bei Ulcus!

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Magengeschwür-Behandlung

Bei der Magengeschwür-Behandlung setzen Ärzte heute eine neue Generation von Medikamenten ein.

Die meisten Menschen mit einem Magengeschwür beherbergen einen stillen Mitbewohner: das Magenbakterium Helicobacter pylori. Ärzte schätzen, dass Helicobacter an etwa 70 Prozent aller Magengeschwüre (Ulcus ventriculi) schuld ist. Das Bakterium löst zunächst eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) aus, die sich ohne Behandlung immer weiter verschlimmert. Auch die Magensäureproduktion steigt: Die aggressive Flüssigkeit attackiert die Magenwand und zerstört die Schleimhaut, die normalerweise als Magenschutz dient. Die Magengeschwür-Behandlung setzt an mehreren Stellen an: bei dem Keim Helicobacter pylori und der Magensäureproduktion. Aber auch Sie selbst und Ihr Lebensstil sind wichtige Pfeiler in der Magengeschwür-Therapie.

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Magengeschwür-Behandlung: Antibiotika als Helicobacter-Medikamente

Antibiotika greifen Bakterien an unterschiedlichen Achillesfersen an. Entweder hemmen sie das Wachstum und die Vermehrung der Keime oder die Medikamente töten sie ab. Ärzte setzen meist eine Kombination verschiedener Antibiotika ein, um die Erreger restlos aus dem Magen zu entfernen. Diese Antibiotika-Behandlung beim Magengeschwür heißt auch Eradikationstherapie (Bakterien „ausradieren“). Meist dauert sie einige Tage.
Überprüfen lässt sich der Erfolg dieser Magengeschwür-Behandlung mit Hilfe eines Atemtests (13C-Harnstoff-Atemtest). Sie konsumieren eine bestimmte Menge Harnstoff, deren Kohlenstoffatome besonders markiert sind. Sind noch Helicobacter pylori-Bakterien im Magen vorhanden, verstoffwechseln die Erreger den Harnstoff in das Gas Kohlendioxid, das Sie ausatmen. Der markierte Kohlenstoff ist damit in der Atemluft nachweisbar. Dann ist eine weitere Antibiotika-Therapie nötig, bis sämtliche Bakterien beseitigt sind.

Magengeschwür-Medikamente: Magensäureblocker

Moderne Magengeschwür-Medikamente drosseln die Magensäureproduktion. Diese Magensäureblocker setzen Ärzte heute bevorzugt ein. Eine Wirkstoffgruppe sind Protonenpumpenhemmer, zu denen beispielsweise die Wirkstoffe Omeprazol und Pantoprazol zählen. Die Medikamente gibt es heute in niedrigen Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke oder in der Online-Apotheke. Sprechen Sie aber immer zuerst mit Ihrem Arzt, bevor sie Protonenpumpenhemmer einnehmen. H2-Antihistaminika (H2-Rezeptor-Blocker) bremsen ebenfalls die Magensäureproduktion. Beispiele für solche Wirkstoffe sind Cimetidin und Ranitidin. H2-Antihistaminika sind auch mit Protonenpumpenhemmern kombinierbar.
Daneben gibt es Medikamente, welche die Magensäure neutralisieren. Diese Antazida greifen aber nicht in die Magensäureproduktion ein. Neue Medikamente haben den Antazida weitgehend den Rang abgelaufen.

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Diese Tipps helfen bei einem Magengeschwür

Ärzte kennen einige Risikofaktoren, die ein Magengeschwür begünstigen oder ein bestehendes Ulcus ventriculi verschlimmern. Sie betreffen in erster Linie Ihren Lebensstil. Jeder ist also in der Lage, selbst etwas beizutragen, etwa durch die richtige Magengeschwür-Ernährung!
  • Alkohol gehört zwar für viele zum Alltag, aber zu große Mengen setzen auf Dauer dem Magen und der Magenschleimhaut zu. Trinken Sie nicht täglich Alkohol und auch nicht zu viel davon! Wenn Sie schon eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür haben, ist Alkoholverzicht die bessere Variante.
  • Kaffee gilt zwar als Genussmittel und guter Wachmacher, reizt aber den Magen. Konsumieren Sie Kaffee am besten nur in Maßen.
  • Rauchen schädigt nicht nur die Lunge und Gefäße, sondern lässt auch den Magen leiden. Versuchen Sie, das Rauchen aufzugeben. Auch Ihr Magen profitiert vom Rauchstopp.
  • Ernährung bei Magengeschwür: Essen Sie Speisen, die magenfreundlich sind und das Verdauungsorgan nicht zu übermäßig belasten. Um fettreiches Essen, das schwer im Magen liegt, machen Sie besser einen Bogen. Dazu gehören Fastfood wie Pommes oder Hamburger, fettige Saucen und Fleischgerichte.
  • Entspannung: Stress in Beruf und Alltag lässt auch den Magen leiden. Lernen Sie eine Entspannungstechnik wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Bei weniger Stress fühlt sich auch Ihr Magen wohler.
Die Magengeschwür-Behandlung mit Säureblockern, Antibiotika und einem magenfreundlichen Lebensstil bessert das Magengeschwür meist deutlich. Nach einigen Wochen ist es oft wieder abgeheilt.

Protonenpumpenhemmer

Ingrid Müller

von

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