Läusealarm!

Läuseshampoo & Co.: Was hilft gegen Kopfläuse?

Kopfläuse sind fiese Plagegeister, die sich am liebsten auf Kinderköpfen tummeln. Wie werden Sie Kopfläuse dauerhaft wieder los? Alles über Läuseshampoo und andere Mittel.

Datum:
Kind wäscht Haare

Kopfläuse einfach weg waschen? So einfach ist es nicht!

Läusealarm ist ein Dauerthema in deutschen Kitas, Kindergärten und Schulen. Kopfläuse sind sehr häufige Parasiten bei Kindern und richten oft kleine Epidemien an. Deshalb stehen die winzigen Parasiten bei den Sieben- bis Elfjährigen auf Platz zwei der Infektionskrankheiten – nach Atemwegsinfektionen, berichtet die Stiftung Kindergesundheit. Kopfläuse kriechen von Haar zu Haar, wenn Kinder beim Spielen, Lernen und Kuscheln die Köpfe zusammenstecken. Dann klammern sich die nur wenige Millimeter großen Insekten in den Haaren fest. Wer sich die unappetitlichen Läuse eingefangen hat, gilt oft als Schmuddelkind, das es mit dem Waschen und Duschen nicht so genau nimmt. Mangelnde Hygiene ist aber nicht immer schuld. Vielmehr läuft jeder Mensch in Gemeinschaftseinrichtungen Gefahr, sich mit den Kopfläusen anzustecken, wenn ein Kind oder Erwachsener die Krabbeltiere aufgeschnappt hat.

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Kopfläuse: das große Krabbeln

Weit verbreitet ist der Irrtum, das Kopfläuse fliegen oder springen, Sie sich an den Kopfpolstern von Auto, Bus oder Bahn anstecken oder Haustiere die Krabbeltiere übertragen. Selten steckt sich ein Mensch über gemeinsam benutzte Mützen und Hüte an. Kopfläuse lieben vor allem die Region im Nacken, den Schläfen und hinter den Ohren. Aber auch in den Augenbrauen und bei Erwachsenen in den Achselhöhlen und Barthaaren fühlen sie sich wohl. Alle zwei bis drei Stunden saugen sie Blut und hinterlassen rote, heftig juckende Einstichstellen. Erwachsene Läuse leben drei und vier Wochen und legen bis zu 140 Eier. Aus diesen schlüpfen die Nymphen und übrig bleiben die leeren, weißlichen Eihüllen, die Nissen. Oft sind sie monatelang auf der Kopfhaut nachweisbar. Wie werden Sie lästige Kopfläuse wieder los?

Nissensuche mit der Lupe, kämmen mit Nissenkamm

  • Ein typischer Hinweis auf Kopfläuse ist es, wenn sich Ihr Kind öfters am Kopf kratzt. Die Stichstellen der Läuse verursachen heftigen Juckreiz. Manchmal finden Eltern aber auch nur die Nissen, die fest am Haar haften und sich nicht abstreifen lassen.
  • Verwenden Sie einen speziellen Läusekamm (Nissenkamm), mit dem sich Läuse und Nissen besser erfassen lassen. Die Zinken stehen beim Läusekamm sehr dicht nebeneinander und die Läuse „rutschen“ nicht durch.
  • Scheiteln Sie das Haar Strich für Strich und suchen Sie es genau mit einer Lupe nach den Nissen ab. Gehen Sie bei der Suche nach Kopfläusen systematisch Strähne für Strähne vor.
  • Ziehen Sie den Läusekamm von der Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen herunter.
  • Nach jedem Kämmen untersuchen Sie den Kamm sorgfältig nach Läusen und entfernen sie.

Chemische Läusemittel: Nervensystem lahmlegen

Chemische Mittel gegen Läuse sind Insektizide, also Insektenvernichtungsmittel, die als Medikamente zugelassen sind. Sie zielen auf das Nervensystem der flinken Krabbler ab. Die Arzneien enthalten Wirkstoffe wie Pyrethrumextrakt, Permethrin oder Allethrin. Es gibt sie als Sprays, Tinkturen, Salben oder Läuseshampoo. Nach der Haarwäsche massieren Eltern die Wirkstoffe in das feuchte Haar ein. Vielen Eltern sind chemische Substanzen auf den Köpfen ihrer Kinder aber nicht geheuer. Auch wirken manche Mittel nach einiger Zeit nicht mehr, weil Läuse und Läuseeier (Nissen) Resistenzen entwickeln. Wenden Sie Insektizide nur nach Vorschrift und nur so oft wie nötig an, denn manchmal verursachen sie Allergien und Hautreizungen.

Physikalische Mittel: Kopfläuse ersticken

Daneben gibt es Läusemittel, die als Medizinprodukte gelten und rein physikalisch wirken. Meist enthalten die Lösungen oder Sprays sogenannte Dimeticone. Diese künstlichen Silikonöle verkleben die Atemöffnungen der Läuse und ersticken sie. Dimeticone sind ungiftig, aber extrem leicht entflammbar. Berichten zufolge sind schon schwere Brandverletzungen vorgekommen. Halten Sie die Haare nach Auftragen des Mittels von offenen Flammen wie Zigaretten, Gasboilern oder Kerzen und starken Wärmequellen, etwa einem heißen Haartrockner, fern.

Kampf den Läusen mit natürlichen Mittel

Manche Läuseshampoos enthalten „natürliche“ Wirkstoffe aus Teebaumöl oder Neem-Extrakten. Ihre Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen. Ebenfalls zugelassen ist inzwischen ein Mittel auf der Basis von Kokosöl.

So werden Sie Kopfläuse dauerhaft los!

Damit sich die Kopfläuse nicht nach kurzer Zeit erneut breit machen, ist die Aktivität aller Familienmitglieder gefragt:
  • Suchen Sie sämtliche Köpfe nach Kopfläusen und Nissen ab.
  • Erhitzen Sie persönliche Utensilien in heißem Wasser auf über 50 Grad Celsius; Beispiele sind Bürsten, Haarschmuck und Kämme.
  • Kleider, Mützen, Schals, Kopftücher, Handtücher und Bettwäsche waschen Sie bei 60 Grad.
  • Unnötig sind größere Reinigungsaktionen in der Wohnung, etwa eine komplette Desinfektion der Einrichtung.

Mittel gegen Kopfläuse

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.