Zwei Stunden Aufwand pro Woche

Länger leben – Bewegung bringt Ihnen sechs Jahre zusätzlich

Seit jeher suchen die Menschen das Rezept für ein längeres Leben. Mittlerweile sind Forscher überzeugt, es entdeckt zu haben. Jeder kann davon profitieren, es kostet keinen Cent und der Zeitaufwand ist gering.

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Leichtes Joggen, dreimal die Woche eine halbe Stunde, verlängert das Leben um rund sechs Jahre.

Die Formel für ein längeres Leben heißt: Regelmäßige Bewegung, am besten Laufen. Mittlerweile existieren Hunderte Studien, die den Nutzen von Jogging für ein längeres Leben bestätigt haben.
Signifikante Ergebnisse zeigten beispielsweise erste Auswertungen der Copenhagen City Heart Study. Es handelt sich um eine Langzeitstudie, die seit bis zu 35 Jahren 1878 regelmäßige Läufer untersucht und ihre Daten mit denen von 16827 Nichtläufern vegleicht. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich Dauer und Häufigkeit des Laufens auf die Lebenserwartung auswirken.

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60 bis 150 Minuten pro Woche = plus 6 Jahre

Erste Ergebnisse zeigen, dass leichtes Joggen, mit 60 bis 150 Minuten pro Woche auf dreimal die Woche verteilt, das Leben von Männern um 6,2 und von Frauen um 5,6 Jahre verlängerte. Interessant daran ist auch, dass ehrgeizigere Sportler, die länger und öfter laufen, sich damit nichts Gutes tun: Ihre Sterberate war nicht niedriger als die der bewegungsfaulen Studienteilnehmer.
Sport gilt seit langem als wichtiger Gesundheitsfaktor. Regelmäßige Bewegung beugt vielen Krankheiten vor und kann die Therapie selbst schwerer Erkrankungen wie Krebs positiv unterstützen. Doch ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, warum Sport diesen positiven Effekt auf die Gesundheit und die Lebenserwartung hat.

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Sportler altern langsamer

Forscher um Lynn Cherkas vom Londoner King's College sind einer Lösung des Geheimnisses nähergekommen. Sie entdeckten, dass Sport die Zellalterung deutlich aufhalten kann. In den Zellen des Organismus liegt ein Hinweis auf den persönlichen Alterungsprozess eines Menschen. Es handelt sich um die sogenannten Telomere, die Chromosomenenden. Die Länge der Telomere gilt als Indiz für die Alterung von Zellen.

Sport und Bewegung bauen oxidativen Stress in den Zellen ab

Die Wissenschaftler untersuchten 1200 Zwillingspaare. Es zeigte sich, dass die Telomere der sportlichen Zwillinge deutlich länger waren als die ihrer inaktiven Schwestern oder Brüder. Manche der aktiven Probanden zeigten im Vergleich zu den bewegungsfaulen Geschwistern eine Telomerlänge, die einem Altersunterschied von etwa zehn Jahren entspricht.
Wie genau die körperliche Aktivität den Alterungsprozess beeinflusst, wissen die Forscher noch nicht. Sie vermuten, dass Sport und Bewegung Entzündungsreaktionen hemmen und helfen, oxidativen Stress in den Zellen abzubauen. Das könnte sich positiv auf die Telomerlänge auswirken.
Ein weiterer positiver Effekt der regelmäßigen Bewegung: Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, der bleibt länger fit und kann auch im Alter länger selbstbestimmt leben.

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Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.